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Weinmythen – Jeder hoch bewertete Wein muss mir gut schmecken

Weinbewertungen sind wichtige Wegpunkte in der manchmal etwas unübersichtlichen Weinwelt.

Eine Weinbewertung ist jedoch nie ganz objektiv, da der Bewertende unweigerlich seinen persönlichen Geschmack einfliessen lässt. Ein Beispiel: Robert Parker vergibt dem Château Figeac 2008 nur 81 von 100 Punkten. Sein Kommentar: «Dünn und streng, mit vegetaler Aromatik, in den nächsten 7 bis 8 Jahren trinken». Der bekannteste Bordeaux-Kritiker der Schweiz, René Gabriel, sieht es ganz anders. Er vergibt 19 von 20 Punkten und schreibt: «Ein Mund voll Wein im Gaumen, langlebiger Figeac, der sicherlich einer der besten Kaufwerte darstellen wird, trinken von 2019 bis 2035». Es ist also wichtig, die Bewertungen differenziert zu betrachten und vor allem nicht zu vergessen, dass das eigene Urteil am wichtigsten ist.

Text: Jan Schwarzenbach