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John on Tour - Subskription Burgund 2015

Lesen Sie die Berichte der Einkaufstour für die Burgund-Subskription des Jahrgangs 2015.Denn für Sie habe ich drei Coop-Weinspezialisten im Januar auf ihrer Reise ins Burgund begleitet.

Nach sieben Jahren intensiven Bemühungen wurde das Burgund am 4. Juli 2015 von der UNESCO als Weltkulturerbe aufgenommen und gleich nochmals belohnt.  Denn das Jahr 2015 bot perfekte Bedingungen für die Burgunder Winzer. Im April und Mai war es warm und trocken und schon in den vorherigen Monaten wurde es nie richtig kalt. Das warme und trockene Klima hielt auch in den Monaten Juni, Juli und August an und die Weinlese begann vielerorts in der ersten Septemberwoche - so früh wie schon lange nicht mehr. Volle und kräftige Traubenbeeren waren das Resultat. Die dicken Beerenhäute verlangten dann von den Winzern grosse Sorgfalt bei der Pigeage, dem Herunterstossen des  obenauf schwimmenden Tresterhutes in den Most. So wurde die Extraktion von zu vielen Farb- und vor allem Gerbstoffen vermieden. „2015 ist ein Rotweinjahr“, sagen sowohl viele Burgunder Winzer wie auch die Coop-Weinexperten Jan Schwarzenbach, Caroline Dessort und Ludovic Zimmermann, die für die Zusammenstellung des Subskriptions-Angebotes des Jahrgangs 2015 verantwortlich zeichnen. Von der Erntemenge her zeigt man sich im Burgund zufrieden, obwohl sie kleiner ausgefallen ist. Die Peise bewegen sich auf dem Niveau des Vorjahres, teilweise etwas höher.

„Es sind konzentrierte, langlebige Weine“, bekräftigt der Oenologe Jan Schwarzenbach und wird ergänzt von seinem Kollegen Ludovic Zimmermann: „ Für mich geht der 2015er in Richtung des grossen Jahrgangs 2009. Lagern macht Spass und deshalb empfehle ich rote Burgunder zu subskribieren. „Die Weine sind aromatisch und saftig. Auch für mich ist es ein schöner Jahrgang“, schiebt Weineinkäuferin Caroline Dessort nach. Das Subskriptionsangebot ist das grösste seit Jahren, denn für die drei Experten ist klar: „Bei unseren Degustationen ist keine einzige Gemeinde abgefallen. Es machte Freude und Spass diesen Jahrgang zu degustieren. Jeder findet in seiner bevorzugten Appellation hervorragende Weine.“

Die Burgunder-Subskription des Jahrgangs 2015 ist eine einmalige Gelegenheit sich die Lieblingstropfen zu sichern oder neue Weine zu entdecken. Die Bestellung und Bezahlung erfolgt jetzt, ausgeliefert werden die Weine im Herbst 2017. Mengenmässig stehen oft aber nur einige Dutzend bis höchstens ein paar Hundert Flaschen zur Verfügung, darunter auch einige rare und gesuchte. Deshalb lohnt es sich schnell zu handeln und zu bestellen. Die Erfahrung bei der Degustation auch von Primeur-Weinen und die jahrelangen Kontakte der Coop-Leute garantieren Qualitätsweine im Subskriptionsangebot.

Entdecken Sie zudem neben meinem Reisetagebuch"John on Tour" auch meine Lieblingsrezepte aus dem Burgund.  

