Zurück zum Profil

Warum in die Ferne schweifen... denn das Gute liegt so nah

Gute Schweizer Weine gibt es für jede Gelegenheit und zu mehr Speisen als man denkt.

Ein frischer, komplexer und leicht nach Agrumen mundender Heida, für einmal kombiniert mit einer Tranche knusprig gebratenem Kalbsbraten, begleitet von wenig rohem, fein geschnittenem Selleriesalat. Unorthodox aber einen Versuch wert.

Ein Petite Arvine passt mit seinem vielschichtigen, kraftvollen Körper zu einer kross gebratenen Riesencrevette auf einem oder zwei Tupfern Mayonnaise, die mit wenig Tomatenpüree und noch weniger Ketchup gut vermischt wurde. Warum nicht einmal etwas wagen?

Ein frischer, fruchtiger, im Barrique ausgebauter Chardonnay mit etwas knackiger Säure zu grünen Spargeln und Rohschinken. Dazu ein, zwei gedämpfte und in wenig Butter geschwenkte Morcheln, das passt. Geht aber auch zu grilliertem St. Petersfisch oder einem in Butter gebratenem Zanderfilet.

Ein Glas Amigne de Vétroz zu Sushi und einem Salat aus grüner Mango, Rüebli, etwas geriebenem Ingwer und Koriander. Mit Salz, Pfeffer und etwas Limettensaft abschmecken. Ja, dieser goldgelbe, aromatische und würzige Wein passt mit seinem reichen Bouquet und den mineralischen Noten ausgezeichnet.

Einmal etwas ganz anderes: Ein finessenreicher Johannisberg (Silvaner) zu Rauchlachs oder einem geräucherten Forellenfilet und einem knusprigen Stück Schwarzbrot. Und warum nicht etwas gesalzene Butter dazu. Einen Versuch wert ist auch Johannisberg mit einer Currysuppe, die mit einem Schuss Kokosmilch abgerundet wurde. Tönt und ist etwas „ver-rückt“.

Klassiker 1: Ein Pinot Noir als Begleiter einer gebratenen Entenbrust, für einmal mit Polenta als Beilage. Kochen Sie dazu noch einige Kirschen mit etwas Zucker und Portwein ein und versuchen Sie die Kombination dieses Kirschenconfits mit dem Pinot Noir.

Klassiker 2: Ein Merlot zu Rindsfilet mit einer Rotweinsauce oder zu einem rosa gebratenen Lammrack mit einer Kräuterkruste, beides sind beliebte Klassiker.

Schweizer Dessertweine, ob aus dem Wallis, der Waadt, dem Tessin oder von sonstwo, gewinnen ebenfalls zunehmend ihre Liebhaber. Schwierig wird es Dessertweine mit der Auswahl eines Dessertbuffets kombinieren zu wollen. Deshalb meine Empfehlung wenn ein festliches Mahl mit einem Süsswein abgeschlossen werden soll: Nur ein Dessert servieren, zum Beispiel eine gebrannte Crème mit Sablées oder ein nicht zu süsser Apfel- oder Birnenkuchen. Oder haben Sie schon einmal die Kombination einer Mango mit einem Süsswein probiert?

Apropos Klassiker, ein Chasselas zu Eglifilets mit Mandelsplittern, ein Fendant zu Fondue oder Raclette oder ein Gamay oder Dôle zu Trockenfleisch. Das sind doch immer wieder gute Verbindungen, oder?

Persönliche Angaben

Weinnotizen schliessen
Bitte loggen Sie sich ein.
Diese Funktion steht Ihnen nur als registrierter Benutzer zur Verfügung.
Login Registrieren

Text: John Wittwer