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Grand Prix du Vin Suisse 2015 - Jubel am Genfersee

Der Erfahrungsbericht von unserem Wein-Experten John Wittwer.

Galerie

 

Schweizer Weinkellerei des Jahres 2015 wurde die Domaine de la Ville de Morges (VD).
Marc Vicari, Direktor des Weinguts meldete wie 126 andere Weingüter fünf Weine zum Kampf um den Titel an. Der Les Guérites Rouge 2013 (Assemblage von Gamaret und Garanoir mit Barriqueausbau) und der Servagnin 2013 (Pinot Noir aus Morges mit Barriqueausbau) wurden mit Gold ausgezeichnet. Je eine Silbermedaille erhielten die anderen drei Weine: La Grand’Rue 2014 (Chasselas Réserve), Les Guérites Blanc 2013 (Assemblage von Doral, Chardonnay und Pinot Gris mit Barriqueausbau) und der Gamay Réserve 2013. Noch nie hat eine Kellerei für jeden ihrer eingereichten Weine eine Auszeichnung erhalten. Damit haben Vicari und sein Team ausserordentliches geschafft. Zwar hat die Kellerei schon verschiedentlich Preise für ihre Weine eingeheimst, unter anderem gewannen die Waadtländer den diesjährigen Mondial du Chasselas. Doch der aktuelle Erfolg ist das höchste für Marc Vicari. Er freut sich mit Recht: „Ich kann es fast nicht glauben, obschon wir wissen was wir können und wie gut unsere Weine sind. Die Auszeichnung macht uns stolz und ist eine grossartige Belohnung unserer Arbeit. Das ganze Team hat damit eine unerwartete aber verdiente Bestätigung erhalten. “ Früher seien die Weine der Stadt Morges vor allem als Offenweine verkauft worden. Seit einigen Jahren setze man aber ganz klar auf Qualitätsprodukte der Appellation Morges. „Wir fahren auf unserem eingeschlagenen Weg weiter und wollen immer besser werden. Denn für uns liegt der Erfolg der Schweizer Weine ganz klar in allerhöchster Qualität,“ betont Vicari.

Er zeigt sich vor allem auch erfreut darüber, „dass mit diesem Titel die Publizität für unsere Weine aber auch für die Stadt Morges, ja für die ganze Region noch grösser wird.“ Und ist schon auf dem Weg an den nächsten Wettbewerb: Am 19. November möchte er in Lausanne mit seinem Chasselas die begehrte  Platinlorbeere von Terravin einheimsen. Zum aktuellen Erfolgsteam der Domaine gehören neben Vicari auch der beratende Oenologe Fabio Penta und der Weinbau-Chef Corentin Houillon. Die Gemeinde Morges besitzt die Domaine seit 1574. Sie umfasst heute 15 Hektaren, auf denen 12 Rebsorten gedeihen und 13 Weine gekeltert werden, davon sechs im Barrique. Die durchschnittliche Jahresproduktion liegt bei ca. 90'000 Flaschen, davon sind zwei Drittel Weissweine. Mehr unter domainedelaville.ch

Ausgezeichnete Schweizer Weine

Wie jedes Jahr sind einige der nominierten und prämierten Weine auch bei Coop erhältlich. Unter anderem sind dies Noir Divin der Domaine du Paradis in Satigny (GE), Château d’Auvernier Pinot Noir Tradition (NE), Château d’Auvernier Neuchâtel Blanc (NE), Perroy Grand Cru Cuvée 48 von Cave Jolimont in Rolle (VD), Grand Cru Féchy der Domaine de Fischer in Rolle (VD), Grand Cru des Château de Bursinel (VD) und ein gutes Dutzend weitere edle Tropfen.

Organisatoren des Grand Prix du Vin Suisse sind die Weinzeitschrift Vinum und die Vereinigung Vinea in Sierre. Und als grösster Schweizer Weinhändler unterstützt Coop den Grand Prix du Vin Suisse seit Beginn als Hauptsponsor. Sylvia Berger, Coop Category Managerin Wein und Schaumwein begründet dieses Engagement: „Der repräsentative Grand Prix entspricht den gültigen Normen für internationale Wettbewerbe, unterstützt die Anstrengungen der Schweizer Weinwirtschaft und trägt zur Förderung des Schweizer Weins bei. Hier mitzuhelfen ist für uns deshalb eine Selbtverständlichkeit. Zusätzlich verleiht Coop den Spezialpreis für Bio-Wein und honoriert mit dem Prix Bio die nachhaltigen Arbeiten in Weinberg und Keller.“    

Die am Kampf um den Titel teilnehmenden Betriebe müssen mindestens fünf  Weine in drei Kategorien einreichen. Massgebend zum Gewinn des Titels „Kellerei des Jahres“ ist das Verhältnis von eingereichten zu prämierten Weinen (Gold- und Silbermedaillen), das Verhältnis von eingereichten zu nominierten Weinen (die ersten sechs Weine jeder Kategorie) sowie das Verhältnis von eingereichten Weinen zu ausgezeichneten Weinen (Plätze 1 bis 3). Die zwölf Kategorien sind: Chasselas, andere sortenreine Weissweine, Pinot Noir, andere sortenreine Rotweine, Merlot, rote Assemblagen, weisse Assemblagen, Gamay, Riesling-Sylvaner, Weine mit Restzucker, Schaumweine und Rosés. 279 Weine wurden mit der Goldmedaille ausgezeichnet wurden. Davon gehen 117 ins Wallis, 57 in den Kanton Waadt und 29 ins Tessin. Gold errangen aber auch Weine aus den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft, Bern, Freiburg, Genf, Neuenburg, Zürich, Graubünden, Schaffhausen und Thurgau. Auch die 677 Silbermedaillen verteilen sich auf Weine aus der ganzen Schweiz. Insgesamt wurden rund 30 Prozent der eingereichten Weine mit Gold und Silber ausgezeichnet.

Drei Spezialpreise


Den Sonderpreis Prix Bio von Coop erhielten Yvan und Véronica Parmelin von der Domaine de La Croix in Bursins (VD) für ihre rote Assemblage Affinité Rouge. Auf 13 Hektar Reben, davon 7,5 Hektar eigene, arbeiten die Parmelins seit 2012 biozertifiziert. Von den weiteren zwölf Kategoriensiegern wurden ausserdem die Assemblage Le Curieux Luins La Côte AOC der Cave de la Rose d’Or in Luins (VD) als bester Weisswein und die Assemblage Malcantone Rosso die Ronchi 2012 Ticino DOC der Cantina Monti in Cademario als bester Rotwein mit dem Prix Vinissimo ausgezeichnet. Mehr unter grandprixduvinsuisse.ch


Text: John Wittwer