Frag den Keller

Du hast Fragen zum Thema Wein? Stelle Peter Keller auf unserer Facebook-Seite facebook.com/coopmondovino deine Frage und finde hier die Antwort dazu.

Lieber Peter, wie voll sollte man das Weinglas eigentlich einschenken?

Ganz bestimmt nicht randvoll. Das ist weder stilvoll noch ist es angenehm, aus einem solchen Glas zu trinken.

Zudem kann sich der Wein in Geruch und Geschmack nicht entsprechend entfalten. Das Glas sollte lediglich bis dorthin gefüllt werden, wo der Durchmesser am grössten ist. Je nach Glasgrösse ist es maximal die Hälfte. Etwas mehr darf es beim Schaumwein sein. So wird die Perlage, ein wichtiges Qualitätskriterium, besser sichtbar.

Welches ist der beste Weisswein, den du je getrunken hast?

Es ist vielleicht nicht der beste, aber derjenige Weisswein, der mich am meisten geprägt hat.

Der deutsche Riesling Halenberg, ein Grosses Gewächs des Weinguts Emrich-Schönleber aus dem Anbaugebiet Nahe, öffnete mir vor mehr als zehn Jahren die Türe für die faszinierenden Tropfen des nördlichen Nachbarlands. Nirgends gibt es solch hohe Qualitäten zu relativ moderaten Preisen. Die überraschendste Entdeckung betrifft die puristischen, schnörkellosen Rieslinge von Eva Fricke aus dem Rheingau. Was die Quereinsteigerin leistet, verdient grossen Respekt. Riesling rockt und ist mit Abstand meine Lieblings-Weissweinsorte.

Hallo Peter Keller, bei dem Wein Tsampéhro Edition V habe ich gelesen, dass dieser eine Tabaknote aufweist. Wie kommt diese Note genau zustande?

Eine Tabaknote im Wein rührt vom Ausbau im Barrique her.

Das kleine Holzfass, vor allem falls es zum ersten Mal gebraucht wird, gibt Aromen wie Tabak, Kaffee und Röstnoten an den Wein ab. Wichtig zu wissen: Sie dürfen nicht dominieren, sondern sollen im Idealfall mit den fruchtigen Noten ein harmonisches Ganzes bilden. Daher empfiehlt es sich, Tropfen, die im Barrique reifen, erst drei, vier Jahre oder noch später nach der Ernte zu geniessen.

Darf man einen 6-Franken-Wein als Geschenk zu einem Nachtessen mitbringen?

Sparen kann man an vielen Orten, aber nicht mit einem dürftigen Weingeschenk. Wer will schon als Geizhals und Weinbanause dastehen?

Weine in dieser Preiskategorie sind meistens industriell erzeugte Massenware und schmecken jedes Jahr gleich oder ähnlich. Greifen Sie lieber etwas tiefer in die Tasche. Es muss nicht gleich ein Bordeaux für 50 Franken oder mehr sein. Schon in der Kategorie um 20 Franken lassen sich schöne Trouvaillen finden – gerade aus der Schweiz. Lokale, wenn möglich gar ökologische Weine liegen voll im Trend. Und angesichts der derzeitigen hitzigen Debatte um den Klimawandel punkten Sie mit einem solchen Geschenk auf der ganzen Linie!