Châteauneuf-du-Pape

Weine der Appellation Châteauneuf-du-Pape gelten als Glanzlichter des Anbaugebietes Côtes du Rhône. Einst richteten die Päpste von Avignon am linken Rhôneufer ihre Sommerresidenz ein. Um ihrer Trinkleidenschaft zu frönen, trieben sie die Traubenkultivierung voran. Heute gedeihen auf den abwechslungsreichen Böden der südfranzösischen Terroirs alte Rebstöcke, durch die der Mistral bläst. Aus ihnen gehen ausgesprochen charaktervolle Rotweine hervor.

30 Weine

Persönliche Angaben

Bitte loggen Sie sich ein.
Diese Funktion steht Ihnen nur als registrierter Benutzer zur Verfügung.
Login Registrieren Weinnotizen schliessen

Das Anbaugebiet der Appellation

Mit der etwa 3'000 Hektar grossen Gesamtrebfläche gehört Châteauneuf-du-Pape zu den bedeutendsten Appellationen der Côtes du Rhône. Der Name steht für die besten Rotweine Frankreichs. Die Appellation verdankt ihr Renommee der Geschichte des gleichnamigen Ortes. Ihre Rebflächen befinden sich im Süden der Weinregion am linken Flussufer der Rhône.

Das als Cru klassifizierte Anbaugebiet Châteauneuf-du-Pape verdankt seinen Status als Spitzenlage den ausgezeichneten Terroirs, die über eine gute Bodenstruktur und ein günstiges Mikroklima verfügen. Südlich der Rhône herrscht eine grosse Vielfalt an Bodentypen. Die Palette reicht von Tonsandgestein über Kies bis hin zu Lehmböden. Eine Besonderheit stellen die grossen Rundkiesel dar, die viele Rebflächen bedecken und die Wärme des Tages speichern. Generell herrscht in dem Gebiet grosse Sommerhitze vor. Abgemildert wird sie vom Mistral. Als Schutz vor allzu starken Fallwinden halten die Weinbauern von Châteauneuf-du-Pape die Rebstöcke klein. Das erbringt zwar weniger Erträge, steigert dafür aber die Qualität des Traubenguts. 

Geschichte der Appellation 

Bereits die alten Griechen erkannten das Potenzial des heutigen Weingebiets Châteauneuf-du-Pape. Doch im Mittelalter ruhte der Weinbau zunächst, bis die Kirche seine Eignung für die Traubenkultivierung wiederentdeckte. Mit der Niederlassung des Papsttums in Avignon Anfang des 14. Jahrhunderts gewann die Region an Bedeutung. Unweit vom neuen Papstsitz Avignon liess Johannes XXII. ein Schloss als Sommerresidenz errichten, das schon wenige Zeit später als Weingut fungierte. Auf seine Initiative wurden erste Rebflächen bestockt. Auch seinem Nachfolger, Papst Klemens VI., diente das Gut Châteauneuf als Rückzugsort. Hier konnte er sich von den klerikalen Pflichten erholen und sich den weltlichen Freuden des Weingenusses widmen. Er legte neue Weinberge an, sodass bis zum Jahre 1350 in den besten Lagen grossflächig Rebstöcke wuchsen.

Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts dehnte sich die Anbaufläche von Châteauneuf-du-Pape mehr und mehr aus. Ausdruck dieses Erfolges ist eines der zahlreichen neuerbauten Châteaus: das Schloss La Nerthe. Nach einem weiteren Höhepunkt im 19. Jahrhundert ging es mit dem Weinbau in dem Gebiet für viele Jahre bergab. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts erlebte er den für seinen heutigen Ruhm entscheidenden Aufschwung. Um die Qualität eines Châteauneuf-du-Pape-Weins zu sichern, führte der Schloss- und Weingutbesitzer Baron Le Roy strenge Kontrollmassnahmen wie die Festlegung eines Mindestalkoholgehalts und der zugelassenen Rebsorten ein. Diese prägten das noch heute gültige französische Weingesetz entscheidend. Damit ging auch eine kontinuierlich steigende Güte einher. Alsbald mussten die Franzosen tief in die Tasche greifen, um einen Châteauneuf-du-Pape zu kaufen. 