Ihr Weinexperte John Wittwer

John's Tour durchs Burgund - die Winzerbesuche

Galerie

1. Domaine Françoise et Denis Clair

Teamwork von Vater und Sohn

Mit der Aussage „Wir sind Bauern, nicht Poeten“, umschreibt der 62-jährige Denis Clair seine Tätigkeit auf dem Weingut und schliesst den 37-jährigen Sohn Jean-Baptiste gleich mit ein. Beide sind fasziniert von der täglichen Auseinandersetzung mit dem Klima, dem Wetter, der Natur. Sei es in den Rebbergen oder im Keller. Mit drei fest angestellten Mitarbeitern (plus zahlreichen Saisonniers während der Lese), wird das ganze Jahr über viel Handarbeit bewältigt, denn die verschiedenen Lagen, auf insgesamt 15 Hektaren, verteilen sich in Santenay und St. Aubin. Von den jährlich durchschnittlich produzierten 70'000 Flaschen sind rund zwei Drittel Rot und ein Drittel Weiss. „Allerdings sind wir daran durch Zukauf von Rebbergen und den Ersatz von Pinot Noir durch Chardonnay-Reben den Weissweinanteil zu erhöhen. Denn wir möchten die markant grössere Nachfrage nach qualitativ guten Chardonnays abdecken können“, erläutert Jean-Baptiste. „Noch vor zwanzig Jahren waren in der Appellation St. Aubin Pinot Noir-Reben vorherrschend, heute sind es über 80 Prozent Chardonnay“, ergänzt der Vater. Im Rebberg arbeiten die beiden in Richtung Bio, streben allerdings eine entsprechende Bezeichnung nicht an. 1986 übernahm Denis Clair mit seiner Frau Françoise das Weingut von seinen Eltern, 1988 kauften sie die Parzelle „Les Murgers des dents de chien“, die zwischen den Lagen Puligny- und Chassagne Montrachet liegt, dazu, 1995 fingen sie an den Anteil an Chardonnay zu erhöhen und seit dem Jahr 2000 arbeitet Jean-Baptiste auf dem Familienbesitz mit. Mutter Françoise erledigt die administrativen Arbeiten, Sohn und Vater sorgen, neben ihrem Pensum in den Reben und im Keller, für den Verkauf ihrer Weine. Rund 70 Prozent davon gehen in den Export.

Während Denis in seiner Freizeit gerne auf die Jagd geht und fast noch lieber in der Küche steht, geniesst Jean-Baptiste am liebsten die Natur. Sei es auf dem Velo oder bei Spaziergängen mit seiner Partnerin Anne und Töchterchen Valentine. Jean-Baptiste erinnert sich auch zurück an seine ersten Kontakte mit dem Wein: „Während eines Aufenthaltes mit meinen Eltern im Elsass, konnte ich fast nicht genug kriegen vom frisch gepressten Weisswein dort.“ Diesem Sauser folgten dann später nach und nach und schluckweise die vom Vater gekelterten Weine. „Klar habe ich meinem Vater immer gerne zugeschaut bei allen seinen Arbeiten auf der Domaine“, schiebt er nach. Ebenfalls in Erinnerung geblieben ist ihm eine gosse Montrachet-Vertikaldegustation mit dem Vater und Kollegen. Für Denis seinerseits bleibt die erste Flasche Romanée Conti unvergesslich, die er mit Freunden geniessen konnte. „Ein Erlebnis das man im Leben nicht allzu oft wiederholen kann“, erzählt er und strahlt auch heute noch, wenn er an diesen besonderen Moment denkt. 

Jüngeren Leuten die sich mit der Welt der Weine auseinandersetzen wollen, empfehlen die beiden entweder eine Quer-Degustation zu Hause mit Weinen aus verschiedenen Appellationen um herauszufinden, welche man lieber mag und die gleichzeitige Diskussion mit Freunden über diese Weine. Oder noch besser eine Reise ins Weingebiet und den persönlichen Kontakt mit Winzern. „Wein ist etwas das man nicht auf die Schnelle entdecken kann. Degustieren braucht regelmässige Übung, jahrelange Erfahrung und Austausch mit gleichgesinnten“, sind sich Vater und Sohn einig.

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2. Domaine Gaston et Pierre Ravaut

Dreiblättriges Kleeblatt

Gaston – Pierre – Gaston – Pierre –Gaston – Pierre, diese Reihenfolge hat Tradition. Bis zur heutigen sechsten Generation des Familienunternehmens Ravaut folgte immer ein Pierre einem Gaston. Damit ist Schluss. Seit Januar 2016 hat sich der letzte Gaston zurückgezogen und ist auf der Domaine noch da um Löcher zu stopfen - als „Bouchon trou“, wie die Ravauts diese Rolle bezeichnen. Pierre, der ältere Sohn ist Vater von drei Töchtern, Vincent, der jüngere hat eine Tochter und zwei Söhne. Diese heissen Jules und Paul. Trotz anderen Vornamen geht die Tradition der Domaine Ravaut in Ladoix-Serrigny im Herzen der Côte d’Or weiter. Pierre und Vincent bewirtschaften mit viel Respekt zur Natur ihre 18 Hektar Reben, deren kleine Parzellen sich auf 17 Appellationen verteilen. Einige Namen sind: Corton Bressandes Grand Cru, Aloxe-Corton 1er Cru, Ladoix 1er Cru „Basses Mourottes“, Corton Charlemagne Grand Cru und Puligny-Montrachet. Die Jahresproduktion beträgt durchschnittlich zwischen 80’000 und 90'000 Flaschen, davon sind 80 Prozent Rot. Rund 30 Prozent ihrer Weine werden exportiert, zum Beispiel nach Belgien, in die USA oder in die Schweiz.

