Sekt: Italiens perlende Weine

Italien hat zahlreiche hochwertige Schaumweine zu bieten. Ob trockener, flaschengegorener Prosecco aus Venetien oder fein perlender Asti Spumante aus Piemont: Die Vielfalt an Sekt aus Italien ist gross. Liebhaber der schäumenden Getränke finden unter den vielen italienischen Schaumweinen daher mit Sicherheit einen, der ihren Geschmack trifft.

Die Vielfalt italienischen Sekts

Sekt, Schaum- oder Perlwein? Die unterschiedlichen Bezeichnungen für schäumenden Wein sorgen regelmässig für Verwirrung. Die Begriffe verweisen dabei lediglich auf die unterschiedlichen Herstellungsverfahren.

Bei den italienischen Bezeichnungen verweisen einige – wie Spumante oder Frizzante – ebenfalls auf das Herstellungsverfahren, auf den Alkoholgehalt oder Kohlensäure-Überdruck. Andere, wie Prosecco, sind hingegen reine Herkunftsbezeichnungen. So gibt es beispielsweise Prosecco Spumante oder Prosecco Frizzante.

Umgangssprachlich werden zwar viele Schaumweine von hoher Güte als italienischer Sekt bezeichnet. Doch lässt sich die hierzulande gebräuchliche Bezeichnung Sekt nicht ohne weiteres auf Italien übertragen. Nach EU-Recht gelten für italienischer Winzer feste Qualitätskriterien. Den strikten Auflagen zufolge darf nicht jede Flasche mit perlendem Wein als Sekt verkauft werden. Das tut der Popularität italienischer Schaumweinprodukte allerdings keinen Abbruch.

Streng genommen sind nur solche Qualitätsschaumweine tatsächlich Sekt, die mindestens einen Alkoholgehalt von 10 Prozent aufweisen. Darüber hinaus müssen die Trauben für den stillen Grundwein aus demselben Anbaugebiet stammen. Zudem darf dem Grundwein keinesfalls künstlich Kohlensäure hinzugefügt werden. Den perlenden Charakter erhält der Sekt in Italien demnach ausschliesslich über eine zweite Gärung. Diese Kriterien erfüllen jedoch keineswegs alle Schaumweine aus Italien. Um die Spreu vom Weizen zu trennen, geben Angaben zum zweiten Gärungsverfahren Aufschluss über die Qualität eines Schaumweins beziehungsweise Sekts aus Italien.

Den höchsten Genuss versprechen die nach der Metodo Classico produzierten Tropfen. Dieses Verfahren ähnelt stark der Champagner-Herstellung. Die zweite Gärung erfolgt in der Flasche, statt in einem grossen Tank (Metodo Charmant). Gärt der Wein direkt in der Flasche, hat er mehr Kontakt mit der Hefe und das Ergebnis fällt besser aus. Da dieses Verfahren mehr Zeit erfordert und die Flaschen das Produktionsvolumen verringern, gehören diese Schaumweine zu den edelsten Weinen. Einen weiteren Anhaltspunkt für einen – den strengen Auflagen zufolge – echten italienischen Sekt liefert der pilzförmige Verschluss, der zumeist aus einem mittels einer Agraffe befestigten Korken besteht.

Prosecco oder Spumante?

Das wohl beliebteste Getränk Italiens ist der Prosecco. Eine geschützte Herkunftsbezeichnung weist darauf hin, dass Prosecco nur in Provinzen hergestellt wird, in denen seine Herstellung eine lange Tradition hat. Alle Proseccos verfügen über ein DOC-Siegel – zwei Sorten aus der Anbauregion Treviso wurde sogar die höchste Qualitätsauszeichnung DOCG verliehen. Ausschliesslich neun Provinzen Venetiens und Friaul-Julisch-Venetiens kommt die Ehre zu, ihren Wein Prosecco nennen zu dürfen. Für den wahren Prosecco müssen die Trauben in diesen Regionen gelesen, vinifiziert und der Wein in Flaschen abgefüllt werden.

Diese spezielle Art von Sekt aus Italien wird vornehmlich aus der weissen Traube Glera gewonnen und nach festen Regeln mit anderen Trauben wie beispielsweise Pinot Bianco oder Chardonnay verschnitten. Der Grundwein muss allerdings aus mindestens 85 Prozent Glera bestehen. Das Getränk gibt es in verschiedenen Varianten: Nur der Prosecco Spumante hat den Charakter eines echten Schaumweins. Daneben gibt es den nur leicht schäumenden Perlwein Prosecco Frizzante sowie Stillwein Prosecco Tranquillo.

Aber auch ausserhalb Venetiens produzieren die Italiener Qualitätsschaumweine – auch bekannt als Spumantes. Spumantes stellen den eigentlichen Sekt Italiens dar. Die Bezeichnung Spumante (spumare = schäumen) steht für einen hochwertigen, viel Kohlensäure enthaltenden Wein, der auch nach dem Einschenken ins Glas lange perlt und strohfarben leuchtet. Seine Qualität steht den traditionsreichen deutschen Sektkellereien in nichts nach. Spumante darf sich ein Sekt in Italien nur nennen, wenn er mindestens einen Alkoholgehalt von 11 Prozent und einen Kohlensäuredruck von 2,5 bar oder mehr hat. Darüber hinaus existieren verschiedene Qualitätsstufen. Einst produzierten die Winzer ausschliesslich Spumante als Flaschengärsekt. Mittlerweile ist auch das Tankverfahren zugelassen. Ein nach der aufwendigeren Metodo Classico gegorener Spumante ist mit den Aufdruck „rifermentazione in bottiglia“ etikettiert. Optisch erkennbar ist der Spumante ebenfalls an der Verkorkung mit einem pilzförmigen Verschluss. Zudem gibt die Flaschenfarbe Aufschluss: Ein echter Spumante ist in einer weissen oder grünen Flasche abgefüllt.

Den italienischen Sekt Spumante gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Bei einem Prosecco Spumante beispielsweise reicht die Palette von sehr trocken bis frisch. Je nach Vorliebe können Liebhaber schäumender Weine einen brut, extra dry, dry und demi-sec geniessen.

Sekt aus Italien: Wichtige Herkunftsgebiete

Neben den im Nordosten des Landes hergestellten Proseccos haben auch andere Regionen hochwertige Spumantes zu bieten. Hervorzuheben sind die östlich von Mailand im lombardischen Franciacorta gekelterten Schaumweine. Aus Rebsorten wie Chardonnay, Pinot Grigio und Nero entstehen sie in der Flasche nach der für Champagner typischen Méthode Champenoise.

Auch die Provinz Trentino ist für die Herstellung italienischen Sekts bekannt. Am weitesten verbreitet ist in Trentino die Tankgärung. Jedoch bevorzugen auch dort einige Sektkellereien die Metodo Classico.

Die Region Piemont bereichert die italienische Sektherstellung um einen süssen Spumante von höchster Qualität: den Asti Spumante. Er ist aromatisch und überzeugt durch eine ausbalancierte Restsüsse. Etwas mehr Alkohol und einen höheren Extrakt weist der in der Flasche gegorene Asti Spumante Metodo Classico auf. DOCG-Güte hat der aus der Traubensorte Moscato Bianco hergestellte Moscato d'Asti. Da dieser Piemont-Schaumwein weniger Alkohol als der Asti Spumante aufweist, fällt seine Süsse stärker ins Gewicht. Für eine besonders feine Perlage sorgt der niedrige Kohlensäuredruck. In Italien wird dieser Sekt vor allem als Aperitif oder Abschlusstrunk nach dem Dessert genossen.

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