Charakteristika der Châteauneuf-du-Pape-Jahrgänge

Einige Merkmale eines Châteauneuf-du-Pape-Weins sind durch das Weingesetz vorgeschrieben und unterliegen einer strengen Kontrolle. Um eine hohe Qualität sicherzustellen, müssen die Winzer mindestens 5 Prozent des mittelmässigen Traubenguts aussortieren. Der maximal gestattete Ernteertrag ist mit 35 Hektolitern sehr niedrig angesetzt. Jeder Châteauneuf-du-Pape-Jahrgang muss einen Mindestalkoholgehalt von 12,5 Volumenprozent aufweisen – ein im französischen Vergleich sehr hoher Wert.

Seit Baron Le Roys Massnahmen dürfen die Kellermeister nur 13 Rebsorten vinifizieren. Der Grossteil davon ist rot, denn das Hauptaugenmerk gilt Rotwein-Cuvées. Zugelassen sind unter anderem Grenache, Cinsault, Mourvèdre, Syrah, Muscardin, Counoise und Clairette. Auch weisse Sorten wie Bourboulenc, Clairette Blanche und Grenache Blanc sind in Châteauneuf-du-Pape anzutreffen, werden jedoch vergleichsweise selten zu Weissweinen verarbeitet.

Die voll ausgereiften Trauben werden getrennt geerntet und gekeltert. Erst später wird das Cuvée nach dem Rezept der jeweiligen Domäne zusammengestellt. In den meisten Châteauneuf-du-Pape-Weinen überwiegt Grenache. Die säurearme und alkoholreiche Rebsorte macht meist 50 bis 70 Prozent aus. Häufig geht sie mit dem stark tanninhaltigen Mourvèdre sowie Syrah eine harmonische Verbindung ein. Einige Winzer beschränkten sich auf wenige Sorten, andere, wie beispielsweise das berühmte Château de Beaucastel, stellen aus allen 13 Sorten ein komplexes Cuvée her. 

Geschmacksbild eines Châteauneuf-du-Pape-Weins

Das Aroma eines Châteauneuf-du-Pape erinnert an reife dunkle Früchte. Zu dem fruchtigen Ausdruck gesellen sich würzige Nuancen. Typisch ist der hohe Alkoholgehalt, der sich dank der ausgeprägten Fruchtigkeit jedoch keineswegs negativ auf den Geschmack auswirkt.

Unterschiede sind vornehmlich terroirbedingt: Je nach Bodentyp, Sortenmischung und Jahrgang variiert die Würze eines Châteauneuf-du-Pape-Weins. Mal erinnert sie an Kräuter, mal an Pfeffer oder Oliven. Dominiert die Rebsorte Grenache deutlich, fallen die Cuvées üppiger aus, und ihr Geschmack ähnelt Kirschen, roten Beeren und getrockneten Pflaumen. Die meisten Domänen verschneiden Trauben unterschiedlicher Herkunft miteinander, um eine grössere Einheitlichkeit ihrer Produkte sowie eine stärkere Geschmackskomplexität zu erreichen. Die meisten Weinerzeuger lassen den Châteauneuf-du-Pape mindestens zwei Jahre im Fass reifen.

Allgemein sind zwei Arten von Stilrichtungen beliebt. Anhänger traditionellen Kelterns produzieren einen vom Charakter her würzigen und alkoholreichen Typus von tiefroter Farbe, dem eine mehrjährige Lagerung zu noch mehr Komplexität verhilft. Die zweite Machart bringt mittels Kohlensäure-Maischung einen jung trinkbaren Châteauneuf-du-Pape-Wein von frischem Aroma und niedrigerem Alkoholgehalt hervor.

Zu den namhaftesten Domänen von Châteauneuf-du-Pape gehört zum Beispiel das Weingut Château de Beaucastel, welches nach dem alten Rezept der Familie Perrin temperamentvolle Rotweine produziert. Hervorzuheben ist ebenso das Château Rayas. Rote Cuvées von feiner Struktur und ausgezeichneter Lagerfähigkeit zählen zum Spezialgebiet dieser Domäne. Auch das Château Fortia überzeugt dank einer rigorosen Ertragsbeschränkung sowie einem 12 bis 18 Monate währenden Barriqueausbau mit erlesenen Tropfen.

Zu den grossen und im Weinhandel heiss begehrten Châteauneuf-du-Pape-Jahrgängen gehören unter anderem Erzeugnisse der Jahre 1990, 1998, 2007 und 2010.

Sie möchten einen Châteauneuf-du-Pape kaufen? Der Online-Shop von Mondovino garantiert ebenso wie die Coop-Verkaufsstellen Spitzenqualität und bietet eine grosse Auswahl an edlen Tropfen aus Frankreich