Als wichtige Etappen bezeichnet Vater Gaston den Bau des Weinkellers durch seinen Vater im Jahre 1973 und den Kauf des Nachbarkellers 1998. Alle drei betonen die Wichtigkeit des Flüsschens La Lauve, das in der Nähe entspringt und wenn nötig die Bewässerung der Reben ermöglicht. Sie führen mich denn auch zu „diesem Geschenk“ wie sie die Flauve auch nennen. Einig sind sich die drei auch hier: „Wir haben Glück. Unsere Frauen kochen alle sehr gerne und sehr gut. So können wir uns einfach hinsetzen und geniessen. Und natürlich für den richtigen Wein als Begleiter sorgen“, ergänzen sie einander unter grossem Gelächter. Überhaupt herrscht eine humorvolle Stimmung. Auf die Frage nach Traditionen (neben den erwähnten Vornamen) sprudelt Vincent lachend: „On s’enguele beaucoup“, oder auf deutsch „wir sorgen dafür, dass wir einander immer etwas anschnauzen können“.

Dass dem keineswegs so ist erfahren wir bei der Degustation ihrer verschiedenen Weine im verwinkelten Keller. Kritisch verkosten sie die Weine ihrer zahlreichen Appellationen, diskutieren miteinander und sind zufrieden mit dem Jahrgang 2015. Sowohl von der Menge wie auch von der Qualität her. „Die Persönlichkeit des Winzers sollte sich neben den spezifischen Eigenschaften der verschiedenen Terroirs im Wein zeigen. Das streben wir im Team an“, erklärt Pierre. Auf der Domaine arbeiten die Ravauts eng zusammen, doch in der Freizeit gehen die Interessen auseinander. Vincent hat das Flugbrevet doch meist fehlt ihm die Zeit um in die Lüfte zu steigen, Pierre liebt Ferien in den Bergen oder am Meer und Vater Gaston freut sich als frisch Pensionierter auf mehr Zeit für Velotouren. „Natürlich führe ich dann immer einen Bidon unseres Aligoté mit“, meint er schelmisch. Auch werde er in Zukunft mehr Zeit haben um den Kontakt mit Freunden und vor allem auch mit unseren Kunden zu pflegen, ist er überzeugt. Sagts und macht sich auf zu einem seiner Lieblingsplätze auf der Domaine, zum Rebberg des Ladoix 1er Cru „La Corvée“.

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3. Domaine Dubois

Bruder und Schwester

Auf die Frage nach einem Lieblingsort auf ihrer Domaine, die mitten im Gebiet der 1ers Crus von Nuits-Saint-Georges, in Premeaux-Prissey liegt, fragt die 44-jährige Beatrice Dubois zurück: „Haben Sie Kinder?“ Auf mein „Ja, zwei Töchter“, fragt sie nach: „Und welches ist Ihr Lieblingskind?“ Da muss ich genauso passen wie Beatrice Dubois auf meine Frage. „Sehen Sie, genau so geht es mir auf unserem Weingut. Ich suche den Charme jeder Appellation und auch ihre Ecken und Kanten. Ich habe keinen bevorzugten Ort und keinen Lieblingswein. Aber am liebsten rieche ich den Geruch während der Lese und während der ersten Arbeiten im Keller“, antwortet sie. Seit 2006 führt sie zusammen mit ihrem Bruder  Raphael (46) den Familienbetrieb, in neunter Generation. Beide Geschwiser sind ausgebildete Oenologen und Weintechnologen. Beatrice lebte sieben Jahre in Australien und sammelte weitere Weinerfahrungen in Chile, Neuseeland und Südafrika. Ihre „auf der Fly Away de Bourgogne-Tour“ erworbenen Kenntnisse kann sie nun daheim voll einbringen. Ihr Bruder bildete sich derweil in Betriebswirtschaft weiter. Er ist für die Arbeiten in den Reben, mit den Trauben vom Stock bis ins Fass und fürs Marketing zuständig, sie zeichnet schwergewichtig für die Vinifikation, die Arbeit im Keller verantwortlich.  Die Domaine umfasst 20 Hektar Reben, davon 75 Prozent Pinot Noir, 22 Prozent Chardonnay, der kleine Rest ist Aligoté. Im Jahr produzieren die Dubois durchschnittlich 100'000 Flaschen (70'000 Rot und 30'000 Weiss) von insgesamt 20 Appellationen. Rund ein Drittel ihrer Weine werden exportiert.

