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5. Domaine Xavier Monnot, Meursault

Auf der Rückseite der Visitenkarte von Xavier Monnot steht: Vignobles à Meursault et Puligny Montrachet, Pommard, Volnay, Beaune, Chassagne-Montrachet, Monthélie, Santenay, Marenges.

Ähnliche Namen sind auf der Fahrt mit seinem Auto auf dem GPS zu lesen. Einmal mehr scheinen hier fast sämtliche Rebgebiete des Burgunds vertreten zu sein. Der Besitzer der Domaine, der 42-jährige Xavier Monnot hat sowohl eine kommerzielle Ausbildung durchlaufen wie auch Rebbau und Oenologie studiert. Stages hat er unter anderem in St.-Emilion und in den USA absolviert.

Seit 1994 arbeitet er auf der Domaine, in 10. Generation. Mit seinem Enthusiasmus, seiner Begeisterung und seinem Humor versteht er es, seine Zuhörer zu fesseln. „Während sechs Jahren habe ich die Domaine modernisiert, habe Reben neu gepflanzt, den Keller auf Vordermann gebracht und die Arbeiten im Rebberg verändert“, erklärt er mir. Nimmt zwei Post-it Zettel und skizziert, wie im Frühling in seinen Rebbergen mittels Abbrechen von Trieben der Ertrag schon frühzeitig reguliert wird. „Für  mich ist es wichtig, dass sich die Trauben später nicht berühren, dass sie genügend Platz haben. Regelmässig entfernen wir auch überflüssige Blätter und gönnen den Trauben so eine für sie wichtige Durchlüftung.“ Die Domaine umfasst 17 Hektar Reben, je hälftig Pinot Noir und Chardonnay. Pro Jahr produziert er rund 100'000 Flaschen. Davon sind ca. 35-40 Prozent Rotweine. Konsumiert werden die Weine zu 30 Prozent in Frankreich, viele davon in der Gastronomie, der Rest wird exportiert.

Er schätzt, wie die meisten Winzer, die Vielseitigkeit seiner Tätigkeiten: „Etwa fünf Mal pro Tag wechsle ich den Beruf. Ich bewege mich im Rebberg, gehe in den Keller, erledige Administratives, verkaufe meine Weine, etc.“. Im Alter von zehn oder zwölf Jahren habe er seinen ersten Wein gekauft, einen Elsässer der Domaine Weinbach von Madame Colette Faller. Das habe ihn so richtig auf den Geschmck gebracht. Und etwa zur gleichen Zeit habe er zum ersten Mal auch Foie gras probiert, erinnert er sich. Heute liebt er genauso einen Meursault Les Charmes, den er in der Küche schon während dem Zubereiten von Coquilles St. Jaques öffnet und davon natürlich auch probiert. Oder er grilliert eine Côte de boeuf und kredenzt dazu einen Pommard. Um Burgunderweinen auf den Geschmack zu kommen, empfiehlt er mit Villages-Weinen zu beginnen und sich dann allmählich zu steigern in Richtung 1er Cru und Grand Cru. „Vor allem rate ich davon ab, Bier zu trinken“, gibt er mir lachend für die Mondovino-Leser mit auf den Weg.    

Burgund per Velo entdecken

Auch im Burgund gibt es viele Möglichkeiten, die Landschaft, die Dörfer, die Städtchen und vor allem auch die Weingüter per Velo zu entdecken. Entweder auf der Weinroute mit gefüllten Packtaschen eine oder zwei Wochen gemütlich von Djion nach Santenay zu fahren und ungezählte Domaines und Dörfer zu besuchen. Es gibt auch Möglichkeiten Velos zu mieten oder man nimmt die eigenen Fahrräder per Auto mit. „So kann man beispielsweise zwei Nächte in Beaune verbringen und die Stadt sowie die Umgebung erkunden, das Auto stehen lassen und dann zum nächsten Ort, zur nächsten Domaine weiterziehen“, schlägt beispielsweise der Winzer Xavier Monnot vor. Auf der 22  Kilometer langen Tour  „La Voie des Vignes“ von Beaune nach Santenay lohnt es sich zum Beispiel in Orten wie Pommard, Volnay, Monthelie, Auxey-Duresses, Meursault, Puligny-Montrachet, Chassagne-Montrachet und anderen, zu verweilen und die Burgunder Gastfreundschaft so richtig zu geniessen. Der Vorteil Auto plus Fahrrad liegt auf der Hand: Man kann gleich einige Flaschen der degustierten Weine mitnehmen. Egal welche Variante man wählt, es lohnt sich auf jeden Fall, genügend Zeit einzuplanen.

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