Frühling

Haben Sie sich schon gefragt, was im Laufe eines Weinjahres im Rebberg passiert? Erfahren Sie hier mehr zu den Arbeitsschritten während des Frühlings.

Das Weinjahr im Frühling - Arbeiten im Rebberg und Weinkeller

Der Rebstock erwacht aus dem Winterschlaf. Rebensaft kriecht von der Wurzel bis in die holzigen Triebe. Mit steigenden Temperaturen beginnen die Winterknospen anzuschwellen. Mit dem Austrieb beginnt der alljährliche Vegetationszyklus der Rebe und das Weinjahr beginnt. Je nach Rebsorte geschieht dies früher oder später. Der Fokus des Winzers liegt jetzt auf der Bodenpflege, dem Auspflanzen von Jungreben und Stecklingen und dem Nachspannen von Drähten. In kälteanfälligen Regionen ist der Frostschutz jetzt unumgänglich, denn die Jungpflanzen und grünen Triebe sind noch anfällig und erfrieren bei Minusgraden schnell. Im Weinkeller dreht sich derweil alles um die Abfüllung des Weins und die dazu notwendigen Vorarbeiten.

St.Jodern Kellerei, Visperterminen (VS)

Im höchstgelegenen Weinberg Europas, auf 1150 Metern über Meer, liegt eines der schönsten Weinanbaugebiete der Schweiz. Hier in Visperterminen werden von der St. Jodernkellerei neben Pinot Noir, Gamay und Fendant auch echte Walliser Spezialitäten wie die berühmte Heidatraube oder die fast vergessene Sorte Resi angebaut. In kurzen Querterrassen mit hohen Trockensteinmauern überwindet der Weinberg auf engstem Raum 500 Höhenmeter. Aufgrund der steilen Hanglagen erfolgen der Rebschnitt und das Aufbinden der Reben im Frühling hier noch auf traditionelle Weise und in viel Handarbeit. Die alten Triebe werden zurückgeschnitten, damit neue Wachsen können. Im Weinkeller ist Kellermeister Michael Hock damit beschäftigt, die Reifung der Weine aus dem Vorjahr regelmässig zu prüfen.

Henri Badoux SA Vins, Aigle (VD)

Je nach Wetterlage beginnt Rebmeister Jean-Pierre Luthi, Henri Badoux SA Vins, im Frühjahr damit, den Boden zu pflügen und zu düngen sowie die Reben in die richtige Form zu schneiden. Diese Arbeiten sind wichtig für ein aktives Bodenleben und tragen bereits jetzt zur Mengenregulierung bei. Im Weinkeller ist Kellermeister Daniel Dufaux damit beschäftigt, die Abfüllung der Weine aus dem Vorjahr vorzubereiten. Zuerst wird die Assemblage bestimmt, das heisst, wie die Jungweine verschiedener Rebsorten, Jahrgänge und Weinberglagen zusammengestellt werden, um eine bestimmte Qualität und Geschmacksrichtung zu erreichen. Bevor der Wein in Flaschen abgefüllt und etikettiert wird, wird er filtriert. All diese Massnahmen tragen zur Stabilität und Langlebigkeit des Weines bei und zum Erhalt der Weinqualität. Diese entsteht bekanntermassen draussen im Weinberg.

Codorniù, Katalonien (ES)

Im Rebberg ist Rebmeister Joan Esteve damit beschäftigt, die Reben zu entblättern, damit die Trauben gut besonnt werden. So erhalten die Beeren eine festere und widerstandsfähigere Haut. Aufgrund des besonderen Mikroklimas dieser Gegend Kataloniens, wachsen hier die Trauben Chardonnay und Pinot Noir besonders gut.

Im Weinkeller von Codorniù baut Oenologe Bruno Colomer die frisch gewonnenen Traubenmoste zu Grundweinen aus. Ist der gewünschte Charakter erreicht, bestimmt der Kellermeister die Zusammensetzung der AssemblageCava ist der hochwertigste Schaumwein Spaniens, er wird traditionell aus den weissen Rebsorten Xarel·lo, Macabeo, Parellada  hergestellt. Es entsteht also ein Blanc de Blanc, jedoch sind auch andere Sorten zugelassen. Diese sind Chardonnay sowie die roten Sorten Garnacha, Monastrell, Trepat und Pinot Noir. Wie Champagner wird er mittels Flaschengärung gewonnen. Entscheidend dabei ist die zweite Gärung, die zwischen 9 Monaten und mehreren Jahren dauern kann. Die sogenannte Gyropalette ersetzt beim Cava das Rüttelpult und unterstützt den Reifungsprozess. Nach Abschluss der Flaschenreifung wird die Hefe entfernt und die Flaschen neu verkorkt. Der Cava ist jetzt genussbereit.

Gérard Betrand, Languedoc-Roussiglion (FR)

Das Languedoc-Roussillon ist ein fantastisches Weinbaugebiet mit mediterranem Klima – heiss, trocken, windig und sonnig. Anfang Frühling spriessen die ersten Triebe der Reben in den Weinbergen von Gérard Bertrand, der auf biodynamischen Anbau setzt und bewusst auf chemische Mittel verzichtet. In seinen Weinhügeln lässt Gérard Bertrand deshalb die Vegetation den ganzen Winter über wachsen und erst im April beginnt sein Team den Boden umzupflügen. Die Pflugschar fährt dabei rund zehn Zentimeter unter dem Boden durch und schneidet die Wurzeln der Pflanzen ab. Diese sterben ab, die in ihnen enthaltenen Nährstoffe werden an den Boden abgegeben und stärken die Reben. Das Resultat sind bessere Trauben und damit ein noch genussvollerer Wein.

Gérard Bertrand stellt auch Weine für Coop Free From her – ganz ohne Sulfite und andere Zusatzstoffe. So keltert er Weine, deren Aroma nahe am intensiven Geschmack der Traube ist, und die eine ausgezeichnete Alternative für Menschen bieten, die auf Sulfite allergisch reagieren. Um sulfitfreien Wein erfolgreich herzustellen, verarbeiten seine Mitarbeitenden die Trauben unter optimalen und hygienisch absolut einwandfreien Bedingungen.

Zweite Regulierung der Reben, Tessin (CH)

Im Frühling treffen sich die Vertreter der vier Weinregionen des Tessins: Guido Brivio aus dem Mendrisiotto, Claudio Tamborini aus dem Luganese, Angelo Delea aus dem Locarnese sowie Feliciano Gialdi aus dem Gebiet Tre Valli im nördlichen Tessin. Sie bestimmen gemeinsam die Zusammensetzung des Merlot Quattromani von Coop Pro Montagna. Die Trauben des Mendrisiotto geben diesem Qualitätswein eine würzige, tabakartige Note, die aus dem Luganese bestimmen seine harmonische Struktur und die Trauben aus dem Locarnese und dem Tre Valli sind wichtig für seine Eleganz.

Ein niedriger Ertrag der Reben ist Voraussetzung für eine gute Weinqualität, deshalb werden Anfang Mai in den Weinbergen dieser vier Regionen die überschüssigen Triebe ausgebrochen. Bereits im Winter wurden die Triebe ein erstes Mal reduziert. Es ist sehr wichtig, dass nur die erwünschten Triebe die ganze Energie aus den Wurzeln erhalten. So können die Trauben für den Merlot Quattromani, der 20 Monate im Keller lagert, bevor er auf den Markt kommt, ihr ganzes Aroma entfalten.

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