Das Ziel der Geschwister Dubois ist immer weiter zu gehen, sich und die Weine zu entwickeln. Beispielsweise bei der Anwendung neuer Arbeitsmethoden und vor allem auch bei der Qualität. „Wir wollen nicht in eine Routine verfallen sondern immer Neues versuchen“, erklärt Raphael. So hätten sie zu Beginn einen Fasslieferanten gehabt, heute seien es sieben. „Denn so wie jede Appellation ihre Besonderheiten hat, genauso spielt es bei den Fässern“, ergänzt Beatrice. Die richtige Wahl der Fässer für jede Appellation ist für die beiden unabdingbar um das Terroir so abbilden zu können, wie sie es sich vorstellen. Einige ihrer Weine sind Clos de Vougeot , Nuits-Saint-Georges, Savigny les Beaune, Volnay, Chambolle-Musigny „Aux Combottes“und Vosne-Romanée „Les Chalandins“. 

„Wir sind wohl bei der Geburt direkt vom Mutterschoss in ein Weinfass gefallen und sind seit jenem Moment immer mit dem Wein, seiner Geschichte, der Hege und Pflege der Reben und der Arbeiten im Keller verbunden“, sind sich Raphael und Beatrice Dubois einig. Als Vergleich erwähnen sie die Geschichte und den Zaubertrank von Asterix und Obelix. Eine weitere Gemeinsamkeit der beiden ist das Velofahren. Beatrice fährt jeden Tag 12 Kilometer von ihrem Wohnort zur Domaine und macht regelmässig Velotouren in der Nähe oder auch weiter weg. Raphael seinerseits besteigt vor allem am Wochenende sein Mountainbike und spult zwischen 30 bis 50 Kilometer ab. Aber nie ohne irgendwo in der Nähe von Reben zu sein.

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4. Domaine Lignier-Michelot

Ein „Aufmüpfiger“

„Das Burgund besteht nicht nur aus Romanée-Conti, Clos Vougeot, La Tache und weiteren solch grossen Namen. Nicht alle Burgunderweine sind teuer und werden nach allen Regeln der Marketing-Kunst in alle Welt vermarktet“, spricht Virgile Lignier (45) laut und deutlich aus. Es sei klar, dass einige Besitzer traditioneller und „berühmter“ Namen und Domaines auf einer einträglichen Gold- oder Diamantmine sässen. Mit entsprechenden Marketingmitteln und Einnahmen. Doch das sei eben nur eine Seite der Medaille. „Es kommen zunehmend jüngere, dynamische und aufstrebende Winzer mit ihren Weinen auf den Markt. Winzer die mit Leib und Seele in ihre Domaines investieren und in den Rebbergen und im Keller bewusst und mit grossem Respekt vor der Natur arbeiten. Winzer auch, die versuchen mit ihren Weinen den Geschmack der Burgunderwein-Liebhaber zu treffen, qualitativ hochstehende Terroirweine zu keltern und diese zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis zu verkaufen“, schiebt das Energiebündel nach. Für ihn sei Winzer mehr als nur ein Beruf. Es sei Leidenschaft, Begeisterung und Passion zugleich.

Nach seiner Ausbildung kam Virgile 1990 zu seinem Vater nach Morey-Saint-Denis in den Familienbetrieb. 1992 kam ihr erster Wein, der bis dahin an die Genossenschaft verkauft wurde, mit einer eigenen Etikette in den Handel. 1995 begannen sie den Wein selber abzufüllen und heute füllen sie mit einer eigenen Anlage alle ihre Weine auf der Domaine ab. „So können wir abfüllen wann und wie wir wollen und haben die Kontrolle von A bis Z“, ist Virgile Lignier überzeugt. Als Marksteine der Entwicklung nennt er das Jahr 2000 in dem sein Vater sich zurückzog und er freie Hand bekam, dann 2006 den Bau der neuen Cuverie für die erste Vergärung in Stahltanks und schliesslich 2013 den Bau des neuen Fasskellers. 11 Hektaren Reben umfasst seine Domaine, davon besitzt er  eine Hektar selber, acht Hektaren sind Familienbesitz und von zwei Hektaren kauft er die Trauben. Typisch für die kleine Aufsplitterung im Burgund sind auch die insgesamt daraus resultierenden 14 Appellationen. Für alle elf Hektaren ist er aber zuständig für alle Arbeiten, er bestimmt das wann und wie der Arbeiten. Die Jahresproduktion beträgt im Mittel rund 60'000 Flaschen.

