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John on Tour - Subskription Bordeaux 2014

Lesen Sie die Berichte der Einkaufstour für die Bordeaux-Subskription des Jahrgangs 2014.Denn für Sie habe ich drei Coop-Weinspezialisten im April auf ihrer Reise ins Bordeaux begleitet.

Seit langem behauptet das Bordeaux seine besondere Stellung unter den Weinbaugebieten der Welt. Im Südwesten Frankreichs gelegen profitieren die Reben von der Lage entlang der Flüsse Gironde, Garonne und Dordogne, der Nähe zum Atlantik  und damit dem Einfluss des wärmenden Golfstroms. Unterschiedlich sind aber sowohl die mikroklimatischen Verhältnisse wie auch die Beschaffenheit und damit die Wasserdurchlässigkeit der Böden. Die  Rebfläche beträgt heute weit über 100'000 Hektar und je nach Lage dominieren Kies, Sand, Kalkgestein und Lehm.

1878 sorgte der vernichtende Einfall der Reblaus quasi für einen Totalverlust der Rebberge. Als Folge davon wurden die bekannten französischen Rebsorten auf reblausresistente, amerikanische Rebstöcke aufgepfropft und erst fünfzehn Jahre später wurde wieder ein qualitativ befriedigender Jahrgang produziert. Erneuten Schaden erlitt das Bordeaux durch die beiden Weltkriege und brauchte bis in die fünfziger Jahre um sich richtig zu erholen. Höhen und Tiefen wechselten sich im Folgenden nicht nur bei der Qualität der Jahrgänge sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht ab.

Etwas seit den Jahrgängen 1978/79 herrscht im Bordeaux Kontinuität. Die Nachfrage nach den Weinen stieg weltweit und mit dieser auch die (oft spekulativen) Preise. Modernisierung und Fortschritt sowohl bei der Arbeit im Rebberg und im Keller sorgten für eine markante Qualitätssteigerung. Bewertungen von verschiedenen Weinpäpsten, verstärkte Anstrengungen im Marketing und als Folge davon unvorstellbare Preise, sorgten aber auch zunehmend für Kopfschütteln beim durchschnittlichen Weinliebhaber. Die Entwicklung ermöglicht aber ebenso, dass neben den Höhenflügen einiger Spitzenreiter, zunehmend Entdeckungen kleinerer, innovativer Châteaux-Weine möglich sind. Und diese sind erst noch bezahlbar. Auch im Bordeaux gibt es Winzer, die neue Wege suchen und hochstehende Weine zu annehmbaren Preisen produzieren.

Neben den „grossen Namen“ suchte das Coop Weinteam deshalb bei den Weinen für die Bordeaux-Subskription des Jahrgangs 2014 vor allem auch diese „anderen“ Winzer. Suchte nicht in erster Linie nach Starweinen der bekannten Châteaux, die selbstverständlich auch im Angebot sind, sondern nach Weinen, die auch ein junges, urbanes Publikum ansprechen. Einerseits von der Stilistik her und andererseits weil sie das Budget des Weingeniessers nicht allzu sehr belasten.    

Lesen Sie die Porträts von sechs ausgewählten Châteaux, den Persönlichkeiten  die hinter diesen Weinen stehen und schwelgen Sie in den kurzen Geschichten. Am besten natürlich in Begleitung eines Glases Bordeaux. Und freuen Sie sich dabei auf das attraktive Subskriptionsangebot.       

