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Weinknigge

In unserem kleinen Weinknigge erfahren Sie viele wertvolle Tipps zu Ausschank, Aufbewahrung, Anstossen und Servierfolge.

Rotweine sind optimal bei etwa 16 Grad temperiert. Weissweine entfalten sich bei 12 Grad wunderbar. Bei den Weingläsern ist das Wichtigste, dass sich der Kelch nach oben verjüngt, damit die Aromastoffe zur Nase gelenkt werden.

1. Temperatur

Schaumwein und leichte Weissweine kalt, bei 8 bis 10 Grad geniessen.
Schwerere, holzgereifte Weissweine bei 10 bis 12 Grad.
Rotweine entfalten sich am besten bei 15 bis 18 Grad.

2. Öffnen

Weine direkt nach dem Öffnen probieren, um Weinfehler auszuschliessen. Ausser einfache, leichte Weissweine, gewinnen fast alle Weine mit Luft. Es ist deshalb empfehlenswert, die Flasche früh genug zu entkorken und komplexere Weine wenn möglich in eine Karaffe umzugiessen.
Alte, gereifte Rotweine sollten vorsichtig oder überhaupt nicht dekantiert werden. Diese reagieren stark mit der Luft und können innerhalb kurzer Zeit oxidieren.
Die Kapsel schneidet man knapp unterhalb des Flaschenrandes sauber ab, damit die Flasche so unversehrt wie möglich aussieht. Anschliessend den Korken sanft herausziehen, wobei man die Flasche (und damit auch das Depot) so still wie möglich hält.

3. Dekantieren

Als Dekantiergefäss lassen sich fast alle geschmacksneutralen Behälter verwenden, ideal aber ist Glas, das die Farbe des Weins gut zeigt. Der ideale Dekanter hat einen Verschluss, damit zarte Erzeugnisse der Luft nicht stärker als nötig ausgesetzt sind.

4. Glaswahl

Ein mittelgrosses Weinglas, das nach oben hin konisch zuläuft, reicht für die meisten Zwecke aus – sowohl für Rotwein als auch für Weisswein. Je enger ein Glas nach oben zuläuft, desto intensiver werden die Aromen wahrgenommen.
Grundsätzlich gilt: subtile Weine aus engen, fruchtintensive Tropfen aus bauchigeren Gläsern geniessen. Ein gutes Schaumweinglas (ein Flute, keine Schale), gehört ebenfalls zur Grundausstattung eines regelmässigen Weingeniessers.
Gläser, die lange nicht mehr verwendet worden sind, zuerst auf Fremdgeruch prüfen und falls nötig ausspülen.

5. Ausschank

Die Flasche mit der Etikette nach oben halten und nicht auf den Glasrand auflegen. Um das Tropfen beim Einschenken zu vermeiden einen Ausgiesser verwenden (Drop Stop o.ä.). Bei gereiften und schweren Rotweinen darauf achten, dass ein allfälliges Depot (Ansammlung von Trübstoffen am Flaschenboden) in der Flasche zurückbleibt und nicht mit dem letzten Glas mit ausgeschenkt wird. Das Weinglas nie weiter als bis zu einem Drittel befüllen, da das Halten sonst zum Balanceakt wird und sich das Bouquet nicht richtig entfaltet.
Der Gastgeber schenkt sich selber zuerst einen kleinen Schluck ein und überprüft den Wein auf seine Temperatur oder auf Fremdgeschmack, dann erst schenkt man den Gästen ein.
Als Gast nie selber nachschenken, das ist Sache des Gastgebers. Halb volle Gläser nicht nachfüllen.

6. Anstossen

Die Weingläser werden am Stiel angefasst, um den Inhalt nicht unnötig zu erwärmen und da sich so ein angenehmer Klang beim Anstossen ergibt. In weltläufigen Kreisen wird heute vielfach aber auf die Sitte des Anstossens, des Zuprostens und Ähnlichem verzichtet. Vielmehr beginnt jeder nach Belieben mit dem Trinken. Wird dennoch angestossen sollte man dem Gegenüber in die Augen schauen.

7. Trinken

Vor dem Trinken mit der Serviette den Mund abtupfen, damit das Glasrand keine Speise-, Lippenstift- oder Fettspuren abbekommt.
Nie mit vollem Mund trinken und den Kopf in den Nacken legen. Das Weinglas muss nicht nach jedem Schluck abgesetzt werden. Man kann es durchaus in der Hand behalten, um einen zweiten Schluck zu nehmen.

8. Servierfolge

Ein junger Wein, zuerst gereicht, rückt die besonderen Qualitäten eines gereiften ins rechte Licht; ein Weisser bereitet oft den Boden für einen Roten, ein leichter Tropfen für einen schweren, ein trockener für einen süssen. Die Reihenfolge nicht umkehren, da leichte, einfache Weine von schweren, gereiften Weine in den Schatten gestellt werden.

9. Aufbewahrung

Angebrochene Weinflaschen lassen sich am besten im Kühlschrank lagern. Hilfsmittel wie Vakuumpumpen können die Oxidation (das Verderben des Weines) hinauszögern. Prinzipiell gilt: Innert 3 Tagen sollte eine Flasche Wein getrunken sein. Schwere, komplexe Rot- oder auch Süssweine halten sich länger, diese können bis zu 10 Tage im Kühlschrank gelagert werden. Probieren geht über studieren: Solange kein Geschmacksabfall feststellbar ist, ist der Wein noch in Ordnung.