Weissweine aus Spanien: Airén – und was sonst?

Für viele ist Spanien ein Rotwein-Land. Dabei entstehen in den Bodegas des Landes auch Weissweine von internationalem Format. Vor allem Katalonien und das Weinbaugebiet Rueda haben Spaniens Weissweinen zu grosser Anerkennung verholfen. Die Weine zeichnen sich durch Frische und eine grosse aromatische Bandbreite aus. Dabei hat die am häufigsten angebaute Weissweinrebe aus Spanien gar nicht den besten Ruf.

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Die verbreitetste Weissweinrebsorte Spaniens

Die Weissweinrebsorte Airén wird am meisten angebaut. Spanische Winzer nutzen sie vor allem als Verschnitt für Konsum- und Tafelweine. Deswegen ist Airén bei Weinkennern nicht wohlgelitten. Darüber hinaus werden aus den Trauben viele spanische Branntweine destilliert. Das Hauptanbaugebiet ist Kastilien-La Mancha, wo die dürrebeständige und ertragreiche Rebe grossflächig angebaut wird. Die Stellung der Rebsorte ist allerdings nicht stabil. In den vergangen Jahrzehnten ist die Anbaufläche kontinuierlich kleiner geworden. 1990 lag diese noch bei 476.396 Hektar, im Jahr 2010 nur noch bei 252.364 Hektar.

Cayetana Blanca ist eine andere weitverbreitete weisse Rebsorte, die ebenfalls häufig zur Destillation von Weinbrand verwendet wird. Aus ihr entsteht beispielsweise der Brandy de Jerez. Diese Rebe ist vor allem in den Regionen Extremadura, Andalusien und La Mancha anzutreffen.

Spanische Weissweine aus Rueda

Vor allem eine Region hat Weissweine aus Spanien international erfolgreich gemacht: Rueda. Das Weinbaugebiet liegt in der Region Kastilien-León. Die Mehrzahl der Weinberge findet sich auf einem Plateau an den Ufern des Duero. Dort herrscht ein ausgeprägtes Kontinentalklima mit heissen und trockenen Sommern und kalten langen Wintern. Auch im Frühling kann die Temperatur nachts unter den Gefrierpunkt fallen. Kalkhaltige Lehmböden bringen fruchtige und säurebetonte Weissweine hervor.

Den DO-Status hat die Region bereits seit 1980 inne, die Wein-Tradition reicht aber noch viel weiter zurück: Spanische Könige förderten den Weinbau bereits seit dem 11. Jahrhundert. In den alten Felsenkellern der Region werden vereinzelt noch heute Weine gelagert. Die wichtigste Rebsorte in dieser Region ist Verdejo.

Verdejo: fruchtiger und erfrischender Weisswein aus Spanien

Die autochthone Rebsorte ergibt aromatische und fruchtige Weine und wird auch heute ausschliesslich in Spanien angebaut. Je nach Ausbau zeichnet sich dieser spanische Weisswein durch erfrischende Säure, charakteristische Würze und Zitrusaromen aus. Die Verdejo-Rebe wird sowohl mit anderen Sorten verschnitten als auch sortenrein ausgebaut. Der Name Verdejo bedeutet so viel wie der „der Grünliche“ und verweist auf die charakteristische Farbe des Weins und der dickschaligen Trauben. Neben Rueda ist Tierra de León das wichtigste Anbaugebiet für diese Rebsorte. Mitunter wird sie mit einer Rebe verschnitten, die ebenfalls für edlen Weisswein aus Spanien steht: Macabeo.

Die Rebsorte Macabeo

Die Macabeo-Rebe wird vorrangig im Norden Spaniens angebaut, besonders in Katalonien. Mit einer Anbaufläche von rund 38.000 Hektar ist sie in Spanien deutlich häufiger anzutreffen als Veredejo mit 16.578 Hektar (Stand 2010). Die Weine haben einen blumigen Charakter sowie ein gutes Alterungspotenzial und sind hervorragend für den Ausbau in Barrique geeignet. Auch im Anbaugebiet Rioja, das vor allem für hochklassigen Rotwein steht, ist diese weisse Rebsorte vertreten – allerdings unter dem Namen Viura. Die Macabeo-Traube ist ausserdem eine von drei Verschnittsorten für den katalanischen Schaumwein Cava.

Die verbreitetsten weissen Rebsorten nach ihrer Anbaufläche (Stand 2010):

  • Airén: 252.364 Hektar
  • Cayetana Blanca: 39.593 Hektar
  • Macabeo: 38.417 Hektar
  • Palomino: 18.36 Hektar
  • Verdejo: 16.578 Hektar