Chenin blanc

Die Rebsorte Chenin blanc wird trotz ihrer Empfindlichkeit gegenüber äusseren Einflüssen weltweit angebaut. Aus gutem Grund: Ihr Einsatzgebiet ist sehr breit gefächert. Ob als Tafeltraube, für die Schaumweinproduktion, trocken oder süss ausgebaut, aufgespritet, sortenrein oder im Verschnitt, überall beweist die Chenin blanc ihre Vielseitigkeit.

Chenin blanc – Eine vielseitige Rebsorte

Zwei Eigenschaften zeichnen die Rebsorte aus und begründen ihre Vielseitigkeit: Weine aus Chenin blanc entwickeln viel Säure und weisen einen hohen Zuckergehalt auf. Die Süsse wird ihnen durch zwei Methoden verliehen: Entweder wird sie durch Edelfäule erzielt oder die Trauben werden im sogenannten Passerillé-Verfahren an sonnenverwöhnten Herbsttagen getrocknet. Für die erste Methode machen sich die Winzer die Empfindlichkeit der Rebsorte für den Schimmelpilz Botrytis zunutze.

Diese Eigenarten machen die Traubensorte zum Universalgenie unter den Weissweinen. Die Palette der aus ihr gekelterten Erzeugnisse reicht von extrem trockenen Weinen und leichten Weissweinen über edelsüsse Tropfen bis hin zu Spitzenweinen mit einer konzentrierten Restsüsse und exzellenter Lagerungsfähigkeit.

Dank ihres Zuckergehalts bringen die Trauben einen Saft hervor, der sich für die Vinifizierung hervorragender Süss- und Likörweine eignet. Die intensiven Süssweine wirken dank der guten Säurestruktur nie unangenehm schwer und klebrig, sondern stets ausgewogen. Aus der Liga der besten Dessertweine sind sie daher nicht wegzudenken. Die ausgeprägte Säure wiederum prädestiniert Chenin blanc zur Produktion erfrischend perlender Schaumweine.

Damit deckt die Sorte sämtliche Geschmacksrichtungen ab. Welche Weinart gekeltert werden kann, hängt allerdings auch vom Jahrgang und dem Reifeverhalten ab. Bei günstigem Wetter erzielen die Rebstöcke einen Zuckergehalt, der sich am besten für halbtrockene und süsse Weine eignet. Einen noch besseren Süssegrad für die Kelterung hochwertiger Dessertweine erzielen Winzer in besonders sonnenverwöhnten Jahren.

Weine aus Chenin blanc, allen voran die Süssweine, sind gut lagerfähig. In den ersten beiden Reifejahren entfalten sie eine intensive Fruchtigkeit. Nach etwa fünf Jahren verfügen sie über ein betörendes Bukett, das an Honig und Aprikose erinnert. Mitunter besitzen sie bei guter Lagerung über ein Reifepotenzial von mehreren Jahrzehnten und nehmen im Laufe der Zeit an Komplexität zu.

Loiretal: Wiege und Herkunftsgebiet der besten Chenin-blanc-Weine

Die Chenin blanc ist die älteste und bekannteste Rebsorte im französischen Loiretal. Sie bildet die Basis für so unterschiedliche Weine wie Coteaux du Layon, Bonnezeaux und Quarts de Chaume: grosse, süsse Weine mit hohem Säureanteil und langer Lagerfähigkeit. Die Regionen Saumur und Anjou gelten als die besten Anbaugebiete für Chenin blanc. Im Anjou ist die Rebsorte seit dem 9. Jahrhundert beheimatet.

Anjou Blanc ist ein vergleichsweise günstiger, oft recht einfacher Chenin-blanc-Wein mit kräftiger Säure, der häufig mit Chardonnay oder Sauvignon verschnitten wird. Dagegen verfügt Vouvray als halbtrockener bis lieblicher, leichter Gesellschaftswein über einen überwältigenden Charme. Chenin blanc eignet sich auch gut für den Saumur und den Crémant de Loire, da die Rebsorte einen frischen, trockenen Grundwein hervorbringt, wie er für Schaumweine ideal ist. Im Loiretal, wo er auch Pineau de la Loire genannt wird, findet man die deutlichsten Extraktkonzentrationen dieser Rebsorte.

