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Portugal

Eine Appellation ändert ihr Gesicht. Portugal wurde lange Zeit gleich gesetzt mit der Produktion von Ports.

Die aufgespriteten, erstklassigen Weine aus dem Dourotal genossen und geniessen weiterhin eine hohe Reputation und dürfen eigentlich in keinem gut sortierten Weinkeller fehlen. Trockene Rotweine kamen in der Vergangenheit namentlich aus der Mitte des Landes, der Gegend um die Hauptstadt Lissabon. In der Estremadura wurden in erster Linie anonyme Tafelweine für den regionalen Markt und den Export in die früheren Kolonien erzeugt. Dementsprechend dominieren die grossen Winzergenossenschaften, die wenig Interesse an qualitativ guten oder gar hochstehenden Weinen hatten.

Doch in der Estremadura hat sich in den letzten Jahren einiges verändert. Der Name wurde in Vinho Regional Lisboa umbenannt, um einerseits eine Verwechslung mit spanischen Estremadura auszuschliessen. Andererseits aber auch darum, um das Niveau der Weine anzuheben. Interessant sind namentlich jene Weine, die als «Vinho Regional» verkauft werden können. Der Vorteil: Man ist weniger eingeschränkt bei der Auswahl der Rebsorten und der Ausbaubedingungen. Daneben sind neun DOC-Appellationen definiert worden. Die vielversprechendsten Resultate kommen dabei aus der DOC Alenquer.

Die Freiheit innerhalb des «Vinho Regional» nutzen junge, innovative Winzer aus. Sie schaffen Weine, welche Tradition und Moderne miteinander verbinden. Einheimische Rebsorten wie Touriga Nacional und Tinta Roriz werden mit ausländischen Trauben wie Syrah, Cabernet Sauvignon und Merlot verschnitten. Zum Kreis der innovativ- und qualitätsbewussten Produzenten zählt auch die Quinta do Monte d’Oiro, von welcher der Monatswein Aurius 2012 stammt (siehe Sortiment Raritäten). Francisco Bento dos Santos, der die Leitung des Guts verantwortet, findet es wichtig, dass jetzt Lissabon in der Ursprungsbezeichnung verewigt sei. Das sei ja bei der anderen grossen Stadt des Landes, Porto, schon lange der Fall.

Peter Keller, September 2017