Ihr Weinexperte John Wittwer

John's Tour durchs Bordeaux

Winzerbesuche

1. Château d'Escurac

In dritter Generation führt der 52-jährige Jean-Marc Landureau das Château d’Escurac im Médoc. Zur Natur hat er ein besonderes Verhältnis. In der Vergangenheit seien auch im Bordelais viele Fehler begangen worden. Man habe zu kurzfristig geplant, zu viel auf die Optimierung der Produktion und die Belieferung der Konsumenten geschaut. Dabei sei die Natur oft zu kurz gekommen. „Allein der Name Bordeaux versprach viele und gute Geschäfte. Doch wir müssen mehr Verantwortung wahrnehmen, unsere Landschaft, unsere Reben und unsere Weine pflegen und dafür sorgen, dass der Konsument das Vertrauen in die Bordeauxwein, also in unsere Produkte nicht verliert,“ plädiert Landureau. Reben gab es immer auf Château d’Escurac. Dazu auch Landwirtschaft und unter seinem Grossvater eine  ansehnliche Rennpferde-Zucht. Heute konzentriert sich der studierte Önologe, der nach seiner Ausbildung und diversen beruflichen Stationen 1990 auf Château d'Escurac zurückkehrte, nur noch auf Wein. Die 23 Hektar Reben (11ha Merlot, 10ha Cabernet Sauvignon, 2ha Petit Verdot) verteilen sich auf 18 Lagen. Durchschnittlich 60'000 Flaschen beträgt die Jahresproduktion, die Landureau zusammen mit sechs Mitarbeitern produziert.

Sein Château d’Escurac ist seit Jahren als Cru Bourgeois klassifiziert und er ist zuversichtlich, dass es auch der 2014er wieder sein wird. „Jeder Jahrgang wird von einer Jury aus professionellen Degustatoren verkostet und nach bestimmten Kriterien beurteilt. Wenn ein Château dies anstrebt, muss sich sein Wein das Prädikat Cru Bourgeois also jedes Jahr neu verdienen“, erklärt Jean-Marc Landureau. Er präsidiert übrigens die Technische Kommission, die zurzeit mit der Überarbeitung der Regeln für die Klassifikation beschäftigt ist. „Wir sind seit drei Jahren an der Arbeit und sollten diese demnächst abschliessen können“, meint er abschliessend.  

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2. Château Fleur La Mothe

Die drei Besitzer Edouard Massie, Antoine Médeville und Henri Boyer kennen sich schon seit Jahren und haben im gleichen Jahrgang das Diplom als Önologen der Fachschule in Bordeaux erworben. Seit 2008 sind sie Besitzer von Château Fleur La Mothe in Saint Yzans du Médoc. Die 15 Hektaren in bester Lage auf einem Hochplateau sind bepflanzt mit 50 Prozent Merlot, 40 Prozent Cabernet Sauvignon und 10 Prozent Petit Verdot. Ihr Kellermeister, Jean Luc Labaisse besorgt mit drei Mitarbeitern auf dem Weingut das Tagesgeschäft in den Reben und im Keller. Denn die drei Patrons haben zusammen mit einem weiteren Partner noch einen anderen Geschäftszweig. Die Firma „Oenoconseil“ wurde 1990 gegründet und ist ein auf Hygiene, Analysen, Kontrollen und Beratungen spezialisiertes Weinlabor mit drei Standorten, 15 Mitarbeitern und über 250 Kunden. Unter diesen finden sich neben vielen weiteren auch Namen wie Château Lynch-Bages,  Château Calon-Ségur und Château Léoville-Poyferré. „Dass wir selber auch Weine keltern hat bei unseren Kunden eine zusätzliche Akzeptanz bewirkt. Wir haben zusätzlichen Stoff für Erfahrungsaustausch, weil wir die gleichen Probleme und Sorgen aber auch die Freude am Wein teilen“, erklärt Antoine Médeville.

Im Weinberg setzen die Besitzer auf naturnahen Anbau und betonen ihren Respekt für die Natur und das damit einhergehende grössere  Quantum an Handarbeit im Vergleich zu konventionell bewirtschafteten Rebbergen. „Im vergangenen Jahr haben wir beispielsweise Tausende von Schnecken von Hand aus den Reben entfernt“, erläutert Henri Boyer. Und Eduard Massie ergänzt: „Mit der Übernahme von Château Fleur La Mothe konnten wir uns einen grossen Traum erfüllen. Einziger Nachteil ist, dass meine Frau mir manchmal sagen muss, dass ich fast mehr Zeit mit meinen Geschäftspartnern verbringe als mit ihr.“ Doch wer 'Die drei Musketiere' von Alexandre Dumas gelesen hat, weiss, dass dies bei Musketieren gang und gäbe ist. Und wer die Weine der drei degustiert, weiss ebenfalls, dass die Zeit auf Fleur La Mothe gut investiert ist.   

