Humagne Blanche

Dank seiner Insellage in der Alpenregion verfügt das Wallis über einen reichen Schatz an autochthonen Sorten. Dazu gehört die Rebsorte Humagne Blanche, die schon seit dem Mittelalter im Rhonetal angebaut wird. Sie bringt fruchtige Weissweine hervor, die geschmacklich durch blumige Noten und eine angenehme Säurestruktur überzeugen.

Kräftigende Tropfen aus der Humagne-Blanche-Rebsorte

Legenden, die sich um Wein ranken, sind wunderbar, denn sie stiften Identität und bewahren Traditionen. So galten die Weine der Humagne Blanche über Jahrhunderte hinweg als besonders eisenhaltig, weshalb sie Wöchnerinnen als Medizin verordnet wurden. Bis zu einem Liter täglich durften die Glücklichen in Form von gewürztem Wein oder in einer kräftigenden Brotsuppe zu sich nehmen. Zwar hat die Wissenschaft festgestellt, dass der hohe Eisengehalt zu den Legenden gehört, doch der schöne Brauch, jungen Müttern eine Flasche Humagne Blanche zu schenken, ist geblieben.

Vermutlich stammt die Rebsorte Humagne Blanche, die mindestens seit dem 14. Jahrhundert in der Schweiz wächst, aus Südfrankreich und ist von Marseille aus das Rhonetal heraufgereist. Das erste schriftliche Zeugnis über den Walliser Anbau ist das sogenannte Register von Annivisier, welches erstmalig 1313 die Humagne-Blanche-Rebsorte auflistet. Heute wird sie im Wallis auf rund 30 Hektar angebaut.

Genetische Untersuchungen haben ergeben, dass Humagne Blanche mit Miousat identisch ist, einer Sorte, die in Südwestfrankreich angebaut wurde. Diese Theorie legen zumindest genetische Ähnlichkeiten zu den französischen Rebsorten Colombaud und Dameret nahe.

Bedeutend war sie auch für die Entstehung weiterer autochthoner Sorten der Schweiz. So deckten DNA-Analysen auf, dass es sich bei den weissen Walliser Urgewächsen Himbertscha und Lafnetscha um Abkömmlinge der Rebsorte Humagne Blanche handelt.

Fruchtige Kreszenzen

Die Weinsorte Humagne Blanche besticht mit feinen floralen Aromen wie Orangen- und Lindenblüten und Heublumen. Am Gaumen sind die Weine sehr lang, getragen von einer sanften Säure und einem Finale von gerösteten Mandeln.

Aus Humagne Blanche gekelterte Weissweine bauen die Walliser Winzer trocken aus. Die goldgelb schimmernden Weine verfügen über ein gutes Lagerpotenzial. Nach etwa drei Jahren entwickelt sich ein charaktervolles Honigaroma. Die dezente Säure und der fruchtige Ausdruck passen hervorragend zu Fischgerichten, Meeresfrüchten und Käsespezialitäten.

Eine lange Tradition hat im Walliser Val d’Anniviers die Herstellung eines Gletscherweines. In der überlieferten Machart macht die Rebsorte im Verschnitt mit Rèze circa 10 Prozent aus. Den Namen Gletscherwein verdankt der weisse Dessertwein der Fasslagerung in den das Tal begrenzenden Bergen in Nähe des Zinalgletschers.

Anbau der Rebsorte Humagne Blanche

Der Name „Humagne“ stammt vom griechischen hylomaneus ab, was kräftig und wuchsstark bedeutet. Tatsächlich neigt die Humagne-Blanche-Rebsorte zu überbordendem Fruchtansatz, und die Winzer müssen darum den Ertrag mittels Rebschnitt oder Grünernte strikt beschränken. Zudem ist die weisse Traube stark anfällig für Grauschimmelfäule und Echten Mehltau.

Die Neigung zu Pilzkrankheiten sowie die Probleme bei der Fruchtbildung mögen Gründe dafür sein, weshalb sich die Sorte nicht weiter verbreitete. Sie macht sich äusserst rar und ist fast nur noch im Wallis anzutreffen. In Frankreich verschwand sie im Laufe der Zeit vollständig. Nur in der Gascogne versucht man derzeit, die Traube wiederzubeleben.

Entdecken Sie Humagne Blanche und andere Spezialitäten aus dem Wallis. Mit wenigen Klicks ordern Sie den weissen Tropfen bequem zu sich nach Hause. Auch in den Coop-Verkaufsstellen erwartet Sie ein vielfältiges Weinsortiment.