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Château les Jonqueyres

Ende der 1980er Jahre sorgte ein junger Wilder für Aufsehen, weil sein Wein in Blinddegustationen weit bekanntere Bordeaux hinter sich liess.

Aus dem jungen Wilden ist ein gestandener Winzer geworden. Doch seine Weine haben nichts von ihrer Superbe eingebüsst.    

Mit 6500 Hektar Reben ist Blaye die grösste der so genannten Côtes-Appellationen.  Pascal Montaut wurde hier geboren und hat sein Leben im Umkreis von fünf Kilometern verbracht, wie er scherzend zugibt. 1977 übernahm der 20 jährige den kleinen Weinberg samt altem Keller im Weiler Saint Paul vom Grossvater, führte die Flaschenabfüllung ein, baute seine Weine bald einmal in der Barrique aus, was damals in Blaye die Ausnahme war, und brachte einen absolut verblüffenden Rebensaft auf die Flasche, der nicht nur als bester Wein seiner Ecke galt, sondern in ganz Frankreich Furore machte. Und in der Schweiz: 1989 gehörte er zu den drei Winzern, welche die Weinzeitschrift Vinum als absolute Entdeckung feierte, gemeinsam mit Moulin Haut Laroque aus Fronsac und Alain Brumont aus Madiran.      

Heute betreut er 11 Hektar alter bis uralter Reben, die auf Böden von sandigem Lehm über Kalk wachsen. Seit jeher vertraut Pascal auf naturnahen Anbau: Seit 2012 ist les Jonqueyres als Bio-Gut zertifiziert. Pascal keltert gut strukturierte Weine mit starkem Eigencharakter, Weine, die ihm aufs Haar gleichen. In ihrer Jugend mögen sie verschlossen wirken (wie viele Weine, die auf Haltbarkeit angelegt sind): mit der vollen Reife erreichen sie eine umwerfende Fruchtigkeit und samtene, dichte Fülle, wie grosse alte Jahre wie 1985 oder 1989 noch heute belegen.