Riesling

Riesling ist ohne Zweifel die Rebsorte für allerfeinste Weissweine. Im Glas entfalten sie ein betörendes, feinfruchtiges Bouquet. Die Weine haben ein gutes Alterungspotenzial. Trocken oder edelsüss ausgebaut, sind sie als Begleiter von Mahlzeiten vielseitig einsetzbar.

Ein Weisswein mit Charakter

Riesling ist der grösste Konkurrent des Chardonnay, wenn es um den Titel „weltbeste Weissweintraube“ geht. Kennzeichnend ist sein ausgeprägtes Aroma. Es gibt Riesling einfach in allen Geschmacksrichtungen und Qualitätsstufen: von mineralisch bis fruchtig.

Das Terroir prägt das Aromagefüge wie bei kaum einer anderen Rebsorte. Schieferböden verleihen ihr einen mineralischen Charakter, kalkhaltige Böden bringen kernigere Weine hervor. Typisch sind Eindrücke von Apfel, Pfirsich, Aprikose, Linden- oder Rosenblüte. Im Alter entwickelt der Wein den von Liebhabern geschätzten Petrolton und sein Mandelaroma. Wird die Sorte halbtrocken bis lieblich ausgebaut, ergibt sie blumige, nach Honig duftende Weine mit einer frischen Säure und ausgeglichenen Süsse. Alltagsweine weisen einen blassen Gelbton auf, der mit grünlichen Reflexen durchzogen ist. Qualitätsweine zeichnen sich durch ein kräftiges Gelb aus, das mitunter sogar ins Goldene geht.

Im Gegensatz zu den meisten weissen Sorten eignet sich der Wein Riesling für eine längere Flaschenreifung hervorragend. Da die Weinsorte Riesling spät ausreift, überzeugen aber auch junge und frische Weine.

Riesling-Wein als Menübegleiter

Ob trocken oder fruchtig-süss ausgebaut, als Sommerwein ist junger Riesling perfekt. Gekühlt überzeugt er an warmen Tagen durch seine Leichtigkeit. Seine Frische sowie ein gemässigter Alkoholgehalt belebt jedes Picknick. Des Weiteren passt Riesling auch auf Grillpartys zu Fisch- und Geflügelspeisen.

Ein Riesling-Wein ist der ideale Begleiter für ein mehrgängiges Festmahl. Dabei sollte auf reifere Sorten zurückgegriffen werden. Trockene und halbtrockene Weine ergänzen wunderbar leichte Entrées aus gedünstetem oder gekochtem Fisch- und Geflügelfleisch mit cremigen Saucen. Auch zu Frischkäse passen sie hervorragend. Dank ihrer Frische und akzentuierten Säure sorgen sie beim Verzehr deftiger Hauptspeisen für Ausgewogenheit. Die floralen Nuancen mit Noten exotischer Früchte prädestinieren sie ebenso für Desserts. Wer eine trockenere Variante gegenüber den für gewöhnlich sehr süssen Dessertweinen bevorzugt, wählt einen Riesling. Geniesser haben die Wahl zwischen edelsüssen Auslesen und fruchtig-süssen Spätauslesen.

Anbau der Edelrebe

Die Riesling-Rebsorte bevorzugt Steillagen, ist aber in Bezug auf Boden und Erziehungsart pflegeleicht. Da sie häufig von der Edelfäule, der Botrytis cinerea, befallen wird, ist sie für Winzer jedoch durchaus eine Herausforderung. Die Rebsorte Riesling eignet sich aber für Auslesen jeglicher Art. Denn mit zunehmender Reife behält sie ihre Säure. Da sie spät reift, werden die besten Ergebnisse in nördlicheren Lagen erzielt.

Deutschland ist die Heimat des Riesling-Weins. Seit 500 Jahren ist der Anbau nachgewiesen. Von den Steilhängen des Rheins und der Mosel kommen die besten Riesling-Weine.

In Frankreich ist der Anbau von Riesling-Wein nur im Elsass zugelassen. Er wird meist trocken ausgebaut und besitzt mehr Alkohol und Körper als die deutschen Exemplare. Auch unter der Appellation Alsace Grand Cru befinden sich erstklassige Riesling-Weine.

Im übrigen Europa gibt es selten „echten“ Riesling, dafür umso mehr Welschriesling, eine einfachere Rebsorte, die mit ihm genetisch nichts gemein hat. Synonyme für Welschriesling sind Riesling Italico, Laski-Riesling und Olaszriesling. Synonyme für den „echten“ Riesling oder Rheinriesling sind Weisser Riesling oder Johannisberger.

Die Rebsorte Riesling wird in Nord- und Südamerika mit unterschiedlichem Erfolg angebaut. In Kanada erzielen Winzer, klimatisch bedingt, exzellente Ergebnisse. Dazu gehört unter anderem der „ice wine“.

Riesling-Wein von Spitzenqualität aus Deutschland

Das Riesling-Land Nummer Eins ist Deutschland. Hier ist er mit rund 23.000 Hektar nicht nur die am häufigsten angebaute Rebsorte, sondern überzeugt durch ausgezeichnete Erzeugnisse. Den grössten Anteil an der Produktion haben die Terrassen an der Mosel. Daneben stellen das Rheingau sowie der Mittelrhein zwei weitere Hauptanbaugebiete dar.

Dass der Riesling die Hänge der Mosel-Gebiete eroberte, verwundert nicht, denn dort herrschen ideale Bedingungen, damit seine Trauben gedeihen: eine sonnenverwöhnte steile Lage, optimales Mikroklima, Devon- und Tonschieferböden ebenso wie muschelkalkhaltige Erde. Eine sorgfältige Selektion führte zur ausschliesslichen Bestockung mit Spitzenreben. Die Region bringt mineralische und fruchtbetonte Tropfen hervor. Je nach Terroir variiert der Charakter. Von kräftiger Art ist das Piesporter Goldtröpfchen. Dagegen fallen Riesling-Weine der Trittenheimer Apotheke filigraner aus.

Auch entlang des rechten Rheinufers im Rheingau gibt es ausgezeichnete Terroirs für die Weinsorte Riesling. Günstige Sonneneinstrahlung sowie Kühle spendende Wasserflächen bewirken eine optimale Ausreife. Mit einem kalkhaltigen Erdreich und Sand- und Lössböden ist das Anbaugebiet anders als an der Mosel beschaffen. Ausdruck findet dies in einem weniger fruchtbetonten, dafür aber äusserst charaktervollen Riesling-Wein.

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Typische Merkmale

Apfel
Florale Noten
Honig

Farbe

Jung

Helles, bleiches Gelb mit grünen Reflexen

Reif Tief goldgelb

Duft

Jung Mineralische und florale Noten, Schwefel, Schiefer
Reif Honigaromen, Petroleum

Geschmack

Jung Saftig, mineralisch, spielerisch präsente Säure, schöne Frucht von Pfirsich und Limette
Reif Komplexere, exotische Fruchtkomponente mit Eindrücken von Mineralien, Honig und Lindenblüten

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