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Kann Wein auch ohne Schwefel vinifiziert werden?

Der erste schriftliche Nachweis von Schwefelzugabe zu Wein stammt von 1487. Für die meisten Kellereien ist auch heute die Kelterung von Wein ohne Zugabe von Schwefeldioxid (SO2) undenkbar.

Weine ohne Sulfite sind jetzt zertifiziert

Auf den Etiketten von fast allen Weinflaschen ist seit einiger Zeit der Zusatz «enthält Sulfite» zu lesen. Damit der edle Traubensaft nicht verdirbt und lange lagerfähig bleibt, geben die Kellereien nämlich Schwefeldioxid beim Herstellungsprozess hinzu. Da Sulfit bei empfindlichen Personen, vorwiegend bei Asthmatikern, zu allergieähnlichen Symptomen führen kann, ist dieses deklarationspflichtig. Coop bietet seit einigen Jahren unter der Eigenmarke «Free From» einen Cabernet Sauvignon, einen Syrah und einen Chardonnay vom französischen Weingut Gérard Bertrand an, bei deren Herstellung kein Schwefeldioxid verwendet wird. Diese drei Rebsäfte hat nun auch Service Allergie Suisse (SAS) als Weine «ohne Schwefel» zertifiziert. Sie enthalten nur noch die ganz minimale Menge an Sulfit, das beim natürlichen Gärungsprozess entsteht. Am Geschmack dieser Weine ändert sich übrigens nichts, da sie gleich gekeltert werden. Allerdings ist ihre Lagerfähigkeit eingeschränkt. Alle Free-FromWeine gibts in grösseren Coop-Verkaufsstellen.

Ihr Wein-Experte Jan Schwarzenbach

Die grössten Vorteile von SO2-Zugabe sind, dass es den Wein vor Oxidation schützt und gleichzeitig Wirkung gegen Bakterien zeigt. Es macht also Wein stabiler und länger haltbar. Nachteile von Schwefel sind ein unangenehmer Geruch und Geschmack, welcher je nach Wein und Zugabemenge auffällt. Auch zeigen einige Menschen eine Sulfit Intoleranz. Deshalb wird auch Wein ohne SO2-Zugabe gekeltert. Diese Weine haben je nach Produzent ein Ablaufdatum, wie zum Beispiel die Weine von Gérard Bertrand, welche bei Coop erhältlich sind. Die Weine sind für Menschen mit einer Sulfit-Intoleranz geeignet und entsprechen auch dem Trend zu möglichst naturbelassenen Produkten.

Interview mit der coop Zeitung - Jan Schwarzenbach, MW

Coopzeitung: Was bedeutet die Bezeichnung ohne Schwefel/Sulfite und für wen sind die beiden jetzt erhältlichen Free-FromWeine gedacht?

Jan Schwarzenbach: Einerseits für gesundheitsbewusste Konsumenten und andererseits für Weingeniesser mit einer Sulfit-Intoleranz. Der Wein wird ohne Zugabe von Schwefel und ohne andere Zusatzstoffe gekeltert. Er enthält nur, was in den Trauben schon drin war und was von den Hefen während der Gärung entstanden ist. Allerdings produzieren die Hefen während der Gärung auch etwas Sulfite, der Wein ist also nicht ganz sulfitfrei. Allergiker könnten deshalb trotzdem noch Reaktionen zeigen.

Coopzeitung: Was bewirkt die Zugabe von Schwefel beim Wein?

Jan Schwarzenbach: Sulfite oder teilweise auch andere natürliche Stoffe werden zugegeben, um den Wein vor Oxidation und vor mikrobieller Aktivität zu schützen. Wein wird dadurch haltbarer und stabil. Diese Stoffe können dann in kleinsten Spuren im fertigen Wein enthalten sein.

Hier unsere Free From Weine:

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