Kennzeichnend für die Süssweine aus dem Loiretal ist ihr aussergewöhnliches Lagerpotenzial. Gleich vier Appellationen wurden den süssen Tropfen verliehen. Im Keller von Moulin Touchais im Anjou lagert zudem eine ganz besondere Kostbarkeit: hundertjährige Chenin-blanc-Weine, die sich noch immer entwickeln.

Anbau der Weinsorte Chenin blanc ausserhalb Frankreichs

2010 lüfteten Wissenschaftler das Geheimnis um die Herkunft der Rebsorte. Es zeigte sich, dass sie aus gutem Hause kommt. Fest steht seitdem, dass sie aus der Kreuzung der Edelrebe Sauvignon blanc mit Gewürztraminer hervorgegangen ist.

Die Rebe hat einen kräftigen Wuchs, sie treibt früh aus und reift relativ spät. Sie bringt hohe Erträge. Um die Qualität zu erhöhen, wird der Ertrag jedoch meistens begrenzt. Bei Feuchtigkeit schimmelt die dicke Beerenschale rasch, weswegen sich die Trauben, sofern sie zu einem späteren Zeitpunkt im Wachstumszyklus befallen werden, ausgezeichnet für Edelfäule eignen. Bei einem trocken ausgebauten Wein aus Chenin blanc spielt das Terroir eine grosse Rolle.

Die Rebsorte Chenin blanc findet man nicht nur in den bedeutenden französischen Weingärten, sondern auf allen Kontinenten. In Südafrika und Kalifornien dient sie hauptsächlich als Grundlage für gewöhnliche Tafelweine.

Der Wein aus Chenin blanc in Südafrika

Seit Beginn der niederländischen Kolonialzeit findet sich die Rebsorte Chenin blanc auch auf südafrikanischem Boden. 1655 führte sie der holländische Siedler Jan van Riebeeck ein. Wenige Jahre später gelangten französische Hugenotten, die als die ersten Winzer in Südafrika gelten, in die Kapregion und bauten mit grosser Wahrscheinlichkeit ebenfalls Chenin blanc an. Heute sind etwa 20 bis 30 Prozent der südafrikanischen Weingärten mit der Rebe bestockt, die dort unter dem Namen Steen bekannt ist. Hauptanbaugebiete sind Paarl und Worcester. Einst kelterten die Winzer säurebetonte Chenin-blanc-Weine und legten mehr Wert auf Masse als auf Qualität. Seit den 1990er-Jahren unterliegt die Produktion einem Wandel, sodass heute durchaus auch Spitzenweine entstehen.

Kalifornische Chenin-blanc-Weine

Eine beachtliche Anbaufläche weist Kalifornien auf. Nahezu dreimal so viel Rebfläche wie in Frankreich ist mit der Sorte bestockt. Allerdings ist im weissen Sortiment Chardonnay nach wie vor der Liebling kalifornischer Winzer. Anders als Chardonnay wird Chenin blanc daher selten sortenrein gekeltert und meistens verschnitten. Die Bandbreite sortenreiner Weine reicht von leichten Süssweinen bis zu Spätlesen mit grossem Restzuckergehalt und blumigem Aroma.

Chenin blanc aus Neuseeland

Neuseeland gehört neben Frankreich zu den interessantesten Ländern für diese Rebe, denn die dortigen klimatischen Voraussetzungen ergeben erstklassige Weine. Der hohe Säureanteil kommt sowohl in den trockenen als auch in den halbsüssen Versionen gut zur Geltung.

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Typische Merkmale

Gelber Apfel
Bienenwachs
Stroh

Farbe

Jung Hellgelb mit grünen Färbungen
Reif Tiefes Goldgelb

Duft

Jung Blumig, grasig, Aromen von Heu, Honig, Bienenwachs und Zitrusfrüchten
Reif Zusätzliches Aroma von Äpfeln und frischem Brot

Geschmack

Jung Frische Säure, grasig, krautig, mineralische Aromen und Zitrusnoten
Reif Komplexer, mit Apfel-, Pfirsicharomen
Süss ausgebaut

Ein Bukett von Pfirsich, Mandeln und tropischen Früchten, Honig- und Bienenwachs

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