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Jeder hat seine eigene Wahrnehmung

Jeder kann ein guter Weinverkoster sein, diese Fähigkeit ist keineswegs nur wenigen Auserwählten vorbehalten!

Aber jeder hat eine andere Wahrnehmung – ganz nach seiner Sensitivität und seinen Gewohnheiten.

 

Bei der Degustation hat jeder seine Stärken und Schwächen. Es gibt Leute, die schmecken oder riechen sofort den noch so kleinsten Anflug von Zapfen, während andere immer Mühe haben werden zu merken, ob der Wein korkt oder nicht.

 

Einige sind sensibilisiert auf den Oxidationsgeruch, einen muffigen Geruch mit Holzaroma, andere sind immun dagegen. Und was den Geschmack betrifft, reagiert man je nachdem sensibler auf Bitterkeit, Säure, Süsse oder Salzigkeit eines Weins.

 

Man kann beispielsweise über einen eher schwachen Geruchssinn verfügen, aber eine sehr ausgeprägte taktile Wahrnehmung besitzen und so im Mund das Prickeln der Kohlensäure oder auch die Bitterkeit der in Kleinstmengen vorhandenen Tannine spüren, während andere überhaupt nichts spüren.

 

Diese unterschiedliche Wahrnehmung trägt dazu bei, dass nicht alle die gleichen Weine mögen – und das ist auch gut so!

 

Text: Marie Linder