Petit Verdot

In wärmeren Gefilden wie den Weinbergen Südaustraliens, Südafrikas und Chiles bauen die Winzer den „kleinen Grünling“ gern sortenrein aus. In Frankreich hingegen wird die Petit-Verdot-Rebsorte zumeist mit Merlot und Cabernet Sauvignon verschnitten.

Kräftige Rotweine aus der Petit-Verdot-Rebsorte

Die Rebsorte Petit Verdot ergibt gerbstoffreiche, würzige Weine mit Veilchen- und Fruchtaromen. Den Namen „kleiner Grünling“ verdankt die Traube ihrem beachtlichen Säuregehalt sowie den dicken Schalen, die für viel Tannin sorgen. Aufgrund ihres langen Vegetationszyklus‘ lässt sie sich mit der Reifung viel Zeit. Wird sie zu früh geerntet, ist sie weniger bekömmlich.

Geschmacklich überwiegen bei der Petit Verdot die Aromen schwarzer Beeren. Gute Jahrgänge überzeugen durch ausgeprägte Würzigkeit, Nuancen von Muskat und schwarzem Pfeffer verfeinern den Geschmack. Reifen die Trauben der Weinsorte Petit Verdot in wärmeren Gegenden, fallen die Tannine weicher aus und die Tropfen sind insgesamt gehaltvoller.

Sowohl in der Flasche als auch im Weinglas betört Petit Verdot durch einen kräftigen, dunklen Rotton. Neben einem hohen Tannin- und Säuregehalt ist ein hoher Alkoholgehalt für den Wein charakteristisch. Ein Petit-Verdot-Wein hat ein sehr gutes Lagerpotenzial, da er aufgrund der hohen Gerbstoff- und Säurekonzentration lange haltbar ist. Wird er sachgerecht im Weinkeller gelagert, reift er mitunter viele Jahre.

Die Petit-Verdot-Rebsorte ergibt sortenreine Erzeugnisse, oft wird sie auch für Cuvées verwendet. Ein Cuvée mit Petit Verdot fällt in jedem Fall kräftiger aus. Die Traube bereichert den Sortenmix mit ihrem hohen Tannin- und Säuregehalt. In der klassischen Bordelais-Assemblage passt sie ausgezeichnet zu den übrigen Bordeaux-Rebsorten Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon, denen sie eine grössere Komplexität verleiht.

Europäischer Anbau der Rebsorte Petit Verdot

Petit Verdot ist eine qualitativ hochwertige Rebsorte, die ursprünglich wahrscheinlich aus den Pyrenäen stammt. Ungeklärt ist, durch welche Kreuzung sie entstand. Morphologische Gemeinsamkeiten mit Merlot und Carmenère legen eine Herkunft und Zugehörigkeit zur Familie der Carmenet-Sorten nahe.

Da die Sorte sich im Weinberg als launisches Gewächs erwies, ging der Anbau in Europa in den letzten Jahrzehnten stark zurück. Ein Hindernis für den flächendeckenden Anbau ist die späte Reife der Trauben. Gerade in nördlicher gelegenen Weinanbaugebieten stellte sich der lange Wachstumszyklus als problematisch dar. Ihr volles Potenzial entfaltet die Petit-Verdot-Rebsorte jedoch nur bei optimaler Ausreife. Dank ihrer dicken Beerenschale wehrt sie den Schimmelpilz Botrytis gut ab. Auf Trockenheit reagiert sie jedoch äusserst empfindlich.

In Europa war sie im Bordeaux-Weinanbaugebiet einst weit verbreitet. Insbesondere die Weingärten der weltberühmten Lagen von Saint-Émilion und Pomerol waren früher mit der Rebsorte Petit Verdot bestockt. Doch nach und nach machte die späte Reife den Anbau immer schwieriger. Ab den 1960er-Jahren wandten sich die Winzer des Bordelais schliesslich von der Rebe ab. Eine kleine Renaissance erlebte sie in den 1980er-Jahren. Gegenwärtig wächst sie in Frankreich wieder auf mehr Rebflächen, den früheren Anteil hat sie jedoch nicht mehr erreicht. Grosser Beliebtheit erfreut sie sich im Médoc: Dort gilt sie weiterhin als unverzichtbarer Bestandteil der Bordeaux-Cuvées. Erstklassige Weingüter wie Château Lafite-Rotschild, Château Margaux oder Château Latour wollen ebenfalls nicht auf die Petit Verdot verzichten.

An der Spitze der europäischen Anbaugebiete befindet sich allerdings nicht mehr Frankreich, sondern Spanien, wo der Weinpionier Marqués de Griñon die Rebsorte in den 1990er-Jahren entdeckte. Sein Gut D.O. Dominio de Valdepusa in der Nähe von Toledo erzeugt ausschliesslich sortenrein ausgebauten Petit-Verdot-Wein. Weitere bedeutsame Rebflächen befinden sich in Portugal und in der Türkei.

Petit-Verdot-Wein aus der Neuen Welt

Während die Petit-Verdot-Weine in Nordeuropa allmählich an Beliebtheit verloren, erkannten die Winzer in den sonnenverwöhnten Anbaugebieten in Übersee deren Potenzial. Denn in wärmeren Gegenden gelangt die Sorte häufiger zur vollen Ausreife. Vor allem in Australien ist ihr Anteil an der Gesamtrebfläche in den letzten Jahren rasant gestiegen, mittlerweile beträgt er etwa 1‘200 Hektar. Auch Südafrika steht als Produzent von Petit-Verdot-Wein mittlerweile weit vorne. Die südafrikanischen Kellermeister verwenden ihn zumeist für Blends; dank moderner Ausstattung erzielen sie immer harmonischere Ergebnisse.

In Nordamerika wird Petit Verdot auf circa 850 Hektar Rebfläche angebaut. Der wichtigste amerikanische Produzent ist Kalifornien, die südamerikanischen Länder Argentinien

und Chile bauen die Rebsorte ebenfalls in zunehmend grösserem Stil an.

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