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Die Gefahr des Jahres 2014: Die Kirschessigfliege

Die Kirschessigfliege gehört zur Spezies der Fruchtfliegen. Diese ernähren sich von in Gärung übergehenden, weichen Früchten aller Art. Fruchtfliegen übertragen Traubenfäule und Essigbakterien und sind deshalb im Rebberg und Keller unerwünscht.

Die in der Schweiz schon lange bekannte mediterrane Fruchtfliege ist weniger ein Problem als die Kirschessigfliege, welche 2011 erstmals in der Schweiz dokumentiert wurde. Noch im 2009 war die Kirschessigfliege, Drosophila suzukii,  nur in Italien, Spanien und Frankreich dokumentiert. Sie kommt ursprünglich aus Asien.

Die Kirschessigfliege ist eine der wenigen Arten der Fruchtfliege, welche ihre Eier auch in gesunde Früchte legt und nicht nur in angefaulte/verletzte Früchte. Die Larven ernähren sich vom Fruchtfleisch von Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbergern,  Kirschen, Pflaumen und auch Trauben. Die chemische Bekämpfung der Fruchtfliegen ist schwierig, weil diese an reifen Früchten zehren. Wenn so spät in der Saison gespritzt wird, ist die Gefahr von Spritzmittelrückständen im Wein vorhanden.

Im 2013 wurde das Risiko durch Drosophila suzukii aufgrund von Beobachtungen, welche  im 2012 gemacht  worden waren, vom Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF noch als schwach bis moderat eingestuft.

Heute, im 2014, fühlen viele Winzer in Schaffhausen, Thurgau, Neuenburg und auch im Wallis ihre Traubenernte bedroht durch die Kirschessigfliege.  Es ist auch das erste Mal, dass die Bedrohung wirklich ernst ist.
Der milde Winter 2013/2014 hat die Population der Kirschessigliege nicht genügend dezimiert und der weder heisse, noch kalte Sommer mit viel Niederschlag bot ideale Bedingungen für die Fortpflanzung.

Ihr Wein-Experte Jan Schwarzenbach

 

Bildquelle: © Simone Mathias - Gegenwart Foto Felbach