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3. Château de Malleret

In Pian Médoc, im Haut Médoc, eine knappe halbe Autostunde von der Stadt Bordeaux entfernt liegt Château Malleret. „Malleret steht einerseits für Pferdezucht und andererseits für ausgezeichneten Wein“, empfängt uns der für letzteres zuständige Direktor Paul Bordes. Machen wir also zuerst einige Bemerkungen zu den Pferden: Die ungenannt sein wollende, diskrete Besitzerfamilie von Château Malleret investierte in den letzten Jahren Millionen Euro in ihre Dressurpferdezucht und in ein zugehöriges Therapiezentrum für Pferde. Ein wahres Luxuszentrum auf höchstem Niveau für die Pflege und Rehabilitation von Spitzenpferden. „Wir haben hier alles was es braucht, um die 'Spitzensportler' unter den Pferden und deren Besitzer einen angenehmen Aufenthalt und zukünftige Einsätze auf höchstem Niveau zu ermöglichen“, fasst Gérald Martinez zusammen. Der erfahrene ehemalige „Torero auf dem Pferd“ (Rejoneador) hat seine Erfahrungen mit Pferden unter anderem auch in dieser höchst anspruchsvollen Disziplin geholt und ist auf Château Malleret für den gesamten Pferdebereich verantwortlich.

Die Arbeiten für das Gestüt sind seit 2014 abgeschlossen. Seit 2012 wird auch im grossen Stil in die Weinbereitung investiert. So freut sich Paul Bordes über das neuste Projekt, den Ausbau des Weinkellers. „Mit dem Architekten Silvain Dubuisson, der unter anderem den Louvre renoviert und auch schon für Cartier gearbeitet hat, haben wir einen renommierten Mann gewonnen. Wir sind in der Endphase der Projektierung, zu Beginn des Jahres 2016 sollen die Arbeiten beginnen und für den Jahrgang 2017 sollte es möglich sein, dass wir alle unsere 60 Parzellen einzeln vinifizieren können.“ Damit und mit dem Ausbau des Fasskellers von 600 auf 1'000 Barriques will Château Malleret seinen jetzt als Cru Bourgeois klassifizierten Wein noch weiter bringen und wie bei den Pferden höhere Weihen anstreben. Da darf man gespannt sein. Zumal auch wenn man die Philosophie von Paul Bordes kennt: „Ein grosser Wein ist dann gross, wenn er sowohl im Alter von 10 Monaten, 3 Jahren, 5 Jahren. 10 Jahren oder mehr Genuss bietet.“ Bordes erinnert sich auch an eine Aussage eines alten Winzers, der ihm sagte: „Wenn sich ein Wein nicht verkauft, dann gehe in den Rebberg und betrachte deine Reben, schaue zu ihnen, hege und pflege sie.“  Das Geschäft mit dem Wein sei kein kurzfristiges, sondern bedinge eine langfristige Planung und sorgfältige Arbeit in allen Bereichen, ist er überzeugt.

Der passionierte Jäger und Freizeitkoch verrät uns noch eines seiner Lieblingsrezepte: Geschnetzelte Kalbsnieren mit Trüffeln. Dazu mariniert er Burgunder Trüffel mit einer Mischung von ½ Cognac, ¼ Madeira und ¼ Portwein und lässt sie zugedeckt während rund sechs Monaten liegen. Dann reinigt und schneidet er die Kalbsnieren in kleine Stücke wendet sie in wenig Weinessig und brät sie für ca. fünf Minuten an und löscht sie mit etwas Truffelmarinade ab. Die Trüffelstücke fügt er erst ganz zum Schluss bei. Dazu serviert er Salzkartoffeln, die er kurz in Olivenöl wendet oder Butternudeln. Als Begleiter empfiehlt er einen jungen, nicht allzu schweren Rotwein, da das Gericht sehr viel Eigengeschmack hat.  

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4. Château Pierre 1er

Bis zum Jahr 1985 gehörte der Besitzer Jean Dutreuilh zur Weltspitze der Buckelpisten-Skifahrer und erzielte gar manchen Sieg in dieser anspruchsvollen Sportart.  Er sprudelt immer noch vor Energie. Unermüdlich schreitet er über sein Weingut, erklärt, erzählt, zeigt und erledigt zwischendurch noch schnell ein Telefongespräch.

