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Die Trends in der Champagne

Die Champagne hat sich von einer Herkunft für überteuerten Apérowein zu einer sprudelnden Quelle von hochinteressanten Spitzenweinen entwickelt. Hier finden Sie die Trends, welche diese wunderbare Veränderung herbeigeführt haben.

Trend 1: Winzerchampagner

Das Herz  von Champagner war traditionellerweise die Assemblage. In einem grenzwertigen Klima für Rebbau half die Assemblage von Rebsorten, Gemeinden und Jahrgängen, einen hochwertigen, in Qualität kontinuierlichen Wein zu kreieren. So war das Champagnergeschäft auf diese Cuvées ohne Jahrgang ausgerichtet. Dank den hohen Volumen dieser Weine konnten weltweit bekannte Marken geschaffen werden. So wurde Champagner berühmt und leider auch berüchtigt für schlechte Preis-Leistung.

Seit den 1990er Jahren ist der Trend ein ganz anderer. Das Rebland und die Traubenpreise in der Champagne sind unter die drei teuersten der Welt gerückt. Dies hat die Position der Winzer enorm gestärkt und viele haben angefangen, ihre eigenen Weine zu vinifizieren. Diese Weine bieten einen ganz anderen Geschmack - den Geschmack des Reblands eines Winzers und seiner Handschrift.

Trend 2: Von gross zu klein

Während die bekannten Champagnerhäuser für ihre Basiscuvées Traubensorten, Jahrgänge und Herkunftsgemeine assemblieren, basieren die Winzerchampagner oft auf nur einer Traubensorte oder einer Gemeinde und manchmal auf einer einzelnen Reblagen. Dies hat die Champagne zu einer echt interessanten, trendigen Weinregion gemacht. Nach dem Vorbild des Burgunds können jetzt zum Beispiel Chardonnay aus Cramant und Avize oder Pinot Noir auf Ambonnay und Verzenay miteinander verglichen werden. Der Markt nimmt die neuen Weine dankbar auf und die Weingeniesser haben eine neue Spielwiese für Spitzenwein in seinen vielen Facetten gefunden. Champagner ist vom Aperitif zum echten Fine Wine aufgestiegen.

Trend 3: Dosage – von süss zu trocken

Vor dem endgültigen Verkorken der Champagnerflasche wird meist eine Dosage zugesetzt, welche den Zuckergehalt des Weins festlegt. Die Dosage ist ein Gemisch aus Wein, Zucker und selten Weinbrand. Je nach Zuckergehalt, welcher mit der Dosage zugegeben wurde, tragen die Weine Bezeichnungen wie:

  • Brut nature (keine Zuckerzugabe), auch dosage zéro oder pas dosé (max. 3 g/L Zucker)
  • Extra brut (max. 6 g/L Zucker)
  • Brut (max. 12 g/L Zucker)
  • Demi-sec (32-50 g/L Zucker)

Der Trend ist zu immer trockeneren Champagnern. Einerseits werden immer mehr Weine als brut nature und extra brut vinifiziert und andererseits wird bei brut –immer noch die grosse Mehrheit aller Champagner – vermehrt das untere Spektrum der erlaubten Zuckerzugabe angewendet.  So schmecken die Weine unverfälschter, trockener und sind deshalb auch in der Kombination mit Essen vielseitiger zu verwenden. 

Trend 4: Das Holzfass – zurück zu den Wurzeln

Das Barrique hält wieder Einzug in die Keller der Champagne. Noch vor drei Generationen wurden alle Champagner-Grundweine in gebrauchten Holzfässern ausgebaut. Mit der Erfindung der Stahltanks stand eine günstige, weniger aufwendige Alternative zur Verfügung. Die meisten Produzenten stellten auf Stahltank um, was die Weine fruchtbetonter und schlanker machte. Nun besinnen sich viele Winzer auf die Tradition der Holzfässer und fügen so dem Aromenspektrum eine zusätzliche Dimension hinzu.  Die Grundweine oder Reserveweine werden zum Teil oder ganz in gebrauchten Barriques (meist aus dem Burgund) ausgebaut. So erhalten die Weine eine nussige Aromatik und werden breiter und komplexer.