Pinot noir

„König der Rotweine“ werden Erzeugnisse aus dieser klein- bis mittelbeerigen Rebe genannt. Pinot noir gehört zu den Cépages nobles und stellt damit eine der edelsten Trauben der Welt dar. Sie ist die Haupt-Rebsorte für roten Burgunder und bildet die Grundkomponente für Champagner. In Bezug auf ihre Lage ist sie sehr wählerisch. Die aus der Pinot-noir-Rebsorte gekelterten Rotweine brauchen eine lange Reifezeit und entfalten erst dann ihr geschätztes Bouquet. Ihre dunkelblauen Trauben weisen eine zapfenförmige und dichtbeerige Form auf – ein Umstand der ihnen möglicherweise den Namen einbrachte. Denn das Wort „Pinot“ ist vermutlich dem französischen Wort „pin“ für Kiefer entlehnt. Im Glas eingeschenkt, erscheint der edle Tropfen entweder in einem dunklen Blaubeerton oder einem flammenden Rubinrot.

Pinot-noir-Anbau erfordert viel Geschick

Aller Wahrscheinlichkeit nach kultivierten bereits die Römer vor über 2'000 Jahren die Edelrebe im heutigen Burgund.

Die Rebsorte Pinot noir ist nicht einfach anzubauen und fordert die Winzer im Weinberg sowie in den Kellereien. Die kleinen, dünnschaligen Beeren reifen spät, sind empfindlich gegen Frost im Frühling und Fäulnis im Herbst. Am besten gedeiht die Rebe auf Kalksteinböden in einem kühlen Klima.

Merkmale eines Pinot-noir-Weins

Pinot noir ist eine der wenigen Rebsorten, die meistens sortenrein ausgebaut werden. Dennoch gibt es edle Assemblagen. In der Schweiz ergibt so die Vereinigung mit Gamay den berühmten Walliser Dôle.

Güte und Geschmack eines Pinot-noir-Weins hängen stark vom Terroir ab. Generell schmeckt ein Pinot noir fruchtig. Diese Fruchtigkeit kann subtil ausfallen oder stärker ausgeprägt sein. Vollmundig und geschmeidig sind weitere typische Attribute. Viele weisen Aromen von Beeren, Kirschen oder Feigen auf. Bei entsprechender Reife wird der vielschichtige Charakter um Nuancen von Mandel-, Kräuter- oder Holzaromen ergänzt. Gern bauen Winzer einen Pinot noir als Barrique aus.

Als Speisebegleiter macht sich der fruchtbetonte körperreiche Wein zu hellem Geflügel, Meeresfrüchten sowie zu dunklem Fleisch wie Rinderbraten und Wild ganz vorzüglich.

Anbaugebiete global: Pinot-noir-Wein ist weltweit gefragt

Die anspruchsvolle Rebsorte bedarf einer äusserst sorgfältigen Vinifikation und überzeugt nur bei niedrigen Erträgen. Dennoch ist sie weltweit vertreten. Innerhalb weniger Jahrzehnte verdreifachte sich die globale Produktion, womit Pinot noir zu den am häufigsten angebauten Sorten gehört. Lokale Varietäten, unterschiedliche Lagen sowie verschiedene Klone schaffen eine nuancenreiche Palette.

Frankreich: Pinot-noir-Weine aus dem Herkunftsland

Die bekanntesten, besten, raffiniertesten und auch teuersten Pinot-noir-Weine werden dort erzeugt, wo ihre Wiege liegt – im Burgund. Bereits im 10. Jahrhundert trieb das Benediktinerkloster Cluny den Anbau der Rebsorte Pinot noir voran. Noch heute ist Cluny für die burgundische Traubenproduktion zentral, da die Gegend mit bestem Grand-Cru-Terroir überzeugt. Ebenso bedeutend ist die im Herzen Burgunds gelegene Region Côte d’Or. Im Burgund werden die Weine Musigny, Chambertin, Volnay oder Pommard zu 100 Prozent aus Pinot noir hergestellt. Auch im Elsass und in der Champagne , wo die Rebe für den Champagnerverschnitt ohne Schalen gekeltert wird, ist Pinot noir häufig anzutreffen. Vereinzelt wird sie auch im Jura und im Loiretal kultiviert.

