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Was die Farbe des Weins verrät

Die Farbe des Weins – sozusagen sein Kleid – ist der erste Eindruck, den wir von ihm gewinnen. Und trotzdem wird dieser Eindruck oft unterschätzt. Schon an der Farbe sind nämlich Alter, Rebsorte oder Alkoholgehalt erkennbar.

Die erste Prüfung bei einer Verkostung gilt der Beurteilung der Farbe und der Klarheit eines Weins.

Bei einer ernsthaften Verkostung ist die Weinfarbe von grosser Bedeutung. Zwar hat die Farbanalyse nicht denselben Stellenwert wie jene von Duft oder Geschmack. Ein geübtes Auge kann aber aufgrund der Farbe das Alter, die Rebsorte, die Güte des Jahrgangs, die Herkunft, die Machart und die Qualität erkennen.

Ein Wein sollte klar und reintönig sein. Matte, trübe oder milchige Weine kommen heute eher selten vor. Bei Weissweinen können sich Weinsteine absetzen, die jedoch harmlos sind. Bei unfiltrierten Weinen können sich bereits in jungen Jahren Ablagerungen bilden. Das Etikett gibt meist Aufschluss darüber, ob es sich um solche Weine handelt. Bei diesen Weinen wird gewollt auf Filtration verzichtet, damit so wenig Aromastoffe wie möglich verloren gehen. Altersbedingte Ablagerungen bei Rotweinen sind ebenfalls normal.

Weissweine sind weit weniger mitteilsam als Rotweine. Obwohl es eine erstaunliche Fülle mehr oder weniger intensiver Farbtöne gibt, sind diese bei Weissweinen für das Auge weit schwieriger zu erkennen.

Foto: Mikael Mölstad

Neigen Sie das zu einem Drittel gefüllten Glas so weit es geht und halten Sie es vor einen weissen Hintergrund. Prüfen Sie zuerst die Farbtiefe im Kern des Glases und danach die Farbabstufungen hin zur äusseren Kante.

Viskosität

Zum äusseren Bild eines Weins gehört auch die Viskosität, die Zähflüssigkeit. Je höher der Alkoholgehalt oder Zuckeranteil im Wein, desto höher ist auch seine Viskosität. Wenn Sie das Glas schwenken, bilden sich sogenannte Kirchenfenster, Beine oder Tränen, die mehr oder weniger schnell an der Innenseite des Glases hinablaufen. Extraktreichere Weine haften zäher am Glas und haben eine höhere Viskosität.

Neigen Sie das zu einem Drittel gefüllte Glas soweit es geht und halten Sie es vor einen weissen Hintergrund. Prüfen Sie zuerst die Farbtiefe im Kern des Glases und danach die Farbabstufungen hin zur äusseren Kante.

 

Bild: Mikael Mölstad

• Edelsüße Weißweine sind dunkler als ihre trocken ausgebauten Kollegen
• Weißweine werden mit zunehmendem Alter dunkler, Rotweine umgekehrt
• Jüngere Weißweine haben eine grünliche oder silbrige äußere Kante
• Je wärmer das Klima, desto dunkler die Farbe – und umgekehrt, gilt für Weiß- und Rotweine
• Rotweine, die im Holz ausgebaut wurden, verlieren mehr Farbe
• Dickschalige Rebsorten wie Syrah und Cabernet Sauvignon liefern die dunkleren Weine (die Farbintensität kann dadurch beeinflusst werden, dass der Most länger auf den Schalen belassen wird)
• Je älter der Wein, desto größer der Farbunterschied zwischen Kern und äußerer Kante
• Blautöne deuten eher auf junge Weine, Braun-, Gelb- oder Orangetöne sind Indikatoren für ältere Weine

Text: List Medien AG / Belinda Stublia