Kann er auf seiner Domaine ausruhen? „Nein, das geht nicht, höchstens mit der Rebschere in der Hand. Es gibt immer etwas zu tun“, antwortet er. „Zudem sind  wir ja nicht nur Winzer, sondern auch Bankier, Marketing-Verantwortliche, Buchhalter und, und und... Eines jedoch lässt er sich noch entlocken. Was kocht er gerne und was trinkt er dazu? Sehr gerne öffne ich mit meiner Frau zusammen eine Flasche Clos Saint-Denis Grand Cru. Dazu koche ich ein einfaches Gericht, zum Beispiel ein grilliertes Filet Mignon vom Schwein und eine cremige Champignonsauce als Begleitung. Am liebsten esse ich dazu Salzkartoffeln, denn diese kann man so schön zerdrücken und damit die Sauce auftunken“, schwelgt er schon fast ein bisschen.

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5. Domaines des Perdrix

Kochen und Wein gehören zusammen

„Eine Flasche Nuits-Saint-Georges Village öffnen, einen Schluck davon nehmen und dann in der Küche eine Côte de Boeuf grillieren. Dazu eine rassige Pfeffersauce servieren, Teigwaren oder Baguette als Begleitung und ein schöner Verwöhn-Abend ist garantiert“, antwortet der 58-jährige Robert Vernizeau auf eine entsprechende Frage. Seit 1981 ist er als Oenologe für die Familie Devillard tätig. Er arbeitete in dieser Funktion schon für den Grossvater und Bertrand Devillard, den Vater von Amaury Devillard (46). Aumary heisst uns bei unserem Besuch im Namen der Besitzerfamilie willkommen. Vernizeau kennt die Rebstöcke, die Böden und die Bedingungen im Keller der Domaine des Perdrix in Nuits-Saint-Georges seit langem. Das garantiert Kontinuität und Qualität. „Wir pflegen die Tradition, versuchen immer wieder unsere Terroirs neu zu verstehen und unsere Arbeiten respektvoll und schonend zu erledigen ohne uns aber Neuem zu verschliessen“, erklärt Aumary Devillard. „2015 haben wir erstmals einen Teil unserer Trauben mit den Stielen vinifiziert. Damit wollen wir den Charakter der Terroirs noch besser zum Ausdruck bringen und den Weinen ein noch stärkeres Gerüst geben“, ergänzt Robert Vernizeau. Auf das Resultat ist auch Amaury gespannt, der sich schon darauf freut einen Nuits-Saint-Georges 1er Cru zu degustieren und dazu eine Pintade au choux (Perlhuhn) zu geniessen. Allerdings muss er darauf noch einige Zeit warten, denn der Wein bleibt vorerst noch monatelang in den Pièces im Keller.

Für Robert Vernizeau sind Wein und Kochen mehr als nur Hobby: „Wein ist meine anspruchsvolle und grosse Passion, ja mein Leben. Und wenn ich in der Freizeit auf Pilzsuche gehen und zu Hause dann ein Pilzgericht zubereiten und den passenden Wein dazu auswählen kann, dann gibt es für mich keine passendere Kombination.“ Auch für Amaury Devillard bedeutet das Thema Wein eine ständige Herausforderung: „Als Akteure können wir in den Rebbergen sogfältig und möglichst naturgerecht arbeiten und im Keller beim Ausbau der Weine dann grösste Sorgfalt walten lassen. Bei Klima und Wetter aber sind wir nur Zuschauer, können es nicht beeinflussen. Das macht unseren Beruf speziell spannend und abwechslungsreich.“

