Zurück zum Profil

Rückblick Weinjahr Schweiz 2015

Das warme und trockene Wetter hat für gesunde, reife Trauben gesorgt. Der Ertrag ist in allen Regionen unter dem langjährigen Durchschnitt.

Wallis

Im Wallis ermöglichte das Traumwetter einen idealen Verlauf jeder Vegetationsphase – früher Austrieb, schöne Blüte und gesunde Trauben, welche bei idealem Wetter schnell geerntet werden konnten. Die Ernte hat nur 10-15 Tage gedauert anstatt wie normalerweise 30-45 Tage. Für die Qualität der Trauben waren das warme Wetter und die Trockenheit förderlich, jedoch sind die Auswirkungen auf die Ertragsmenge negativ. Die warmen Föhnwinde während der Ernte verstärkten dieses Phänomen noch – An der Presse war die Saftausbeute sehr klein. Die Schätzung der Weinmenge liegt bei 32 Millionen Litern, bei einem durchschnittlichen Wert von 38 Millionen Litern. Es wird klar Menge fehlen bei manchen Weinen, wie zum Beispiel bei Dôle. Die Liebhaber von Walliser Weinen können sich auf sehr gute, fruchtige, füllige Weine freuen und sollten bald kaufen, da die Mengen beschränkt sind. Die Essigliege war aufgrund der hohen Temperaturen und Trockenheit kein Thema im 2015.

Waadt, Genf, Neuenburg und Drei-Seen-Region

Auch hier wurde der Jahrgang 2015 von der Trockenheit im Sommer, schönem Herbstwetter, früher Ernte und geringer Ausbeute geprägt. Es wird also auch von überdurchschnittlicher Qualität und unterdurchschnittlicher Erntemenge berichtet. Zwar war die Kirschessigfliege kein Thema mehr, dafür sind ganze Rebberge vom neu eingeführten Fungizid 'Moon Privilege' beschädigt worden. Bei rund 900 Winzern in der ganzen Schweiz waren Blätter und Beeren deformiert nach Anwendung des Spritzmittels. In der Drei-Seen-Region betragen die kumulierten Ernteausfälle aus Trockenheit und Spritzmittelschäden bis zu 50%. Im Lavaux und Chablais werden die Weine zum dritten Jahr in Folge in geringen Mengen verfügbar sein. Schweizer Wein aus dem Jahrgang 2015 ist eine echte Rarität.

Tessin und Ostschweiz

Auch hier was das Jahr von Trockenheit in den Monaten Juli und August gekennzeichnet. Im Tessin und in der Ostschweiz hat es bis zu 20% weniger Wein gegeben als im Durchschnitt. Wie überall in der Schweiz hatten die Weine bei der Ernte viel Oechsle und eine eher tiefe Säure. Ob der 2015er zu den Spitzenjahren gehört wird sich erst in den nächsten Monaten zeigen. Jetzt heisst es abwarten, wie sich die Weine entwickeln.