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Venetos charaktervolle Weine

Wer hat nicht schon mal einen «Amarone» oder «Ripasso» getrunken?

Die Rotweine aus dem Veneto sind ja seit Jahren – gerade hierzulande – in aller Munde. Doch was haben die beiden aktuellen Stars der italienischen Weinszene miteinander zu tun?

Zeit, Ordnung zu schaffen:

In der Region Valpolicella am Gardasee wachsen die einheimischen Rotweinsorten: Corvina Veronese, Corvinone und Rondinella. Und dies schon seit geraumer Zeit, stammt doch der Name der Region von den Römern und bedeutet «Tal der vielen Keller» (Vallis polis cellae). Aus diesen einheimischen (und ein paar weiteren) Sorten entstehen hier vier verschiedene Weine mit komplett unterschiedlicher Machart und je einem ganz eigenen Charakter:

Valpolicella DOC

Valpolicella ist ein einfacher, hellfarbiger, fruchtiger Rotwein mit wenig Alkohol und leichtem Körper. Ähnlich einem Schweizer Landwein. Er ist hellfarbig und schmeckt am besten jung getrunken (im ersten Jahr nach der Ernte) und kühl serviert.

Valpolicella Ripasso DOC

Der Winzer verleiht seinem simplen Valpolicella mit einem einfachen Trick mehr Farbe, Aromatik und zusätzliche Körperfülle. Er nimmt die Maische des fertig vergorenen, wertvollen Amarone (siehe weiter unten) und weicht diese während etwa zwei bis 3 Wochen im Valpolicella ein. Diese Technik ist weltweit einzigartig. Der Ripasso sollte deshalb auch nicht als minderer Amarone angesehen werden (wenn schon, dann als besserer Valpolicella). Er ist ein eigenständiger Wein, der dank seinem exzellenten Preis-/Qualitätsverhältnis weltweit erfolgreich ist.

Tolle Valpolicella Ripasso DOC-Weine:

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Amarone della Valpolicella DOCG

Amarone gilt heute unbestritten als einer der feinsten Weine Italiens. Der Wein ist schwer, alkoholreich (oft 15 % vol und mehr) und hat eine unvergleichliche Aromatik nach Kirschen, Trockenfrüchten, Gewürzen und Schokolade. Also die Charakteristik eines Wein, den man vielleicht in Apulien erwarten würde, aber nicht am Fusse der Alpen so weit im Norden.
Die Winzer haben im nördlich gelegenen Veneto nämlich eine raffinierte Technik entwickelt um solche körperreichen, tieffarbigen Rotwein zu produzieren: «Appassimento» heisst das Zauberwort und bezeichnet das Trocknen der Trauben.
Die gesamte Amarone-Ernte wird vor der Gärung auf Stroh- oder Bambusmatten (heute auch in Plastikbehältern) ausgelegt und im «fruttaio» (Trocknungsraum) unter streng kontrollierten Bedingungen während 3 bis 4 Monaten getrocknet. In dieser Zeit verlieren die Beeren mehr als die Hälfte ihres ursprünglichen Gewichts und die Zuckerkonzentration steigt auf 25 bis 30 %. Gleichzeitig nimmt die Säure ab und es entwickeln sich Substanzen wie Resveratrol. Ein Stoff, der wissenschaftlich erwiesen wirksam gegen Krankheiten wie Arteriosklerose, Herzbeschwerden oder Alzheimer ist. Amarone (mit Mass) zu trinken ist also nicht nur genussbringend, sondern auch gesund!

Tolle Amarone della Valpolicella DOCG-Weine:

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Recioto della Valpolicella DOCG

Recioto ist der Vorläufer des Amarone. Denn lange bevor der erste trockene Amarone am Markt auftauchte, genossen die Kenner den Recioto della Valpolicella. Einen raren, roten Süsswein von unglaublicher Konzentration und Aromatik. Und eine absolute Traumkombination zu Desserts mit Bitterschokolade
Er entsteht aus Trauben, die noch weit länger getrocknet wurden als für den Amarone. 6 Monate oder mehr sind keine Seltenheit! Zudem wird die Gärung unterbrochen, damit viel Restsüsse im Wein verbleibt.
Der Name stammt übrigens vom Dialektausdruck «recie» für Ohren. Denn für den Recioto werden nur die «Ohren» der Traube verwendet. Das sind die seitlich an der Traube wachsenden Beeren-Bündel. Sie erreichen in der Regel die höchste Reife.

Tolle Recioto della Valpolicella DOCG-Weine:

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Am Etikett mancher Weine finden wir oft noch einen oder mehrere dieser Zusatzbegriffe:
Superiore bedeutet, dass der Wein etwas mehr Alkohol hat und dadurch im Körper kräftiger wirkt
Classico diese Weine stammen aus der historischen Kernzone der Region, im Osten von Sant Ambrogio
Riserva Riserva-Wein sind länger gelagert

Text: Joachim Günther