Gamay

Im 13. Jahrhundert war die genügsame und ertragreiche Gamay noch eine ernst zu nehmende Rivalin des Pinot noir. 1395 wurde ihr Anbau verboten und die Sorte wurde ins Beaujolais mit seinen granithaltigen Böden verdrängt. Dort gedeiht sie glücklicherweise noch besser als in ihren ehemaligen Anbaugebieten.

Gamay als Beaujolais nouveau – besonders sanft verarbeitet

Die alte Rebsorte Gamay ist die Traube des Beaujolais, dem südlichsten Gebiet der Region Burgund, wo sie auch die besten Resultate erzielt. Im Beaujolais wird zu 98 Prozent Gamay angebaut.

Ein Faktor, der zur Popularität der Rebsorte Gamay beigetragen hat, ist die Art und Weise der Kellerarbeit. Es wird fast ausschliesslich die Macération-carbonique-Methode angewendet: Die Trauben der Gamay werden ungemaischt in einen geschlossenen Tank gefüllt. Durch den Druck der oberen Traubenlagen setzt die Gärung ein.

Das dabei freigesetzte Kohlendioxid umströmt die Trauben, die von innen heraus zu gären beginnen. Bei dieser Methode wird den Trauben ein Maximum an Farbstoff und ein Minimum an Gerbstoffen entzogen. Nach einigen Tagen erfolgen Pressung und Gärung auf die übliche Weise. Der mit dieser Methode aus der Gamay gewonnene Wein ist hell, leicht bläulich sowie sehr fruchtig und lebhaft, mit leichter Süsse und kräftiger Säure. Typische Aromen sind Banane und Konfitüre. Dieser sogenannte Beaujolais nouveau sollte jung und leicht gekühlt getrunken werden.

Gamay ausserhalb des Beaujolais

Gamay wird auch in der Touraine, im Loire-Gebiet sowie im Elsass und an der Ardèche angebaut. Im Mâcon verwendet man die Sorte für den Mâcon rouge. Einige Winzer, vor allem in Moulin-à-Vent und Morgon, produzieren Weine, die – wenn sie aus guten Jahrgängen stammen – bis zu 10 Jahre lagern können und dann an einen reifen Pinot noir erinnern. In Kalifornien heisst die Weinsorte Napa Gamay.

In der Schweiz ist Gamay eine der am meisten angebauten Rebsorten. Im Wallis ergibt sie zusammen mit Pinot noir den Dôle und in der Waadt den Salvagnin.

Die Aromen der Rebsorte Gamay

Gamay hat zwar eine dunkle Schale, jedoch fast weisses Fruchtfleisch. Der gewonnene Wein aus der Gamay ist erfrischend und enthält wenig Alkohol und Tannin. Sein Aroma zeichnet sich durch  fruchtige Noten von Himbeere und Kirsche aus. Gamay sollte generell eher jung getrunken werden – nicht nur als Beaujolais nouveau. Manche im Holzfass ausgebauten Spitzenweine erreichen jedoch auch eine gewisse Langlebigkeit.

Typische Merkmale

Erdbeere
Schaumbanane
Himbeere

Farbe

Jung Hellrot mit blauer Tönung
Reif Kirschrot bis ziegelfarbig

Duft

Jung Himbeeren, Schaumbananen, Gewürze und Aceton
Reif Dem Pinot noir ähnlich und mit einem würzigen Veilchenton, duftet nach Waldbeeren und Erdbeeren

Geschmack

Jung Schwarze Johannisbeere, Himbeere, Kräuter
Reif Kräftiges Kräuteraroma, Leder und Lakritze süffig, beerige Frucht (Himbeeren, Erdbeeren), Kirscharoma und eine erfrischende Säure (jung); Beerenaromen und Veilchenton