Dessertwein aus der Schweiz

Auch die Schweiz hat finessenreiche Süssweine zu bieten. Obgleich süsse Tropfen eher südlicheren Gefilden vorbehalten sind, erfreut sich insbesondere das Wallis eines günstigen Klimas. Die Trauben können an den Reben trocknen, gewinnen an Süsse und Aroma. Sie passen wunderbar zu Desserts, Schokolade, würzigem Käse – und sind auch solo ein Genuss.

Das Wallis – die Hochburg der Schweizer Süssweine

Mit Fug und Recht kann sich das Wallis als Zentrum der Schweizer Süssweine bezeichnen. Dort herrscht ein Klima, das die Herstellung von süssen Tropfen begünstigt. An den beeindruckend steilen Hängen herrschen Tag- und Nachtunterschiede, die für ein ausgezeichnetes Mostgewicht sorgen. Ein warmer Föhn weht ebenfalls über die schwindelerregend hohen Weinberge hinweg. Das führt zu einer hohen Zuckerkonzentration – eine wichtige Voraussetzung für die Kelterung von Dessertweinen in der Schweiz.

Damit die Trauben lange am Rebstock hängen und dabei unversehrt bleiben, bedarf es eines guten Timings. Nur die späte Ernte intakter Früchte bewirkt, dass sich die Süsse durch Eintrocknen konzentriert und mit etwas Glück der Grauschimmelpilz eine Edelfäule hervorruft. Der Pilz perforiert die Beerenhaut, sodass Wasser verdunstet. In der Folge verdichten sich Süsse sowie Aroma und ein Säureabbau sorgt für Milde.

Nur spezielle klimatische Bedingungen bringen diesen Prozess in Gang und verhindern, dass die ungeernteten Beeren ungeniessbar werden. Das Wallis erfreut sich jedes Jahr eines goldenen Spätherbstes. Viel Sonne sorgt für heisse und trockene Tage, sodass die überreifen Trauben gut eintrocknen. Nachts kühlt es sich ab und der Morgentau tut ein Übriges, damit der Pilz die Edelfäule in Gang setzt und dem Süsswein der Schweiz komplexe Aromen beschert.

Die Schweizer Sauternes

Die meisten dabei entstehenden edelsüssen Tropfen reichen durchaus an die Güte der berühmten Sauternes und ihres ungarischen Pendants, dem Tokaji, heran. Doch mitunter schwankt die Qualität, entweder, weil die Weine nachträglich mit Zucker angereichert wurden, oder weil ein zu hoher Alkoholgehalt zu unharmonischen Ergebnissen führt. Um Qualitätsstandards zu setzen, taten sich einige Walliser Winzer zum Verbund „Grain Noble ConfidenCiel“ zusammen. Damit der Dessertwein aus der Schweiz einen besonderen Charakter erhält, besannen sie sich auf heimische Rebsorten. Sie verwenden ausschliesslich autochthone Schweizer Trauben wie Petite Arvine, Ermitage, Amigne und Heida, die ebenfalls durch Überreife eine konzentrierte Süsse erhalten; mit Erfolg – denn die Nachfrage nach diesen Süssweinen aus der Schweiz ist gross. Gemäss den Leitsätzen der Winzer muss ein guter Dessertwein folgende Kriterien erfüllen:

  • Nur traditionelle Walliser Sorten von mindestens 25 Jahre alten Reben der besten Lagen werden gekeltert.
  • Die Süsse muss auf natürliche Weise durch Überreife beziehungsweise durch den Pilz Botrytis cinerea zustande kommen. Der Zuckergehalt des Mosts beträgt mindestens 130 Grad Oechsle.
  • Der Süsswein reift mindestens zwölf Monate im Barrique.
  • Im Rahmen einer Degustation werden die Ergebnisse geprüft. Nur die besten Weine werden prämiert.

Die rund 30 Produzenten verpflichten sich zur Einhaltung dieser Standards und dürfen daraufhin ihre Flaschen mit dem Label „Grain Noble ConfidenCiel“ schmücken. Das Ergebnis sind finessenreiche Tropfen von ausgewogener Süsse und guter Haltbarkeit. Die weissen Walliser Trauben verleihen diesem kostbaren Dessertwein aus der Schweiz eine glänzend goldene Farbe und ein komplexes, fruchtiges Aroma.

Flétri – ein gefragter Süsswein aus der Schweiz

Neben den edelsüssen „Walliser Sauternes“ gibt es weitere Süssweine aus der Schweiz, deren Süsse nicht durch pilzbefallene Beeren entsteht.

Der sogenannte Flétri ist eine weitere Schweizer Spezialität. Bei dieser Sorte werden die rosinierten Beeren nicht vom Grauschimmelpilz befallen. Bei einem Flétri (französisch für „verwelkt“) verdorren die Früchte zwar ebenfalls am Rebstock, doch die Schale der geschrumpften Trauben bleibt intakt. Da die Schalen wichtige Aromastoffe enthalten, kommt bei einem Flétri der Charakter der Traubensorte deutlicher zum Vorschein. Neben typischen Walliser Trauben kommen auch andere internationale Sorten wie beispielsweise Pinot Gris und Silvaner zum Einsatz.

Grosses Ansehen geniesst beispielsweise der „Hurlevent Dessert“, ein Süsswein aus dem Schweizer Haus Les Fils de Charles Favre. Dieser cremig-vollmundige Tropfen betört durch sein Honig-Bouquet, seine fruchtigen Aromen und seine gute Säurestruktur.

Neben dem Flétri und den edelsüssen Varianten finden Liebhaber feiner Süssweine in der Schweiz auch Eisweine. Der Hintergrund der Bezeichnung „Eiswein“ liegt auf der Hand: Die gefrorenen Trauben müssen bei -8 °C geerntet werden. Doch muss sich der Frost rechtzeitig einstellen, andernfalls sind die Früchte nicht mehr zu gebrauchen. Die Winzer sind vollkommen vom Wetter abhängig und gehen jedes Jahr ein grosses Risiko ein. Daher kann jeder stolz sein, der eine dieser seltenen Schweizer Eisspezialitäten ergattern kann. Er kommt in den Genuss einer grossen Fülle an Aromen und geniesst die perfekte Balance zwischen konzentrierter Süsse sowie erfrischender Säure.

Cremig-süsse und hocharomatische Tropfen erhalten Sie im Onlineshop von Mondovino. Auch in den Coop-Verkaufsstellen erwartet Sie das Beste, was die Schweiz an Weinen zu bieten hat.