Edler Pinot noir dominiert Schweizer Weinproduktion

In der Schweiz wird der Pinot noir sortenrein oder als Verschnitt produziert und dominiert die dortige Weinlandschaft. Am beliebtesten assemblieren ihn die Walliser Winzer mit Gamay zu dem aromatisch-kräftigen Cuvée Dôle. Das Wallis gehört zu den Hauptanbaugebieten des Pinot noir, wo auch alljährlich während des Pinot-Mondial-Wettbewerbs die besten Weine gekürt werden. Dabei stossen bei den internationalen Weinkennern auch die einheimischen Walliser Erzeugnisse auf Begeisterung. Nicht minder beliebt sind die Ostschweizer Weine. Nicht ohne Stolz bezeichnet sich der Kanton Schaffhausen daher als Blauburgunderland. Weitere wichtige Anbaugebiete befinden sich im Kanton Genf sowie in Neuenburg.

Die Pinot-noir-Rebsorte in Deutschland

Die wichtigsten Weingärten für die rote Traube befinden sich in Baden, an der Ahr sowie in der Pfalz. Auch in Rheinhessen und am Bodensee wird die Rebe vereinzelt angepflanzt. Hier bezeichnen die Weine mit den Etiketten Clevner, Spät- oder Blauburgunder einen zumeist extraktreichen Saft von Spitzenqualität. Zumeist wird er in Deutschland trocken ausgebaut und einem längeren Maischekontakt unterzogen. Viele werden zudem durch einen Barrique-Ausbau perfektioniert. Im Rheingau erzielt er als Beerenauslese hohe Preise und gilt als Rarität.

Italienische Varianten

Der Pinot Nero – wie er in Italien genannt wird – erfreut sich grosser Beliebtheit in Südtirol, im Piemont, in der Lombardei sowie im Aostatal. Darunter befinden sich viele Qualitätsweine, die bei Wettbewerben regelmässig sehr gut abschneiden.

Pinot-noir-Wein aus Österreich

Das Burgenland bildet den österreichischen Schwerpunkt der Pinot-noir-Kelterei. Insbesondere die Weingüter am Neusiedlersee und im Mittelburgenland sind bedeutend. Daneben wird auch die niederösterreichische Thermenregion mit der Rebsorte bestockt. Der österreichische „Blauburgunder“ fällt trocken aus und wird oftmals als Barrique veredelt.

Pinot noir aus Moldawien

Die moldawische Weinregion hat Potenzial. Bereits im 19. Jahrhundert bauten die Moldawier mit Vorliebe Pinot noir an. Die einstige Qualität erreicht der Wein Pinot noir dort allerdings derzeit nicht. Zu stark fällt zumeist seine Eichenholznote aus.

Pinot-noir-Weine made in USA

Die USA steigt zu einem Hauptproduzenten auf. Insgesamt bedeckt die Traube etwa 16.676 Hektar Anbaufläche. Mit grossem Abstand stellt sie in Kalifornien die am meisten angebaute Rebsorte dar. Die Tendenz ist sogar noch steigend. Denn die anspruchsvolle Traube gedeiht dort dank des milden Klimas ausgezeichnet.

Neuseeländische Weingärten

Auch am anderen Ende der Welt findet der Pinot noir immer mehr Anklang. Als eine der wenigen Rebarten eignet er sich für den Anbau in kühleren Regionen etwa in Neuseeland. Diese Eigenschaft machen sich insbesondere die Winzer von Central Otago, Canterbury, Martinborough und Marlborough zu Nutze.

Die globale Vielfalt ist gross. Wer sie entdecken möchte, findet im Onlineshop von Mondovino ebenso wie in den Coop-Verkaufsstellen Pinot-noir-Weine aus der ganzen Welt.

 

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Typische Merkmale

Himbeere
Veilchen
Erdbeere

Farbe

Jung Rot mit blauer Tönung
Reif Ziegelfarbig bis orangerot

Duft

Jung Himbeeren, Erdbeeren und Gewürze
Reif Ausserdem Walderdbeeren, Veilchen, Nelken und Trüffel

Geschmack

Jung Beerig, frisch, würzig
Reif Ausgewogene Aromen von Heidelbeeren, Brombeeren, Veilchen und Wildtönen

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