Der Genuss von Wein: Haltbarkeit bei offenen und geschlossenen Flaschen

Beim Einkaufen von Lebensmitteln achtet man automatisch auf das aufgedruckte Verfallsdatum, um sicherzugehen, dass man auch frische Ware kauft. Sind die Lebensmittel dann schon eine Weile im Kühlschrank, verrät das Verfallsdatum, ob man sie noch geniessen kann oder nicht. Doch bei Wein gibt es diesen Aufdruck in der Regel nicht: Wie lange ist also Wein haltbar? Hier lesen Sie Wissenswertes zur Haltbarkeit von Weinen – sowohl im geschlossenen als auch im offenen Zustand.

Die Haltbarkeit von Wein: Auf diese Faktoren kommt es an

Immer weniger Leute lagern Wein ein – Untersuchungen haben ausserdem ergeben, dass nur noch circa fünf bis zehn Prozent der Weine besser werden, wenn man sie lange lagert. In der Regel wird eine Flasche Wein gekauft und zeitnah verzehrt. Trotzdem gibt es ein paar Regeln und Grundsätze zum Thema Weine und Haltbarkeit.

Die Haltbarkeit wird von vielen Faktoren beeinflusst. So hängt es zum Beispiel davon ab, aus welchen Rebstöcken der Wein hervorgegangen ist – je älter der Rebstock, desto länger die Haltbarkeit. Die älteren Stöcke bieten wesentlich mehr Körper und Extrakt. Sie bilden jedoch inzwischen die Ausnahme, denn heutzutage sind die meisten Rebstöcke zwischen fünf und fünfzehn Jahren alt und die Weine somit nicht mehr allzu lange haltbar. Die meisten Weissweine und Rotweine werden so ausgebaut, dass sie bereits Wochen nach der Abfüllung geniessbar sind.

Weiterhin gilt: Je mehr Tannin, Süsse und Säure enthalten sind, desto länger ist der Wein haltbar. Säure verhindert zum Beispiel die Entwicklung und das Wachstum von Bakterien, die oft dafür verantwortlich sind, dass Wein schlecht wird. In diesem Zusammenhang spielt natürlich auch der Alkoholgehalt des Weins eine tragende Rolle, denn Alkohol ist ein zuverlässiges Konservierungsmittel: Wollen Sie Weine einlagern, achten Sie darauf, dass diese mindestens 12,5 Volumenprozent aufweisen. Lediglich bei Süssweinen wie zum Beispiel Dessertweinen spielt der Alkoholgehalt für die Lagerung eine geringere Rolle, denn der Zucker wirkt bereits konservierend.

Welcher Wein wie lange haltbar ist, hängt also von den Eigenschaften und dem Anbau ab: Als besonders lagerungsfähig gilt zum Beispiel der Cabernet Sauvignon, der sich durch einen besonders hohen Tanningehalt auszeichnet. Doch auch die roten Rebsorten Syrah, Tannat, Nebbiolo und Sangiovese ergeben Weine, die eine gute Haltbarkeit mitbringen. Bei Weissweinen bietet sich insbesondere der Riesling für eine Lagerung an, da er recht säurebetont ist.

Normale Qualitätsweine bieten in der Regel eine Haltbarkeit von ein bis drei Jahren, während säurebetonte Qualitätsweine drei bis sechs Jahre eingelagert werden können. Ein Kabinettwein besitzt eine Haltbarkeit von circa ein bis zwei Jahren – es sei denn, er ist sortenrein. Dann verlängert sich die Haltbarkeit auf gut zwei bis vier Jahre. Handelt es sich um Spätlesen, rechnen Sie mit einer Lagerfähigkeit von drei bis fünf Jahren; Auslesen halten sich hingegen schon vier bis sechs Jahre. Ganz an der Spitze sind die Beerenauslesen: Die Haltbarkeit dieser Weine liegt bei mindestens zehn Jahren.

Wein und seine Haltbarkeit nach dem Öffnen: Ein Überblick

Neben der Lagerfähigkeit ist für Verbraucher auch interessant, wie lange der Wein nach dem Öffnen haltbar ist. Jeder kennt das: Man geniesst ein oder zwei Gläser Wein und es bleibt ein Rest in der Flasche – doch wie lange ist der Wein nach Anbruch eigentlich noch trinkbar? Denn zum Wegschütten ist der gute Tropfen schliesslich viel zu schade.

Wie lange Ihr Wein nach dem Anbruch noch trinkbar ist, hängt unter anderem davon ab, wie viel Wein noch in der Flasche ist: Ist diese noch fast voll, können Weiss- und Rosé-Weine noch drei bis fünf Tage nach Anbruch verzehrt werden; Rotweine sogar bis zu sieben Tage. Ist jedoch nur noch ein kleiner Rest übrig, sollten Sie den Wein in den nächsten zwei bis drei Tagen austrinken. Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie den angebrochenen Wein im Kühlschrank aufbewahren – auch Rotwein. Nehmen Sie diesen dann circa zwei Stunden, bevor Sie ihn trinken wollen, aus dem Kühlschrank, damit er Raumtemperatur annehmen kann.

Es gibt ein paar Tricks, wie Sie Ihren angebrochenen Wein haltbar machen können. Sauerstoff ist der Grund dafür, dass Weine nach dem Öffnen schal werden: Er bewirkt, dass der Wein oxidiert, was ihn ungeniessbar macht. Vermindern Sie die Sauerstoffzufuhr, bleibt Ihr Wein länger haltbar – verschliessen Sie die Flasche also wieder mit dem Korken oder aber einem Weinverschluss. Trotzdem bleibt das Problem, dass sich bereits Luft in der Flasche befindet. Um die Luft zu entfernen, bekommen Sie im Handel Vakuum-Pumpen – diese sind jedoch relativ teuer. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Wein in kleinere luftdichte Flaschen abzufüllen. Am besten schmeckt der Wein allerdings, wenn Sie ihn möglichst schnell nach Anbruch verzehren.