Zwischen Weinkeller und Degustationsraum trifft er auf seinen leitenden Mitarbeiter Jean-Pierre Benchat (61), der seit 28 Jahren für die Pflege der 11 Hektaren Reben (80 Prozent Merlot, 20 Prozent Cabernet Franc) und die technischen Installationen auf Château Pierre 1er verantwortlich ist. Die Unterhaltung dreht sich um  die Neuanschaffung eines Traktor und ist sehr freundschaftlich. „Seit zwei Jahren ist auch der Sohn von Jean-Pierre auf dem Weingut und wir sind wirklich wie eine Familie zusammen gewachsen“, erzählt das Energiebündel. Pro Jahr werden auf Château Pierre 1er rund 55'000 Flaschen Wein produziert. Das Durchschnittsalter der Reben beträgt 35 Jahre. Bei der Weinbereitung wird Dutreuilh von Michel Rolland, einem der ganz grossen Spezialisten für Assemblagen im Bordelais beraten. „Michel Rolland war schon ein Freund meines Vaters, der als Generaldirektor seinerzeit die Marke Cordier kreiert hat und mit Rolland zusammenarbeitete. Zu Cordier gehörten zu dieser Zeit vierzehn Châteaux, darunter Gruaud-Larose“, blickt Jean Dutreuilh zurück.

In seiner Freizeit ist er heute noch oft in der Schweiz, im Wallis anzutreffen. „Ich habe zehn Jahre in Morges am Genfersee gelebt und dort die Schweizer Weissweine kennen gelernt. Ich könnte mir gut vorstellen, auf meine alten Tage hin im Wallis einen kleinen Rebberg zu kaufen und dort zu leben“, schmunzelt er. Dabei denkt er vor allem auch an die schneebedeckten Skihänge „und an die Bergwelt überhaupt“.

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5. Château Faugères

Château Faugères ist unweit des Städtchens St. Emilion gelegen. Das Weingut befand sich seit 1823 im Besitz der Familie Pierre-Bernard (Péby) Guisez  und wurde 2005 vom Schweizer Unternehmer und Weinkenner Silvio Denz (59) gekauft. Die Affinität zum Wein hat Silvio Denz von seinem Vater, der ein passionierter Sammler und Geniesser von Bordeaux-Weinen war. Zudem besass die Familie einen kleinen Rebberg im Fricktal. Wein und Weinanbau war ein omnipräsentes Thema am Familientisch und so kam Silvio schon früh in Berührung mit der Weinwelt. „Mein grosser Traum war schon lange ein Weingut im Bordelais, genauer im Saint-Emilion zu erwerben. Mit Hilfe meines Freundes Stephan Graf von Neipperg, dem Besitzer von Château Canon-La-Gaffelière und Château La Mondotte, wurde dieser Traum dann Wirklichkeit“, erklärt er. Den Bau eines neuen Weinkellers auf Faugères wollte Denz eigentlich einem lokalen Architekten übertragen. „Als mir dessen Projekt nicht zusagte, wandte ich mich an Mario Botta, den Meister des Lichts und der Gravität. Ihm ist es gelungen, den neuen Keller harmonisch in die Umgebung einzufügen“, freut sich der Wein-, Architektur- und Kunstliebhaber. In erster Linie wurden dafür Materialien aus der Gegend verwendet, wie beispielsweise der typische Kalkstein von Saint-Emilion. „Die 'Weinkathedrale' von Mario Botta ist auch das Resultat einer engen Zusammenarbeit zwischen Önologen und Architekten und es wurde neuste Technik mit jahrhundertalter Tradition verbunden“, blickt Silvio Denz stolz auf sein sehenswertes Weingut Château Faugères.

Vom bekannten Önologen und Berater Michel Rolland unterstützt und unter der Leitung des langjährigen technischen Direktors Alain Dourthe, der seit 1997 auf Faugères wirkt, produziert das rund 30-köpfige Faugères-Team hervorragende Weine.

