Das Weinjahr

Haben Sie sich schon gefragt was im Laufe eines Weinjahres im Rebberg passiert? Und wie die geernteten Trauben im Keller weiterverarbeitet werden?

Jahreszeit für Jahreszeit

Bis wir eine Flasche Wein geniessen können, wird dem Winzer einiges an Geschick und Erfahrung abverlangt. Mondovino war zu Gast bei ausgezeichneten Schweizer Winzern und renommierten Weingütern Europas. Dort wurden uns nicht nur die wichtigsten Arbeitsschritte im Rebberg und Weinkeller näher gebracht sondern auch Traditionen und regionale Besonderheiten gezeigt. Entdecken Sie mit unseren Kurzfilmen das Weinjahr Jahreszeit für Jahreszeit.

Das Weinjahr im Frühling (März bis Mai)

Der Rebstock erwacht aus dem Winterschlaf. Rebensaft kriecht von der Wurzel bis in die holzigen Triebe. Mit steigenden Temperaturen beginnen die Winterknospen anzuschwellen. Mit dem Austrieb beginnt der alljährliche Vegetationszyklus der Rebe und das Weinjahr beginnt. Je nach Rebsorte geschieht dies früher oder später. Der Fokus des Winzers liegt jetzt auf der Bodenpflege, dem Auspflanzen von Jungreben und Stecklingen und dem Nachspannen von Drähten.

 In kälteanfälligen Regionen ist der Frostschutz jetzt unumgänglich, denn die Jungpflanzen und grünen Triebe sind noch anfällig und erfrieren bei Minusgraden schnell. Im Weinkeller dreht sich derweil alles um die Abfüllung des Weins und die dazu notwendigen Vorarbeiten.

Das Weinjahr im Sommer (Juni bis August)

Im Rebberg beginnen im Juni die sogenannten «hundert Tage», die Zeit zwischen Blüte und Lese. Warmes und trockenes Wetter ist nun wichtig, damit die rund zehn Tage andauernde Blüte optimal verlaufen kann. Jetzt ist hektischer Betrieb in den Rebzeilen, da überschüssige Seitentriebe entgeizt und die Traubenzone ausgedünnt werden muss. Diese Laubarbeit ist wichtig für den Aufbau der Laubwand, die die Nährstoffversorgung der heranreifenden Trauben gewährleistet.

Anhand des Fruchtansatzes, kann bereits zum jetzigen Zeitpunkt die potenzielle Erntemenge bestimmt werden. In dieser Phase ebenfalls wichtig ist der Schutz vor Rebkrankheiten wie z.B. echter Mehltau, falscher Mehltau und Botrytis. Im August beginnt die Véraison. In kontinentalen Gegenden wird die Lese vorbereitet, die in mediterranen Regionen möglicherweise bereits begonnen hat.

Im Weinkeller wird derweil die Abfüllung der Weine vorangetrieben. Geräte wurden repariert und Fässer inspiziert.

Das Weinjahr im Herbst (September bis November)

Seit dem Sommer steigt der Zuckergehalt der noch unreifen Beeren kontinuierlich an und die Weinsäure und Apfelsäure werden milder. Für eine maximale Zuckerproduktion ist neben Licht eine ausreichende Versorgung mit Wasser essentiell. Diese kann in sehr trockenen Regionen auch mit Tröpfchenbewässerung unterstützt werden. Sonne und warme Temperaturen fördert die optimale physiologische Traubenreife. Der Reifeverlauf ist abhängig von der Sorte sowie vom Jahrgang.

Der Beginn der Ernte kann sich je nach Rebsorte um einige Wochen unterscheiden. Ab September herrscht in Schweizer Rebbergen geschäftiges Treiben und die Ernte von Chasselas, Blauburgunder, Merlot und weiteren Spezialitäten beginnt.

Das Weinjahr im Winter (Dezember bis Februar)

Im Winter werden in den Weinkellern die Jungweine ausgebaut. Je nach gewünschtem Weinstil findet der Ausbau in Stahltanks und/oder Holzfässern satt. Nach der alkoholischen Gärung verbleiben die Jungweine noch einige Zeit auf dem Hefelager oder werden direkt in neue Tanks abgestochen. Massnahmen wie der biologische Säureabbau, die Lagerung im Barrique und die Schaumweinbereitung geben dem Oenologen viel Gestaltungsfreiheit bei seiner Arbeit.

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