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Räuschling – Spezialität und Trendsetter

In der Schweiz werden mehr als 250 Rebsorten auf einer kleinen Fläche von 15'000 Hektaren angebaut. Das ist vermutlich Weltrekord. Von dieser hohen Anzahl können 80 Varietäten als einheimisch betrachtet werden. Zu diesem Kreis zählt der weisse Räuschling. Die seltene Rebsorte hat lediglich hierzulande überlebt. Rund 25 Hektaren sind damit bestockt, wobei sich der grösste Teil im Kanton Zürich befindet.

Der Ursprung liegt im deutschen Rheintal. Die Sorte wurde 1546 möglicherweise zum ersten Mal unter dem alten Namen Drutsch erwähnt. Räuschling entstand durch eine natürliche Kreuzung zwischen der Gouais Blanc aus dem Nordosten Frankreichs und der Savagnin aus dem Osten Frankreichs, wie dem Buch «Schweizer Rebsorten» von José Vouillamoz zu entnehmen ist. Der Name könnte von «Rauschen» stammen – dem Geräusch des Windes, der durch sehr dichtes Laub weht. Zweite Vermutung: In Frage kommt auch das Wort «Russling», basierend auf dem altdeutschen Wort «Rus» für dunkles Holz, das sich auf die Farbe der Weinranken bezieht.

Die besten Resultate ergibt der Räuschling, wenn die Erträge bei rund 700 Gramm pro Quadratmeter liegen. In klimatisch schwierigen Jahren können diese durchaus unregelmässig ausfallen. Zudem neige die Sorte während der Blütezeit zur sogenannten Verrieselung, sagt Hermann «Stikel» Schwarzenbach vom Weingut Reblaube in Meilen. Der Betrieb zählt zu den besten Räuschling-Produzenten des Landes. Das Aushängeschild ist der Wein aus der Lage Seehalden, der seit mehr als zehn Jahren in der Schatzkammer des Mémoire des Vins Suisses vertreten ist. Hier werden Tropfen gelagert, welche die Fähigkeit besitzen, über Jahre zu altern.

Die Räuschling-Weine von Schwarzenbach verfügen über diese bemerkenswerten Anlagen. Dies hatte seinerzeit eine Vertikal-Degustation von 18 Jahrgängen bewiesen. Das älteste Beispiel stammte aus dem Jahr 1935. Das bernsteinfarbene Gewächs war zwar oxidiert, aber dank vorhandener Säure noch trinkbar, wenn auch mit eher kleinem Genuss. Erstaunlich gut erhalten waren dagegen die Jahrgänge 1964 und 1967. Die Oldtimer überraschten mit nussigen Noten und präsentierten sich schlank, frisch und angenehm im Trinkfluss. Mit einem weiteren Potenzial ist beispielsweise der Räuschling 1995 ausgestattet. Von den jüngeren Abfüllungen brilliert das Trio 2008/2009/2010. Sie zeigen eine fruchtig-florale Aromatik, gut integrierte Säure und schöne Struktur.

Räuschling liegt im Trend, denn Spezialitäten erleben derzeit einen Aufschwung bei den Konsumenten. Da passt mein Monatswein hervorragend dazu. Das Weingut Schwarzenbach hat eine Räuschling Edition Peter Keller abgefüllt. Der 2018er stammt aus verschiedenen Parzellen am Zürichsee – inklusive der Spitzenlage Seehalden.

Räuschling AOC Edition Peter Keller Weingut Schwarzenbach 2018

Helles Gelb, vielschichtige Aromatik mit Zitrus-Noten und leicht mineralischen Anklängen, im Gaumen trocken, mit schöner Frucht, viel Zug und Spannung, saftig, mittelschwer, elegant, frisch dank guter Säure, langes Finale. Ein Top-Räuschling zu einem fairen Preis! Zum Produkt
CHF 131.70
75cl (10Zentiliter = 2.93)
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