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Eva Fricke

„Die Schweiz hat sich zu einem der bedeutendsten Märkten entwickelt“.

Die Geschichte ist ungewöhnlich. Die deutsche Eva Fricke, aus Bremen stammend und in Sachen Wein familiär unbelastet, findet ihre Heimat im Anbaugebiet Rheingau. Die ausgebildete Önologin arbeitet bei verschiedenen Produzenten und gründet 2006 ihr eigenes Weingut. Dank Engagement und Beharrlichkeit gehören die ökologisch erzeugten Rieslinge, die in der Schweiz exklusiv über Mondovino erhältlich sind, zur Spitze im Rheingau. In einem Gespräch zieht Eva Fricke Bilanz und gibt Auskunft über ihre Philosophie.

 

Eva Fricke, Ihr 2015er ist der zehnte Jahrgang, den Sie gekeltert haben. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Ich habe stets den Wunsch gehabt, meine eigenen Weine zu produzieren und mich kreativ ausleben zu können. Daher war der Schritt in die Selbständigkeit irgendwie vorgezeichnet. Ich erreichte in den ersten zehn Jahren alles, was ich vorgenommen hatte.

 

Gab es keine Schwierigkeiten?

Ich machte mir zu Beginn wenig Gedanken zu einem Business-Plan, zur Strategie, zur Kundenplanung, zu Mitarbeitende usw. Neben der Produktion gehören solche Fragen zum Wichtigsten, damit das Weingut finanziell überlebt. Zudem ist es heute nicht ganz einfach, im Rheingau wirklich gute Lagen zu pachten oder kaufen. Die Rebberge um den Ort Lorch wollte lange Zeit niemand bewirtschaften. Ich habe die Steillagen rekultiviert und aus dem „Dornröschenschlaf“ erweckt. Heute geniessen die Weingärten eine hohe Anerkennung in Fachkreisen.

 

Was hat Sie am meisten überrascht?

Ich dachte nicht, dass die Weine sehr rasch im Ausland wertgeschätzt wurden. Die ersten Kunden waren Engländer, Norweger und Amerikaner. Heute sind meine Rieslinge in 18 Ländern vertreten. Diese Kontakte sind wertvolle Erfahrungen, denn auf diese Art kommen wichtige Eindrücke von den Konsumenten zurück ins Weingut.

 

Und die Schweiz?

Die Schweiz hat sich innerhalb von nur zwei Jahren zu einem der bedeutendsten Märkten entwickelt. Ich bin sehr zufrieden, weil die Weine sowohl bei Privatkunden als auch in der Gastronomie eine gute Akzeptanz finden. Dass es so schnell ging, kam für mich eher unerwartet.

 

Welchen Weg wollen Sie in Zukunft einschlagen?

Ich verfolge seit Anfang an eine ökologische Ausrichtung in meinem Betrieb. Seit dem ersten Tag verzichte ich auf Herbizide und Pestizide. Der Weinbau und alle Wiederanpflanzungsprojekte erfolgen immer in Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden. Und trotzdem sind wir noch lange nicht dort, wo wir hinwollen. So können weitere Bereiche im Betrieb nachhaltiger ausgerichtet werden, beispielsweise bei der Produktion der Weinflaschen.

 

Wie beschreiben Sie Ihren Weinstil?

Ich will puristische, erstklassige, ökologisch produzierte Weine erzeugen. Unsere Arbeitsweise und die perfekte Ausreifung der Trauben ermöglichen uns eine natürliche und minimalistische Vinifikation, welche die Eleganz und die enorme Energie der Trauben weit über die Ernte hinaus erhalten soll.

 

Als Monatswein Juli habe ich den Kiedricher Riesling 2015 ausgewählt. Was gefällt Ihnen besonders an diesem Wein?

Er stammt aus einem sonnenverwöhnten Jahr. Der Riesling lebt von seiner Frucht und Saftigkeit, zeichnet sich durch eine gute Säure und feine Mineralität aus. Ich schätze, dass der bereits trinkbereite Wein problemlos weitere fünf bis sechs Jahre hält, und so noch weiter an Komplexität gewinnen wird.

 

Interview: Peter Keller, Juli 2017

 

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