Die Devillards übernahmen die Domaine des Perdrix im Jahr 1996. Die wichtigsten Appellationen sind Echezeaux Grand Cru, Gevrey Chambertin 1er Cru, Nuits-Saint-Georges 1er Cru und Vosne Romanée. Von den 15 Hektaren Reben sind etwas über 14 Hektaren Pinot Noir und eine knappe Hektare Chardonnay. Die Jahresproduktion beträgt zwischen 70'000 und 80'000 Flaschen. Die eine Hälfte wird in Frankreich konsumiert, die andere Hälfte wird exportiert. Als Lieblingsort auf der Domaine nennen beide den hügeligen Rebberg der Appellation Nuits-Saint-Georges 1er Cru „Aux Perdrix“, von dem aus sie jeweils eine wunderbare Aussicht auf die umliegenden Lagen geniessen. Zum Familienbesitz gehören im weiteren  auch die Domaine de la Ferté in Givry und das Château de Chamirey in Mercurey.

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6. Maison Albert Bichot

Eine Familiengeschichte

„Salut Meme“, „Bonjour Dede“ oder „ca va Gaston“, so oder ähnlich tönt es oft am Samstagmorgen auf dem Markt von Beaune. Man kennt sich und erkundigt sich nach dem Befinden, der Familie, des Geschäfts. Der da so zwischen den farbigen Marktständen und Geschäften der Bauern, Metzger oder Bäcker schreitet, sich hier und da etwas empfehlen lässt und kauft, heisst Albéric Bichot. Seit 1990 ist der 51-jährige Präsident in sechster Generation im 1831 gegründeten  Familienunternehmen Albert Bichot in Beaune an der Arbeit. Mit seiner Frau und den drei Kindern lebt er unweit der Stadt auf der Domaine du Pavillon in Pommard. „Wenn ich nicht unterwegs bin, lasse ich mir deshalb das Vergnügen des samstäglichen Marktbesuchs nicht nehmen, treffe Freunde, diskutiere und selbstverständlich gehört ein Gläschen zum Apéro dazu“, erzählt der sympathische Burgunder.

Bei unserem Gespräch blickt er zuerst kurz in die Vergangenheit und betont, dass die heutige Situation nicht selbstverständlich sei. „Die Familie hat dreimal alle ihre Reben verloren. Zwischen 1875 und 1890 bei der Reblausplage, dann im ersten und nochmals im zweiten Weltkrieg. Immer aber hätten sich die Bichots aufgerafft, die Rebberge wieder bepflanzt und gepflegt. Zwischen sechs und zehn Hektaren waren es früher, heute sind es 104 Hektaren in Eigenbesitz. Dazu gehören Reben in sechs Domaines in den Lagen Echezeaux, Richebourg, Chambertin, Corton, Pommard und Vosne-Romanée, um nur einige zu nennen. Insgesamt sind es 103 verschiedene Parzellen. Bis ca. 1920/1930 seien Burgunderweine vor allem in Fässern in die ganze Welt verschifft worden und erst ab 1950/1960 wurden sie auf den Domaines in Flaschen abgefüllt. Hätten sich die Burgunder vor Jahrzehnten als einfache Winzer gesehen, so sei heute daraus eine stolze und naturbewusste Berufsgattung geworden, erklärt Bichot.

Für die heutige durchschnittlich produzierte Jahresmenge von rund zwei Millionen Flaschen werden noch Trauben dazugekauft. Die Qualität bestimmt jedoch die Domaine Bichot und auf den Etiketten wird genau ersichtlich von wo diese kommen. Den für die gesamte Produktion vom Rebberg bis zur Flasche verantwortlichen Oenologen und technischen Direktor Alain Serveau, bezeichnet Albéric Bichot als seinen Komplizen. „Seit über 20 Jahren sind wir ein professionelles Gespann. Wir haben fast täglich Kontakt miteinander. Alain kennt jeden Rebberg, jede Lage und ist ständig unterwegs. Gerade beim Kauf von Trauben ist regelmässiger Kontakt und vor allem grosses Vertrauen wichtig“, betont der Patron. Serveau sorge auch für Konkurrenz zwischen den Oenologen der einzelnen Domaines, die wiederum ihre Terrois genauestens kennen und von denen natürlich jeder der Beste sein möchte. Das garantiere hohe Qualität vom einfachen Village-Wein bis hin zu Grand Cru-Kreszenzen. Das Verhältnis von Rot- und Weissweinen sei 50/50Prozent und rund zwei Drittel werde exportiert.

