Valpolicella Ripasso

Der extraktreiche Rotwein gewinnt immer mehr Anhänger. Längst ist er das Flaggschiff des norditalienischen Weinbaugebiets Valpolicella. Geschmacklich ähnelt er dem konzentrierten Aroma des Amarone. Dessen Würze erhält er mittels der Ripasso-Methode: Während einer zweiten Gärung mit Amarone-Trester gewinnt der junge Rotwein an Extrakt und Komplexität.

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Herkunftsgebiet

Der Valpolicella Ripasso ist eine Spezialität Venetiens. Dort wird er aus einheimischen Rebsorten, insbesondere aus Corvina Veronese und Rondinella gewonnen. Die Trauben gedeihen auf den lessinischen Hügeln unweit von Verona. Er ist als DOC-Qualitätswein kontrollierter Herkunft klassifiziert. Nur den Gemeinden von drei genau umrissenen Gebieten ist es gemäss den DOC-Regularien gestattet, einen Valpolicella-Ripasso-Wein herzustellen. 

Um Charakter und Güte dieser Weinsorte zu bewahren, sind nur bestimmte Rebsorten zugelassen. Auch das Verhältnis muss stimmen. Corvina und Rondinella überwiegen. Andere venetische Trauben dürfen nur einen Anteil von maximal 15 Prozent ausmachen. Weitere autochthone Sorten Italiens sollten 10 Prozent nicht übersteigen.

Der Rotwein muss nach der Ripasso-Methode produziert werden. Zu unterscheiden ist er daher von den nach einem ähnlichen Verfahren produzierten Weinen. So verwenden einige Weingüter während der Vinifikation statt Amarone-Maische getrocknete Trauben, was den Geschmack jedoch verändert. Daher sind solche Erzeugnisse nicht als DOC-Weine anerkannt und dürfen den Zusatz „Ripasso“ nicht verwenden. Anders als der Valpolicella Ripasso werden sie ausschliesslich als „Rosso del Veronese IGT“ vermarktet. 

Herstellungsverfahren 

Ein echter Valpolicella-Ripasso-Wein entsteht nach einem genau definierten Verfahren: der Ripasso-Methode. Hauptbestandteil bilden dabei frisch vergorene Rotweine. Diese werden wiederum aus dem Saft der im Herbst geernteten Trauben Rondinella, Corvina Veronese und Molinara gekeltert. Nach deren Gärung kommt im Frühjahr der Amarone ins Spiel, der geschmacklich später die Hauptrolle übernimmt. Nun wird deutlich, weshalb der italienische Begriff „ripasso“ („erneuter Durchgang“) als Namenszusatz fungiert: Die Weine gären ein zweites Mal, diesmal zusammen mit dem Trester des Amarone. Der Trester ist dabei viel mehr als nur ein Rückstand der Traubenproduktion; er veredelt die jungen Rotweine. Die Zucker- und Heferückstände der Traubenschalen setzen die Gärung erneut in Gang. Zudem reichern sie den Valpolicella mit Tanninen an, sorgen für mehr Extrakt und erhöhen den Alkoholgehalt. Das Aroma gleicht dem eines Amarone, ist aber weniger stark ausgeprägt. Zudem mildert die Methode die für einen Amarone typische Herbe ab. Wer ohnehin kein Anhänger bitterer Noten ist, ist also entsprechend gut beraten, einen Valpolicella Ripasso zu kaufen. 

Ein Valpolicella Ripasso kann sich mit dem edlen Amarone messen. Einen Ripasso können die Weinbauern zudem wesentlich günstiger anbieten. Dabei hängt die Qualität von den zugrunde liegenden Amarone-Trauben ab. Trocknungsverfahren und Edelfäule entscheiden darüber, wie konzentriert das Aroma ausfällt. Im Vergleich zu einem sortenreinen Valpolicella fällt ein Ripasso-Wein kräftiger aus und verfügt über eine bessere Lagerungsfähigkeit. 

Charakter eines Valpolicella-Ripasso-Weins

Die Popularität des Valpolicella Ripasso reisst nicht ab. Einige Weingeniesser geben mittlerweile dem nach der Ripasso-Methode gewonnenen Wein den Vorzug. Die Zahl der produzierten Flaschen stieg in den letzten Jahren rasant und übertrifft mittlerweile die des Amarone. Kein Wunder, schliesslich verwöhnt der Valpolicella den Gaumen mit ebenso komplexen Aromen und nur zart ausgeprägten Bitternoten. 

Wer einen Valpolicella Ripasso kauft, der erhält einen charaktervollen italienischen Rotwein. Der körperreiche Tropfen erstrahlt in der Flasche in einem ausdrucksstarken Rubinrot. Lagert er länger, verleiht ihm die Reife ein dunkleres Granatrot. 

Der an Rosinen erinnernde Geschmack des Amarone dominiert, jedoch entfaltet er ein noch breiteres Spektrum an fruchtigen Aromen. Nuancen von Waldbeeren, Pflaumen und Kirschen runden den vollmundigen Wein ab.