Roséweine aus Deutschland

Je nach Herstellungsart und -dauer unterscheiden sich Roséweine in ihrer Farbintensität und der Ausprägung der Aromen. So zeichnen sich typische Roséweine aus Deutschland durch andere Eigenheiten aus als die Roséweine aus anderen Regionen. Jeder Rosé ist eben etwas Besonderes.

Was kennzeichnet Roséweine?

Einen Roséwein kann man schon anhand der Färbung schnell von anderen Weinsorten unterscheiden: Anders als bei Rotweinen, die meist von deutlich kräftigerer, dunklerer Rotfärbung sind, reicht die Farbe eines Rosés von einem milden Rosa bis zu einem hellen Rot.

Aufgrund dieser speziellen Färbung könnte man vermuten, dass Roséwein einfach durch eine Vermengung von Weiss- und Rotwein entsteht. In Wirklichkeit ist die Produktion eines Roséweins natürlich etwas komplexer. Zur Herstellung eines Roséweins werden ausschliesslich Rotweintrauben verwendet; ein echter Roséwein beinhaltet somit keinen Anteil an weissen Trauben. Allerdings mischt man zur Herstellung mitunter die Trauben unterschiedlicher Rotweinsorten.

Es gibt lediglich eine Ausnahme, bei der zehn bis zwanzig Prozent Rotwein unter den Weisswein gemischt werden dürfen: Den Rosé-Schaumwein. Bekannt und beliebt ist dieser auch als Rosé-Sekt.

Wie wird Roséwein hergestellt?

In Deutschland wird Roséwein durch unterschiedliche Herstellungsverfahren gewonnen: Zum einen wäre da die sogenannte Mazeration: Hierbei wird die Maische, bestehend aus Most, Traubenschalen und -kernen, einige Zeit lang stehen gelassen, damit der Most an Farbintensität und Aroma gewinnt. Je nach Rosésorte kann das nur einige Minuten oder auch Stunden dauern. Länger als einige Stunden sollte der Most jedoch nicht von den Schalen eingefärbt werden, denn dann kommt das entstandene Getränk einem Rotwein nahe. Zum anderen können die Trauben auch direkt gepresst werden, wodurch ein recht heller Most entsteht. Die Schalen der Trauben berühren bei dieser Technik niemals den Most.

Des Weiteren kann der Winzer die Saignéemethode (auch „Bluten“ genannt) anwenden. Vom Prinzip her ähnelt diese Vorgehensweise der Mazeration. Allerdings gibt es einen kleinen, aber feinen Unterschied: Anstatt die Schalen nach einer gewissen Gärungszeit zu entfernen, wird nach ein paar Stunden ein Teil des Mosts abgelassen. Die Flüssigkeit, die im Behälter verbleibt, wird im Regelfall zu Rotwein verarbeitet. Der zuvor abgelassene Most ist die Grundsubstanz für den Roséwein.

Zu guter Letzt besteht auch die Möglichkeit des sogenannten Schönens. Dies ist eine Methode zur Aufhellung des Weins. Mit Hilfe von Aktivkohle wird der Wein von den Gerbstoffen befreit und erhält dadurch eine hellere Farbe. 

Roséweine – einzigartige Vielfalt

Da man für die Produktion von Roséwein eine Vielzahl an roten Rebsorten verwenden kann, ist auch die Zahl an unterschiedlichen Geschmacksnuancen und Farbabstufungen sehr hoch. Zu den helleren Roséweinen zählen beispielsweise der Cerasuolo aus Italien oder der Vin gris aus Frankreich. Dunklere Farbabstufungen haben in der Regel der Siller aus Ungarn oder der Chiaretto aus Italien.

In Deutschland sind zum Beispiel der Spätburgunder oder der Portugieser gefragte Roséweine.

Weissherbst – aussergewöhnlich und exklusiv

Ein besonders edler Roséwein aus Deutschland ist der Weissherbst, der von eher heller Farbe und als ausgezeichneter Prädikatswein bekannt ist. Dieser Roséwein darf ausschliesslich aus einer Rotweinsorte gewonnen werden. Insgesamt müssen 95 Prozent hell gekelterter Wein sein. Um eine leichte roséfarbene Nuance zu erreichen, ist es dem Winzer allerdings gestattet, 5 Prozent Rotweinmost derselben Weinsorte damit zu verschneiden. Zur Herstellung greift man meist auf die Saignéemethode zurück.

Der Weissherbst ist nicht an eine bestimmte Rebsorte gebunden, sondern zeichnet sich vor allem durch seine weitgehend sortenreine Verarbeitung aus. Welche Rebsorte für die Herstellung des Weissherbstes genutzt wurde, lässt sich dabei dem Etikett entnehmen.

Roséweine: Welche Geschmacksnuancen gibt es?

Die meisten Roséweine aus Deutschland sind als trockene und halbtrockene Variante verfügbar. Der Weissherbst hingegen zeichnet sich oftmals durch ein süsses Aroma mit einer leichten Honignote aus. Er ist mild und fruchtig zugleich und wird deshalb gerne als Getränk im Sommer angeboten.

Einen Weissherbst sollten Sie bei 8 bis 12 Grad Celsius servieren, dann ist er an warmen Tagen wunderbar erfrischend. Er passt sehr gut zu leichten Gerichten mit Fisch oder Geflügel, kann aber auch als Aperitif gereicht werden.