Deutschland und seine Rotweine

Eines lässt sich mit Gewissheit sagen. Die Deutschen Winzer haben in den vergangenen Jahrzehnten dazugelernt. Das gilt nicht allein für den deutschen Vorzeigewein Riesling, sondern auch für einige Rotweine aus Deutschland. Das gilt allen voran für Spätburgunder und die berühmteste aus Deutschland stammende Rotweinrebe Dornfelder.

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Der Spätburgunder: Ein Rotwein aus Deutschland mit internationalem Format

Spätburgunder oder Pinot Noir ist die in Deutschland am häufigsten angebaute rote Rebsorte. Sie stammt ursprünglich aus dem Burgund, wo ihr Anbau schon seit dem 8. Jahrhundert dokumentiert ist. Unter den richtigen Bedingungen kann diese edle Rebsorte besonders vollmundige und samtige Rotweine ergeben. Dabei sind die Anforderungen an Klima und Boden durchaus anspruchsvoll. An den Steillagen der Ahr in Rheinland-Pfalz bilden Lage, Bodenstruktur und regionales Klima mustergültige Voraussetzungen für den Spätburgunder. Auch in Baden und Franken werden herausragende deutsche Rotweine aus dieser Rebe gekeltert. Bei entsprechendem Ausbau erreicht der Spätburgunder eine faszinierende Balance aus fruchtigen Aromen und strukturierenden Tanninen. Dieser erfolgt häufig in Barrique, wodurch der Wein zusätzlichen Nuancenreichtum erhält.

Deutschlands berühmteste Rotwein-Rebsorte

Nach Spätburgunder ist Dornfelder die am zweithäufigsten in Deutschland angebaut Rebsorte. August Herold hat sie 1955 erstmals aus den Sorten Helfensteiner und Heroldrebe in Weinsberg gekreuzt. Namensgeber ist Imanuel Dornfeld – Gründer der Weinbauschule in Weinsberg. Ihr Aufstieg begann in den 1970er Jahren, und sie hat sich seitdem zur erfolgreichsten deutschen Neuzüchtung überhaupt entwickelt. Am häufigsten wird die robuste und ertragreiche Rebe in Rheinhessen und in der Pfalz angebaut. Die Trauben ergeben fruchtige und würzige Rotweine. Als Aroma dominieren häufig Sauerkirsche und Brombeere. Wenn der Wein in Holzfässern ausgebaut wird, rücken die Fruchtaromen in den Hinter- und die Tannine dafür in den Vordergrund. Die Weine haben in der Regel eine dunkelrote Färbung.

Der Portugieser: Nummer 3 unter Deutschlands Rotweinen

Mit 3.469 Hektar Rebfläche ist der blaue Portugieser die am dritthäufigsten vertretene rote Rebsorte in Deutschland. Die meisten mit Portugieser bestockten Flächen liegen in der Pfalz und Rheinhessen. Aus dieser Traube entstehen süffige und tanninarme Rotweine. Beim Trinken entfalten die rubinroten Weine leichte Aromen der Johannis- und Himbeere. Auch wenn es der Name nahelegt, ist die Herkunft der Rebsorte nicht vollständig geklärt. Vieles spricht dafür, dass es sich dabei um eine in Österreich beheimatete Sorte handelt.

Weitere beliebte Rotweine aus Deutschland: Lemberger und Trollinger

Der deutsche Rotwein ist von regionalen Spezialitäten geprägt, die im Export allerdings nur eine untergeordnete Rolle spielen. Das Schwabenland in Baden-Württemberg ist Trollinger-Land. Die Rebe ist in anderen Weinbaugebieten Deutschlands dagegen eine Rarität. Allerdings handelt es sich beim Trollinger nicht um eine autochthone Rebsorte. Der Name Trollinger ist eine Verballhornung von „Tirol“, dem Ursprungsgebiet der Traube. Hier ist sie vor allem als Schiava bekannt. Dieser deutsche Rotwein ist sehr bekömmlich und fruchtig und ist auch an warmen Sommertagen ein guter Begleiter zur Mahlzeit.

Der blaue Limberger oder Lemberger ist eine andere Spezialität aus Baden-Württemberg. Die Rebsorte stellt hohe Ansprüche an die Lage, bietet dafür aber auch grosses Potential. Aus den Trauben können sowohl leichte und fruchtige als auch tanninbetonte Rotweine gekeltert werden. Das Aromenprofil des Lembergers ist vielfältig und reicht von Süsskirsche über Stachelbeere bis hin zu vegetativen Aromen. Die Herkunftsregion des Weins liegt in Österreich und Ungarn. Hier ist der Lemberger als Blaufränkisch oder Kékfrankos bekannt.

Die Regent Rebsorte ist eine Neuzüchtung, die in den vergangen Jahren enorm an Bedeutung gewonnen hat. Während die Rebfläche 1997 nur bei 70 Hektar lag, ist sie 2014 auf knapp 2.000 Hektar gestiegen. Die Kreuzung der Sorte erfolgt 1967. Aus ihr entstehen eher untypische deutsche Rotweine mit dunkelroter Farbgebung, samtigen Tanninen und Kirscharomen. Der Erfolg der Rebsorte liegt nicht zuletzt darin begründet, dass sie gegen Frost und Mehltau resistent ist.

Die am häufigsten in Deutschland angebauten Rebsorten im Überblick (Stand 2014):

  • Spätburgunder 11.783 Hektar
  • Dornfelder 8.015 Hektar
  • Portugieser 3.469 Hektar
  • Trollinger 2.287 Hektar
  • Schwarzriesling 2.084
  • Regent 1.990 Hektar
  • Blauer Limberger 1.820 Hektar