Traditionelle Schweizer Weine

Aktuell wachsen in der Schweiz auf rund 15 000 Hektar Reben – eine relativ kleine Fläche, die aber 200 verschiedene Sorten beherbergt. Lernen Sie unsere Schweizer Klassiker kennen:

Weisse Klassiker

Tradition, das kann auch die Rückbesinnung auf lange Vergangenes sein. 1981 sprach die junge Önologin Madeleine Gay bei der Walliser Genossenschaft Provins vor. Ihre Vision: Sie wollte fast ausgestorbene Trauben der Region zu neuem Leben erwecken. Darunter befanden sich Gewächse wie die Amigne mit ihrer spritzigen Mandarinenfrucht oder die Petite Arvine, die mit einer kuriosen Salznote im Bukett verblüfft. Bald schlossen sich weitere Winzer der Bewegung an, und heute gehören diese uralten Spezialitäten zu den Flaggschiffen des Schweizer Weins.

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Rote Klassiker

Die roten Lieblingstrauben der Schweizer heissen Pinot Noir und Gamay. Zusammen belegen sie satte 40 Prozent der Gesamtrebfläche. Dabei hat der Pinot mit 4300 Hektar klar die Nase vorn, gefolgt vom Gamay 1600 Hektar.

Pinot Noir kennt man auch unter dem Namen Blauburgunder oder Clevner. Er wird in sämtlichen Teilen des Landes angebaut – auch in solchen, die sonst eher für Weisswein bekannt sind. So steckt er etwa in der roten Version des Waadtländer Klassikers Aigle Les Murailles der Kellerei Badoux.

Der Gamay ist ein Kind des Pinot Noir und stammt wie dieser aus dem Burgund. Als Traube des Beaujolais Nouveau geriet er zeitweise in Verruf – völlig zu Unrecht, denn von kundigen Händen gekeltert ergibt er überaus charmante, beerige Tropfen mit leicht pfeffriger Note. Den Weg in die Schweiz fand er zeitgleich mit dem Pinot Noir im 19. Jahrhundert. Beide sind geborene Speiseweine. Fruchtig, feinduftig und filigran begleiten sie Fleisch genauso wie Fisch. Ausserdem bieten sie Rotweinliebhabern die perfekte Alternative zum Raclette.

Tipp: Im Sommer schmecken sie am besten leicht gekühlt. Eine Liebesehe gehen Pinot Noir und Gamay im Dôle ein. Die Walliser Spezialität besteht zu 85 Prozent oder mehr aus diesen beiden Sorten. Der Pinot, welcher mindestens 51 Prozent ausmachen muss, gibt dem Wein Struktur; der Gamay steuert seine verführerische Frucht bei. Wohl der berühmteste Vertreter dieses Weintyps ist der Dôle des Monts aus dem Hause Gilliard. Er erblickte 1885 das Licht der Welt und gehört heute unverändert zu den Schweizer Aushängeschildern.