Rotwein aus Italien – Traditionelle Vielfalt in hoher Qualität

So abwechslungsreich wie die Landschaft sind auch die Rotweine Italiens. Weinbau und -produktion des Landes haben ihre Wurzeln in der Antike und spielen deshalb seit jeher eine ganz besondere Rolle in der Kultur Italiens. Das wird sowohl an dem grossen Anteil autochthoner Rebsorten als auch an der hohen Qualität der italienischen Rotweine deutlich.

303 Weine

Persönliche Angaben

Bitte loggen Sie sich ein.
Diese Funktion steht Ihnen nur als registrierter Benutzer zur Verfügung.
Login Registrieren Weinnotizen schliessen

Weinbau in Italien – eine lange Tradition

Ohne Zweifel gehört der Rotwein zu Italien wie Pizza und Pasta. Kein Wunder, denn schliesslich hat der Weinbau eine sehr lange Tradition im Land. Italien ist eines der ältesten Weinbauländer der Welt. Die Ursprünge liegen in etwa in der Zeit um 1000 v. Chr. als Siedler aus Griechenland nach Süditalien kamen und begannen, dort so Wein anzubauen, wie sie es aus ihrer Heimat kannten. Einige Jahrhunderte später perfektionierten die Römer Weinanbau und -produktion, indem sie verschiedene Verfahren kombinierten und weiterentwickelten, die sie in eroberten Regionen kennengelernt hatten. Dazu gehörten neben der Pflege der Pflanzen auch die Aromatisierung des Weins sowie die Lagerung in Holzfässern. Es wurde viel Zeit und Mühe darauf verwendet, für jede Rebsorte optimale Anbaugebiete und -bedingungen ausfindig zu machen. Davon profitieren die italienischen Winzer noch heute, denn dieses uralte Wissen bildet den Grundstein für die ausserordentlich hohe Qualität der Rotweine in Italien.

Der Zerfall des Römischen Reiches wirkte sich auch auf die Weinkultur aus. Über Jahrhunderte hinweg spielte der Weinbau keine grosse Rolle mehr und wurde nur noch in Klöstern betrieben. Erst in der Renaissance besannen sich die Italiener wieder auf in Vergessenheit geratene Rebsorten und Weinbauverfahren.

Ab dem 19. und vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts festigte Italien seinen Ruf als Herkunftsland erstklassiger Weine. Die Anbauflächen nahmen zu und der Weinbau wurde zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor für das Land. Mit über einer Million Hektar Rebfläche bestand jedoch die Gefahr, dass die Qualität der Weine leidet. Aus diesem Grund wurde die Anbaufläche in den vergangenen Jahrzehnten deutlich reduziert. Der Ertrag ist nun zwar geringer, doch die Qualität des Weins nimmt durch das Roden alter Rebstöcke zu, sodass insbesondere die hohen Ansprüche an italienische Rotweine weiterhin erfüllt bzw. sogar noch übertroffen werden.

Italienischer Rotwein – autochthone Rebsorten statt internationaler Dauerbrenner

Auch wenn italienischer Weisswein ebenfalls mit seiner hohen Qualität überzeugt, ist es vor allem der italienische Rotwein, dem das Land seinen weltweiten Ruhm als Weinnation zu verdanken hat. In puncto Vielfalt der angebauten Rebsorten ist Italien unbestritten der weltweite Spitzenreiter. Die Qualität vieler Weine ist nicht zuletzt Resultat der Entscheidung der italienischen Winzer, sich nicht primär auf internationale Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Syrah oder Merlot zu verlassen. Sie setzen vor allem auf autochthone Rebsorten, die optimal auf Böden und klimatische Bedingungen der bekannten Weinbauregionen abgestimmt sind.

Die bekanntesten und wichtigsten autochthonen Rebsorten für Rotwein in Italien sind unter anderem:

  • Sangiovese
  • Montepulciano
  • Nebbiolo
  • Primitivo
  • Lambrusco
  • Corvina
  • Barbera

Besonders die Sorte Sangiovese spielt eine führende Rolle, da aus ihr der Chianti gewonnen wird – der mit Abstand bekannteste und – wenn er von einem Spitzenweingut stammt – auch einer der besten italienischen Rotweine. Weitere Spitzenweine sind zum Beispiel Bardolino, Barolo, Montepulciano, Barberesco und Brunello.

Italienischer Rotwein und seine Qualitätsbezeichnung

Auf Grundlage einer EU-Verordnung werden die Rotweine aus Italien seit 2009 in vier Qualitätsstufen unterteilt:

  • Vino: Unter dieser Bezeichnung werden einfache Tafelweine ohne Herkunfts- und Jahrgangsangaben vertrieben.
  • IGT (Indicazione Geografica Tipica): Hinter dieser Kennzeichnung verbergen sich Landweine einer bestimmten Region, aus der sich die charakteristischen Eigenschaften des jeweiligen Weins ableiten lassen. Die Qualität der Weine wird mithilfe technischer und chemischer Verfahren analytisch geprüft, bevor sie unter Angabe des Anbaugebiets, der Rebsorte und des entsprechenden Jahrgangs vertrieben werden.
  • DOC (Denominazione di Origine Controllata): Für die Qualitätsweine mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung sind entscheidende Faktoren wie die Angabe der Rebsorte, des Anbaugebietes und der Methode der Weinproduktion vorgeschrieben. Die Qualität der Weine wird nicht nur analytisch, sondern auch sensorisch – also auf Geruch, Geschmack und Optik hin – geprüft. Ein Wein erhält den DOC-Status erst, wenn er mindestens fünf Jahre lang eine gleichbleibend hohe Qualität vorweisen kann.
  • DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita): Weine mit der amtlich höchsten Kennzeichnung stellen die Spitzenklasse italienischer Rotweine dar. Ihre Herkunft und Echtheit wird mit der Klassifizierung als DOCG-Weine garantiert. Wie auch die DOC-Weine unterliegen sie einer strengen analytischen und sensorischen Prüfung. Ein Wein kann den DOCG-Status erst erreichen, wenn er mindestens fünf Jahre lang die Kriterien für den DOC-Status erfüllt hat.