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Der Reiz der Underdogs

Bekannte Namen, bekannte Marken haben es leicht. Jedermann kennt sie und rennt ihnen nach, weil es die anderen auch machen. Mit der Zeit wird es aber langweilig. Solche Entwicklungen lassen sich auch im Wein beobachten. Nehmen wir Italien als Beispiel. Wenn von Anbaugebieten die Rede ist, fallen zuerst die Namen Toskana und Piemont, allenfalls das Südtirol, das hoch in der Gunst der Schweizer Touristen steht. Wenn man von den Weinen spricht, dann ist es der Chianti Classico, der Amarone, allenfalls der Barolo und - selbstverständlich - der Primitivo, hierzulande der meistverkaufte Rotwein.

Wer immer mit dem Strom schwimmt, macht es sich bequem. Man verpasst jedoch auch das Besondere, das Nicht-Alltägliche, das Unentdeckte. Gerade das Weinland Italien hat viel Abwechslung zu bieten - zum Beispiel Umbrien. Das landschaftlich reizvolle, touristisch nicht von Massen überschwemmte Gebiet ist önologisch gesehen ein Underdog. Die rund 17'000 Hektaren Rebberge machen gerade einmal zwei Prozent der gesamten Anbaufläche des Landes aus. Es ist die einzige Region Italiens, die sich weder mit einer Meeresküste noch mit einer Grenze zum Ausland rühmen kann. Mit dem idyllischen Lago Trasimeno befindet sich indes der viertgrösste See in Umbrien.

Weinmässig hat sich in den letzten Jahrzehnten viel getan, wenn gleich Umbrien stets den grossen Nachbarn Toskana im Nacken hat. So sind dessen Weine beliebter und bekannter als die Beispiele aus Umbrien. Neue Massstäbe für Rotwein setzte Anfang der 60er Jahre Giorgio Lungarotti aus Torgiano. Er legte neue Rebberge an, experimentierte mit neuen und alten Sorten und setzte auf kleine, neue Holzfässer. Ihm folgten später zahlreiche Nachahmer. Sie bewiesen und beweisen weiterhin, dass in diesem Gebiet qualitativ hochstehende Gewächse produziert werden können und den bislang bekanntesten Wein, den weissen Orvieto, fast vergessen liessen. Wie in der Toskana ist auch in Umbrien der Sangiovese die wichtigste Sorte bei den Roten. Tannine und Säure müssen zwar gezähmt werden. Aber wenn dies gelingt und die Erträge reduziert werden, entstehen charaktervolle Tropfen. Grosses Potenzial sprechen die Experten dem autochthonen Sagrantino zu. Um das Dorf Montefalco herum entstehen gerbstoffreiche und gehaltvolle Weine mit gutem Reifepotenzial. Lungarotti hat hier ein zweites Weingut etabliert. Meine Selektion für den Monat April kommt indes aus Torgiano. Der preisgünstige Umbria Rosso Edition Peter Keller 2017 besteht ausschliesslich aus Sangiovese und ist gut gemachter Wein für jeden Tag.

Umbria Sangiovesse IGT Peter Keller Edition Lungarotti 2017

Er präsentiert sich mit einem mittleren Rubinrot, einem fruchtig-würzigen, leicht floralen Bouquet. Im Gaumen fallen der fruchtige Charakter und die Frische auf. Tannine und die präsente Säure sind gut eingebunden. Mittelschwerer Körper, gute Struktur, solide Länge, schöne Harmonie. Zum Produkt
CHF 15.95
75cl (10Zentiliter = 2.13)
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