Schaumweine Deutschlands: Prickelnder Riesling und Winzersekt

Schaumwein wird in Deutschland häufig aus Riesling hergestellt – der beliebtesten deutschen Rebsorte. Für deutschen Schaumwein hat sich die Bezeichnung Sekt eingebürgert – obwohl sie eigentlich nur für Qualitäts-Schaumweine zulässig ist. Auch davon gibt es in Deutschland so einige: Neben den Schaumweinen grosser Sektkellereien werden Sie vor allem Winzersekte mit ihrer ausgesprochen hohen Qualität überzeugen. Bei hochwertigen deutschen Schaumweinen wird das klassische Flaschengärverfahren angewandt.

Deutscher Schaumwein oder deutscher Sekt?

Sekt oder Schaumwein: Ist beides das Gleiche? Nicht ganz: Schaumwein muss in Deutschland mindestens 9,5 Volumenprozent Alkohol beinhalten, einen Überdruck von mindestens 3 Bar aufweisen und darf einen Schwefeldioxid-Gehalt von 235 Milligramm pro Liter nicht überschreiten. Sekt bezeichnet streng genommen ausschliesslich Qualitäts-Schaumweine, für die etwas andere Kriterien festgelegt sind: ein Alkoholgehalt von mindestens 10 Volumenprozent, mindestens 3,5 Bar Überdruck und maximal 185 Milligramm geschwefelte Säure pro Liter. Die Bezeichnung „Sekt“ ist nicht geschützt oder auf Deutschland beschränkt. Umgangssprachlich wird jeder deutsche Schaumwein meist als Sekt bezeichnet.

Ein Schaumwein enthält Kohlensäure, die er entweder durch Gärung entwickelt oder die ihm künstlich zugesetzt wird. Bei künstlich hinzugefügter Kohlensäure muss dies auf der Flasche vermerkt werden. Die meisten Schaumweine in Deutschland werden nach der "Méthode Charmat" hergestellt, dem Grossraum-Gärverfahren. Dabei findet die zweite Gärung der Grundweine in Stahltanks statt.

Die klassische Methode zur Herstellung von Champagner kommt jedoch ebenfalls in Deutschland zur Anwendung. Dabei läuft die zweite Gärung in der Flasche ab. Des Weiteren sind noch viele weitere Produktionsschritte streng vorgeschrieben. Da der Begriff „Champagner“ geschützt und auch ein direkter Verweis darauf nicht erlaubt ist, findet sich auf entsprechenden deutschen Schaumweinen nur die Kennzeichnung „klassische“ oder „traditionelle Flaschengärung“. Eine Bezeichnung wie „Flaschengärung im Champagnerverfahren“ ist dagegen nicht zulässig.

Eine Mischung aus beiden Methoden ist das Transvasierverfahren. Dabei findet die zweite Gärung zwar in der Flasche statt, anschliessend wird der Schaumwein jedoch in Tanks gefüllt, um ihn zu filtern. Erst danach folgt die endgültige Abfüllung in Flaschen. Dieses Verfahren erleichtert und beschleunigt das Entfernen der Hefeablagerungen. Damit auf dem Etikett mit einer „Flaschengärung“ geworben werden darf, muss die zweite Gärung in der Flasche mindestens 9 Monate gedauert haben und der Schaumwein im Anschluss noch mindestens 60 Tage auf der Hefe geruht haben.

Schaumwein aus Deutschland: Von herb bis mild

Der Anteil des Zuckers im Schaumwein wird in Deutschland mit den Bezeichnungen „herb“, „trocken“, „halbtrocken“ sowie „mild“ angegeben. Ein extraherber Schaumwein hat nur noch 0 bis 6 Gramm Zucker pro Liter, wohingegen ein halbtrockener 32 bis 50 Gramm beinhaltet. Bei höheren Werten wird ein deutscher Schaumwein mit der Bezeichnung „mild“ gekennzeichnet. Da Schaumwein aufgrund der Kohlensäure generell weniger süss schmeckt und die Säure stärker hervortritt, ist der Süssegrad anders gewichtet als bei einem Stillwein.

Winzersekt: Deutscher Qualitäts-Schaumwein

Es gibt zwar keinen so prestigeträchtigen deutschen Schaumwein wie den Champagner, nichtsdestotrotz werden auch in Deutschland sehr hochwertige Schaumweine nach derselben Methode produziert. In Deutschland greift man zum Winzersekt, wenn man sich einen besonders edlen Tropfen gönnen möchte. Die kleinen Produzenten legen viel Wert auf Qualität und befolgen alle Schritte der traditionellen Flaschengärung – bis hin zum Rütteln der Flaschen per Hand.

Winzersekt ist ein Sekt „b. A.“, das heisst, er stammt aus bestimmten Anbaugebieten. Der Schaumwein muss direkt vom Erzeuger produziert werden und darf ausschliesslich aus den eigenen Trauben bestehen. Guter Winzersekt kann sowohl sortenrein ausgebaut werden, als auch in Form einer Cuvées verschnitten sein, die aus mehreren Rebsorten besteht. Generell wird Schaumwein in Deutschland recht häufig sortenrein ausgebaut – anders als z. B. in Frankreich.

Riesling – die Rebsorte des deutschen Schaumweins

Die bevorzugte Rebsorte deutscher Schaumwein-Produzenten ist der Riesling. Kein Wunder, denn die Weissweintraube wächst nachgewiesen seit über 500 Jahren in Deutschland und ist perfekt an das Klima angepasst. Bereits die Stillweine weisen eine frische Säure auf – für prickelnden Schaumwein ist diese Rebsorte somit ideal geeignet. Riesling wird in Frankreich übrigens ausschliesslich im Elsass angebaut, die meisten französischen Schaumweine entstehen aus anderen Rebsorten. Weitere beliebte Rebsorten für deutsche Schaumweine sind Chardonnay, Ruländer und Weissburgunder. Bei der Angabe der Rebsorte auf dem Etikett müssen mindestens 85 Prozent von dieser Traube stammen.

Grosse Marke oder kleiner Geheimtipp: Schaumweine Deutschlands bei Mondovino

Unter den Schaumweinen aus Deutschland finden sich zunehmend edle Tropfen, die bezüglich Herstellungsverfahren und Qualität dem Champagner kaum in etwas nachstehen. Auch aufgrund des entsprechend höheren Preises machen die Winzersekte nur einen Bruchteil der Gesamtproduktion deutscher Schaumweine aus. Die grossen Marken wie Rotkäppchen, Henkell und Söhnlein dominieren den Markt. Den Hauptteil ihrer Schaumweine produzieren diese Häuser im Grossraum-Gärverfahren. Fast alle bieten aber auch Weine an, die im traditionellen Flaschengärverfahren hergestellt werden.

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