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Trinkt man Wein oder Punkte?

Am Anfang stand Robert Parker: Der amerikanische Anwalt und Weinkritiker hat mit seinem 100-Punkte-System die Weinwelt revolutioniert. Er hatte als Erster bemerkt, dass der Bordeaux-Jahrgang 1982 aussergewöhnlich gut ausgefallen ist und diese Tatsache in seiner Zeitschrift „Wine Advocate“ publiziert. Das Echo war gewaltig. Im Laufe der Zeit folgten die meisten Fachblätter seinem Beispiel. In Europa bedient man sich jedoch meistens der 20-Punkte-Skala. Egal ob 20 oder 100 Punkte: In beiden Fällen wird von einem „Jahrhundert-Wein“ gesprochen.

Viele Weinhändler ergänzen ihre Angebote mit den Punktebewertungen der Kritiker. Hoffend, die Konsumenten dadurch eher zu einem Kauf bewegen zu können. Da bleibt die Frage, ob man Punkte oder doch lieber Wein trinkt. Bewertungen mit Zahlen haben einen Vorteil: Sie sind für alle leicht verständlich und nachvollziehbar. Mehr Informationen über einen edlen Tropfen geben jedoch die Degustationsnotizen her. Kritiken können durchaus eine Hilfe sein, denn niemand ist in der Lage, das riesige Weinangebot aus aller Welt zu überblicken, geschweige denn verkostet zu haben. Eines muss man sich im Klaren sein: Jede Bewertung, jeder Beschrieb ist trotz gewissen objektiven Kriterien stets subjektiv, denn die absolute Wahrheit im Wein gibt es nicht. Daher der Tipp: Es ist sinnvoll, sich mit ein bisschen Übung (auch) auf den eigenen Geschmack zu verlassen.

Zu den zuverlässigen Berichterstattern zählen für mich die britische Master of Wine Jancis Robinson - sowie der in Deutschland lebende Autor Stuart Pigott, ebenfalls aus England stammend. In Sachen Riesling dürfte er zu den besten Kennern zählen. So veröffentlichte Pigott auf der Homepage von James Suckling etwa die 100 besten Weine Deutschlands aus dem Jahr 2017. Unter den Top-Ten sind nicht weniger als neun Rieslinge zu finden. Erst auf Platz 8 ist der erste Spätburgunder von Bernhard Huber aus dem Anbaugebiet Baden zu finden. Als Sieger mit dem Punktemaximum von 100 Punkten ging der Riesling Dellchen Grosses Gewächs 2017 des Weinguts Dönnhoff aus der Nahe hervor. Das Meisterwerk vereine eine unglaubliche Konzentration und Präzisierung im Wein, mit einer spektakulären Mineralität, die das Beste aus diesem 2017er-Jahrgang heraushole, heisst es in der Begründung. Was uns noch natürlich am meisten freut, ist der 6. Platz von Eva Fricke aus dem Rheingau mit ihrem „hoch-mineralischen“ Riesling Lorcher Krone 2017, der die sehr hohe Bewertung von 98 Punkten erhielt. Mondovino lanciert diese einmalige Trouvaille jetzt exklusiv in der Schweiz. Für mich ist es der beste Wein, den ich bislang von der deutschen Winzerin verkostet habe. Fricke erscheint mit einem weiteren Gewächs gleich nochmals in den besten Hundert: Der leicht restsüsse Riesling Seligmacher 2017 (hierzulande nicht erhältlich) rangiert auf Platz 51. Als Alternative sei ihr Riesling Schlossberg 2016 oder 2017 mit einer ähnlichen Stilistik empfohlen.

Rheingau Riesling Lorcher Krone QbA Eva Fricke 2017


Die Riesling-Newcomerin setzt sich die Krone auf
Wein-Experte Raphael Tanner
Expertenbewertung

2017 war ein kontrastreiches Jahr für den deutschen Wein. Nach einem kalten Mai bot der Frühsommer im Rheingau perfekte Bedingungen für die Blüte. Die Reife begann bereits im August. Grosse Regenmengen erhöhten jedoch den Druck auf den „Falschen Mehltau. Dank der ökologischen Bewirtschaftung, d … Zum Produkt
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