Pecorino

Die weisse Sorte wächst in den Marken und Abruzzen, jenen Weinregionen Italiens, die an der Adria liegen. Die charakterstarken Weine passen zu Käse, Salami und frittiertem Fisch.

Nein, mit dem Hartkäse aus Schafmilch hat die Sorte zumindest sensorisch nichts gemeinsam, auch wenn pecora das italienische Wort für Schaf ist. Die «Schafstraube» heisst auch nicht so, weil ihre kleinen Beeren an Schafkötel erinnern oder die Beerenschale wollweiss ist. Die Bauern an den Osthängen des Apennins kultivierten nicht nur Weintrauben, sondern züchteten auch Schafe. Die frühreifende, süsse Traube war für die Tiere eine willkommene Abwechslung im Speiseplan. Nur mit Mühe hielten die Hirten ihre Schafe davon ab, in den Rebbergen von den süssen Früchten zu naschen.

Da die Sorte geringe Erträge liefert, drohte sie auszusterben. In den 1980ern erkannten die Winzer in den Marken ihr Potenzial und bauten die Traditionsreben wieder verstärkt an. Jung getrunken besticht Pecorino durch seine frische Frucht und Noten von Agrumen, insbesondere Zitrus und Bergamotte. Pecorino kann durchaus drei bis vier Jahre reifen, dann schillert seine Farbe in einem satten Grüngelb, und die frische Frucht weicht einer floralen Aromatik.

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