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Weinetiketten richtig lesen und verstehen

Wein verkauft sich von selbst, denn alles Wichtige, was Sie wissen müssen steht auf dem Etikett.

Die wichtigste Angabe auf den meisten Flaschen ist der Name des Erzeugers. Sie bürgt für die Qualität der Weine. Neben dem «Wer?» (Produzent) stehen zwei weitere wichtige Fragen im Vordergrund: «Was?» (welche Rebsorten, welcher Weinstil) und «Woher?»

1. Zürich AOC Staatsschreiberwein Cuvée Blanc Prestige

Der Erzeuger dieses Weines ist die Staatskellerei Zürich. Sie bürgt für eine konstante und hohe Qualität der Weine. Eine Rebsorte wird hier nicht angegeben, dafür weist der Begriff «Cuvée» daraufhin, dass mehrere Sorten miteinander Verschnitten (gemischt) wurden. Die Trauben des Weins stammen aus dem Kanton Zürich. Das Kürzel AOC steht für «Appellation d’Origine Contrôlée» also kontrollierte Herkunftsbezeichnung.

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2. Beaune du Château Domaine Bouchard Père et Fils AOC

Das Etikett dieses Burgunders schaut kompliziert aus, ist aber einfach zu entschlüsseln. In Frankreich wird immer nach der «Herkunft» etikettiert, nie nach der Rebsorte. Man nennt diese Art der Weinanschrift die «romanische Etikettierung». Stellen wir uns auch hier wieder die drei Fragen: «Wer?» Der Produzent ist Bouchard Père & Fils. Der Begriff «Domaine» bedeutet zudem, dass Bouchard nur eigene Trauben verwendet hat. Eine «Domaine» (Im Burgund üblich) oder ein «Château» (in Bordeaux üblich) darf weder fremde Trauben noch Weine zukaufen. «Was?» ein Rotwein mit «Premier Cru»-Status. Also ein Wein aus einer besonders guten Reblage. «Woher?» Das wird hier sehr präzise bezeichnet nämlich «Beaune du Château» Also aus der Gemeinde Beaune der Rebberg des Schlosses. Auch hier weist der Begriff «Appellation d’Origine Contrôlée» auf eine kontrollierte Herkunft hin.

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3. Chianti Superiore DOCG Barone Ricasoli

Meist ist das eigentliche Etikett das Rücketikett. Denn das offizielle Etikett eines Weins ist dasjenige, welches alle zwingenden Angaben wie Produzentenname, Herkunft, Alkoholgehalt oder Flascheninhalt enthält. Auch der Hinweis auf die Verwendung von Schwefel (gegen Oxidation und zum Schutz vor Mikroorganismen) gehört dazu. Auf jeder Flasche steht darum «enthält Sulfite», weil kaum ein Wein weltweit ohne Schwefel auskommt. Italien etikettiert wie Frankreich meist «romanisch». Chianti ist eine Region in der Toscana. Der Zusatz «Classico» bedeutet immer, dass der Rebberg in der historischen Kernzone eines Gebietes steht. Hier also zwischen Florenz und Siena. In Italien wird die kontrollierte Herkunft mit dem Begriff «Denominazione di Origine Controllata e Garantita» DOCG angegeben.

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4. Rioja DOCa Gran Reserva Campo Viejo

Auch Spanien – wie könnte es anders sein – etikettiert seine klassischen Wein nach der Herkunftsregion. Die drei Fragen sind hier einfach zu beantworten: «Wer?» Der Produzent ist Campo Viejo. «Was?» ein Rotwein mit «Gran Reserva»-Status. Spanien klassiert seine Weine nämlich nach der Reifung. Gran Reserva ist die höchste Stufe und steht für Weine, die mindestens 5 Jahre auf dem Weingut gelagert wurden. 2 davon im Eichenfass, dem so genannten «Barrica». Gran Reserva wird übrigens nur in besonders guten Jahrgängen erzeugt, da sich die lange Lagerung sonst gar nicht lohnen würde. «Woher?» Die Herkunftsregion ist Rioja in Nordspanien. Auch hier ist die Herkuft kontrolliert, und dafür steht der Begriff «Denominación de Origen Calificada».

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5. Los Vascos Sauvignon Blanc

Die Neue Welt hat von Deutschland die «germanische Etikettierung» übernommen. Das heisst, auf der Flasche steht nicht die Herkunft im Vordergrund sondern die Rebsorte. Die drei Fragen sind damit noch einfacher zu beantworten: «Wer?» Los Vascos ist ein Chilenisches Weingut, das den - in der Weinwelt - berühmten und renommierten Barons de Rothschild gehört. «Was?» Ein Weisser aus der Sorte Sauvignon Blanc. «Woher?» Aus dem Valle Central in Chile. Bei diesem Wein sehen wir auch gleich den Vorteil des «germanischen» Etiketts. Weil die Rebsorte angegeben ist, können wir gleich auf den Weinstil schliessen. Sauvignon ist nämlich eine Sorte, die sehr fruchtige, leichte und säurereiche Weine hervorbringt.

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Ihr Wein-Experte Joachim Günther