Zum Schluss nennt Albéric noch seinen „Kraftort“ an dem er ab und zu Erholung sucht und seine Gedanken ordnet: In die Cabotte, das ist ein einfaches Rebhäuschen im Clos de Mouches bei Beaune, ziehe ich mich gerne zurück. Ein Baguette, ein Glas Wein und den Sonnenuntergang als Begleiter – es gibt kaum etwas Schöneres“, schwärmt er.

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7. Maison Louis Jadot

Ein grosser Name

„Es braucht ein ganzes Leben um die Burgunderweine zu verstehen, zu begreifen.“ Dieser Satz steht in der druckfrischen Broschüre des Maison Louis Jadot in Beaune. Diese Aussage hat sicher auch mit der Tatsache zu tun, dass das Burgund über 1'200 Appellationen kennt und die Weine nicht zuletzt deshalb sehr verschieden sein können. Das Epizentrum dieses Traditions-Negociants liegt mitten in der Altstadt von Beaune, die modernen Keller an der Peripherie. „Hier in Beaune bauen wir alle rund 110 Appellationen einzeln aus. Zu diesem Zweck stehen 129 Gärtanks in einem Rundgebäude und gleich nebenan. Wir haben separate Räume für die Rot- und Weissweine und im Keller unter dieser Cuverie lagern gegen 4'500 Pieces“, erläutert Frédéric Barnier. Er ist seit 2010 der technische Direktor bei Louis Jadot und verantwortlicher Winemaker. Sein Vorgänger arbeitete 42 Jahre für das Unternehmen. Maison Jadot wurde 1986 an ein amerikanisches Familienunternehmen verkauft, das schon seit langer Zeit die Jadot-Weine in die USA importierte und auch sonst mit dem Weingeschäft sehr verbunden ist. „Mit dem Verkauf wurde der Fortbestand des Traditionshauses, dessen Geschichte bis ins Jahr 1826 zurückgeht, sichergestellt. Es wird auch laufend investiert. Sei es hier in Beaune, in den verschiedenen Appellationen oder auch beim Kauf von weiteren Rebbergen“, erklärt Barnier.

Louis Jadot produziert im Burgund Weine von 200 Hektar Reben, davon sind 130 Hektar eigene Rebberge. Die durchschnittliche Jahresmenge liegt zwischen 900'000 und 1 Million Flaschen. Davon sind 55 Prozent Rotweine. 85 Prozent aller Weine werden exportiert. „Beim Wein beginnt alles im Rebberg von der Erde, dem Schnitt, der Pflege bis zur Ernte. Das A und O eines guten Weins sind qualitativ gute Trauben“, bemerkt Barnier. Und legt gleich nach: „Wir sind Handwerker nicht Zauberer, auch bei der Arbeit im Keller. Auch wir können aus schlechten Trauben keinen guten Wein machen. Deshalb ist zuverlässige und seriöse Arbeit in den Reben wichtig, auch oder gerade in guten Lagen. Zwischen 50 und 60 Mitarbeiter sind denn auch in Rebbergen und Keller beschäftigt. Dazu kommen Saisonniers während der Weinlese.

Seine Ausbildung im Wein-Business absolvierte der gebürtige Bretone in Montpellier. Die Entscheidung Oenologe zu werden habe er schon früh, mit 18 Jahren getroffen, erklärt Fréderic Barnier. Jetzt fühlt er sich mit seiner Frau und den vier Kindern sehr wohl im Burgund. Auch in seiner Freizeit ist er oft in den Weinbergen anzutreffen, beim Training für den nächsten Marathonlauf zum Beispiel. „Beim Laufen kann ich sehr gut abschalten und erst noch in dieser schönen Landschaft. Zudem teilt meine Frau glücklicherweise mein Hobby“, strahlt er. Als seine vierte Leidenschaft, nach Familie, Wein und Marathon, pflegt er das Tauchen. „Als Bretone natürlich am liebsten im Meer.“ Wenn er etwas koche seien es deshalb auch immer wieder Fisch, Muscheln und Meeresfrüchte. „Dazu suche ich immer Kombinationen mit guten Rotweinen, denn es müssen nicht immer nur Weisse sein.“

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Zu den Subskriptions-Weinen

Meine Lieblingsrezepte aus dem Burgund:

Boeuf Bourguignon

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Coq au Vin à la Bourguignonne

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Glühwein Bourgignon au Cassis

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Kaninchenkompott mit Estragonsenf

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Poires pochées au Vin Rouge

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Sauce Marchand de Vins

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