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7. Domaine Henri Delagrange et Fils, Volnay

„Ca pinotte“, sagt Didier Delagrange bei der Degustation seines Volnay 1er Cru „Champans“.

Dies sei der zusammenfassende Ausdruck dafür, wenn die Aromen stimmen und sehr typisch seien, wie für den eben degustierten Volnay. Didier Delagrange ist 48-jährig und führt seit 2003 die Domaine Delagrange in sechster Generation. Von den drei Söhnen von Henri und seiner Frau Hélène steckt der 21-jährige Alexis in der Ausbildung an der Weinbaufachschule, der 18-jährige Benjamin ist in der Hotellerie und der jüngste, Arthur (13), geht noch zur Schule. „Dieser stellt aber heute schon viele Fragen die den Weinbau und die Kelterei betreffen“, erklärt der Vater. Da ist der Fortbestand des Familienunernehmens  schon fast gesichert, scheint es.

Die Domaine verfügt über eine Rebfläche von 14,5 Hektar und Delagrange kauft für seine Weissweine noch Trauben dazu. Die durchschnittliche Jahresproduktion liegt bei ungefähr 100'000 Flaschen. Davon sind 72 Prozent Rotweine. Die Weine kommen aus AOC-Appellationen wie Volnay, Pommard, Aloxe-Corton, Meursault, Bourgogne Hautes-Côtes de Beaune und Puligny-Montrachet. 60 Prozent davon gehen ins Ausland (u.a. USA, Grossbritannien, Japan, Belgien und China), in Frankreich stehen viele auf den Weinkarten von Restaurants. Schon als junger Knabe durfte er jeweils am Sonntagmittag bei der Degustation mittun. Beispielsweise bei allen Jahrgängen des Volnay „Clos des Chênes“, dessen Trauben auf 300 Metern über Meer wachsen. Noch heute ist dies sein Lieblingswein, und der Rebberg und die prachtvolle Aussicht vom Ort, wo sein Grossvater im Jahr 1939 die ersten Reben pflanzte, sein Lieblingsplatz auf der Domaine.

Zum „Clos des Chênes“ bereitet der passionierte Jäger gerne einen „Lièvre à la royale“, also einen gefüllten Hasenbraten zu oder er steckt ein Poulet in den Backofen. Er erinnert sich ebenfalls daran, dass seine Mutter regelmässig Coq au vin gekocht hat. Auch sein erster Wein den er degustierte, war ein „Clos des Chênes“, Jahrgang 1947. Und vor drei Jahren durfte er mit guten Freunden in einem Restaurant nochmals eine solche Flasche öffnen. „Wir waren überrascht, wie dieser 64-jährige Wein noch lebendig und alles andere als tot war. Wir diskutierten dann die Geschichte, die  hinter diesem Zeugen der Zeit und empfanden grossen Respekt für die Arbeit, die schon damals auf der Domaine geleistet wurde. Allein dies ist für uns Verpflichtung zu unseren Terroirs Sorge zu tragen“, schliesst er.      

Schlussdegustation

Vier Tage wurde degustiert und diskutiert. Bei über zwanzig Winzern waren es gegen dreihundert Weine. Rund 160 davon gelangten in die Schlussdegustation. Blind wurde jeder dieser Weine nach bestimmten Kriterien nochmals degustiert. Dabei diskutierten Jan Schwarzenbach, Caroline Dessort und Ludovic Zimmermann über alle Weine, bei denen sie nicht gleicher Meinung waren. Schlussendlich wurden gegen 80 Weine ausgewählt aus denen dann nach einer weiteren Runde etwa 60 im Subskriptionsangebot Platz finden. Die erste Meinung der Experten zum Burgunder-Jahrgang 2014: „Der warme und schöne September hat einen schwierigen Frühling und den nassen Sommer wettgemacht. Die Winzer sind denn auch sehr dankbar über diesen ''eté indien'', wie sie sagen. Der 14er ist ein sehr guter aber nicht ein ganz grosser Jahrgang.  Die Menge ist höher als in den vergangenen zwei Jahren, die Qualität mindestens gleich gut und trotzdem sollten die Preise nicht höher ausfallen sondern stabil bleiben. 2014 ist ein sehr gutes Jahr für weisse Burgunder und auch Village-Weine, beispielsweise aus Gevrey-Chambertin oder Chambolle-Musigny, präsentieren sich gerade im Vergleich mit grossen Weinen wie Richebourg oder Romanée als sehr gelungen und mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis.“

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