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Gran Selezione: Die qualitative Spitze im Chianti Classico

Auf rund 7000 Hektaren wachsen Reben für den Chianti Classico. In der zwischen Florenz und Siena gelegenen Anbauregion dominiert traditionell die Sangiovese-Traube.

Die kapriziöse Sorte verfügt über ein gutes Lagerpotenzial, ist aber wegen ihrer Säure und ihren Tanninen nicht leicht zu zähmen. So kamen in der Vergangenheit zunehmend mehr moderne Varietäten wie Cabernet Sauvignon und Merlot zum Zuge. Heute muss für einen Chianti Classico mindestens 80 Prozent Sangiovese verwendet werden.

Lange Zeit wurden die Weine qualitativ in den Basiswein Chianti Classico Annata sowie die höherwertige Chianti Classico Riserva eingestuft. Kürzlich haben die Erzeuger das Klassifikationsmodell um eine Stufe erweitert: Das Label Gran Selezione soll die Spitze des Gebiets darstellen. Die Bedingungen dafür sind eine Lagerung im Holzfass von 30 Monaten sowie einen Alkoholgehalt von 13%. Es sollen die Trauben von den besten Weinbergen verwendet werden.

Das bedeutet natürlich, dass unter der Bezeichnung "Gran Selezione" wohl Spitzengewächse auf den Markt kommen können. Es sind jedoch keine Terroir- oder Lagenweine, denn es werden weder Rebberge noch Weingüter klassifiziert.  Der Produzent selber trifft den Entscheid, welche Lagen sich für einen Gran Selezione eignen. Allerdings findet nachher eine analytische und sensorische Kontrolle statt. Ob sich die neue Qualitätspyramide im Chianti Classico bewährt, wird der Markt entscheiden. Ich habe jedenfalls einen Gran Selezione ausgewählt, der diese Bezeichnung zu Recht verdient.