Auf die Frage nach drei Höhepunkten auf Faugères antwortet Denz: „2005 die Übernahme und gleichzeitige Einführung des Zweitweins Haut Faugères, 2009 dann der Bau der Weinkellerei durch Mario Botta und schliesslich 2012 die Klassifizierung Grand Cru Classé der beiden Weine Château Faugères und Château Péby Faugères. Letzteres macht mich besonders stolz, auch auf meine Mitarbeiter.“ Auf Faugères werden von rund 80 Hektaren Merlot-, Cabernet Sauvignon- und Cabernet Franc-Reben Weine gekeltert.

Silvio Denz begann seine Tätigkeit mit der Kreation von Parfums. Der berufliche Erfolg ermöglichte es ihm, in seine Leidenschaft Wein zu investieren. Er ist heute Eigentümer von zwei Weinhandelshäusern in der Schweiz und der Kristallmanufaktur  Lalique. Weiter ist er Besitzer und Mitinhaber von Weingütern im Bordelais, in Spanien und in Italien. „Weinanbau, Weinproduktion und Weinhandel sind für mich mittlerweile zu einem wichtigen Geschäftsfeld geworden“, bekräftigt er. Seine verschiedenen beruflichen Aktivitäten sind für ihn gleichzeitig Hobby, ergänzt durch eine tägliche Stunde Sport und, wenn immer möglich, Streifzüge durch die Natur.  

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6. Château Limbourg

Die neuere Geschichte von Château Limbourg beginnt mit dem Erwerb eines anderen Weingutes, dem Château Pontac-Monplaisir durch die Familie Maufras. Grossvater Auguste  Maufras kaufte dieses 50 Hektar umfassende Anwesen im Jahre 1920. 1952 erwarb sein Sohn Jean zusätzlich das Château Limbourg, welches sich ebenfalls in Villenave d’Ornon befindet. Seit 1980 führt der Sohn von Jean, Alain Maufras die Familientradition in dritter Generation weiter. Alain half bei der ständigen Erneuerung in Rebbergen und Keller mit und ist bis heute verantwortlich für den ganzen Betrieb. „Wir erledigen sehr viel Handarbeit, arbeiten in den Reben sehr umweltbewusst, bei der Lese und Auslese des Traubengutes sehr sorgfältig und pressen die Beeren nicht, sondern lassen sie durch ihr eigenes Gewicht abtropfen. Dies, die Wahl der richtigen Eichenfässer und die verantwortungsvolle Arbeit im Keller ergibt dann die von uns angestrebte Qualität unsere Weine“, erzählt er. Unterstützt wird er auf Château Limbourg von seinem Kellermeister Franck Pandolfo und weiteren vier Mitarbeitern.

Die 16 Hektar Reben sind auf 15 verschiedene Parzellen verteilt. Der grösste Teil ist bepflanzt mit Merlot, gefolgt von Cabernet Sauvignon und etwas Sémillon und Sauvignon Blanc. Die durchschnittliche Jahresproduktion liegt bei ca. 100'000 Flaschen, davon drei Viertel Rotwein. In den Export gelangen ungefähr 45 Prozent. Auf die Preispolitik im Bordelais angesprochen erwidert Jean, der Maufras-Senior energisch: „Auch für uns ist diese oft nicht nachvollziehbar. Vor 60 Jahren lag beispielsweise der Verkaufspreis eines grossen Cru Classé bei umgerechnet zehn Euro, kleinere Châteaux wie wir verlangten sieben Euro, also etwa einen Drittel weniger. Heute ist das Verhältnis oft 100 Euro zu ca. 14 Euro, also sieben zu eins. Das ist keine gute Entwicklung“, ereifert er sich. Als aber das Gespräch zurück zum Genuss kehrt und sein Sohn Alain vom Kochen schwärmt, lobt sein Vater: „Er ist wirklich ein guter Koch.“

Was also kocht Alain?  „Am liebsten Fischgerichte. Im Einfachen liegt das Gute, ich habe es nicht gerne kompliziert. Ein Wolfsbarsch, eine Dorade oder ein Adlerfisch (maigre), gefüllt mit Schnittlauch, Zwiebeln, Tomaten, etwas Zitronensaft, Salz und Pfeffer, im Backofen in der Folie gebacken, dazu Salzkartoffeln und natürlich ein Glas Bordeaux.“ Was will man mehr?

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