Carmenère

Die seltene und hochwertige Carmenère-Rebsorte ergibt charaktervolle, körperreiche Weine mit weichen Tanninen. Ursprünglich aus dem Bordeaux kommend, fand die beinahe vergessene rote Traube in Amerika eine neue Heimat. Die vornehmlich in Chile gekelterten Weine sind dunkel und gehaltvoll. Sie besitzen Aromen von Leder, Kakao, Tabak und dunklen Beeren.

Herbes Weinarmoma

Der Name Carmenère steht für einen rundum harmonischen Wein. Die weichen Tannine und die dezente Säure verleihen ihm Geschmeidigkeit. Das macht ihn auch für Einsteiger in die Genusswelt des Weins unmittelbar zugänglich.

Schwarze Johannisbeere, Cassis, Brombeere und Kirsche: Eine Fülle an Beerenaromen prägt seinen Geschmack. Anklänge an Schokolade, Tabak und ledrige Nuancen sorgen für eine dezent herbe Fruchtigkeit. Da Carmenère mittlerweile reinsortig ausgebaut wird, kann der ihm eigene Geschmack voll zur Geltung kommen. An Komplexität gewinnt er durch die Lagerung im Barrique.

Kennzeichnend für Carmenère-Wein ist seine dunkelviolette Farbe. Zwar werden Carmenère-Weine häufig mit Merlot verwechselt, jedoch haben sie einen höheren Alkoholgehalt. Mit den roten Bordeaux-Trauben hält der Tropfen mit und reiht sich in die Riege extraktreicher und fülliger Rotweine ein. In dieser Hinsicht rangiert er hinter Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc immerhin auf dem dritten Platz.

Ein Carmenère-Wein passt ausgezeichnet zu Geflügelspeisen, Gerichten mit dunklem Fleisch sowie reifem Käse mit ausgeprägter Würze.

Wechselvolle Geschichte der Carmenère-Rebsorte

Es fehlte nicht viel und die wertvolle Rebsorte Carmènere wäre in der Versenkung verschwunden. Mitte des 19. Jahrhunderts wütete in den französischen Weingärten die Reblaus und zerstörte ganze Bestände an Rebstöcken. Eine Katastrophe, die die bis dahin vornehmlich im Frankreich angesiedelte Sorte beinahe ausrottete.

Die Wiege der Carmenère-Rebsorte liegt im Bordeaux. Dort entstand sie aus einer natürlichen Kreuzung aus Cabernet Franc und Gros Cabernet. Ihren Namen verdankt sie sehr wahrscheinlich der karminroten Färbung ihrer Trauben sowie der rötlichen Triebe ihrer Blätter. Seit Anfang des 18. Jahrhunderts gehörte sie auf der Halbinsel Médoc zu den Lieblingssorten. Gemeinsam mit Cabernet Franc begründete sie den ausgezeichneten Ruf der Spitzen-Châteaux. Bis zur Plage galt sie als geachteter Verschnittpartner für Bordelais-Weine. Doch nach der Heimsuchung durch die Reblaus verschwand sie nahezu komplett vom europäischen Boden. Fortan verzichteten die französischen Winzer auf die anfällige Traube und bestockten ihre Rebflächen mit anderen Sorten.   

Bis Anfang der 1990er-Jahre galt sie als ausgestorben. Einem französischen Önologen kommt der Verdienst zu, sie wiederentdeckt und ihr zu neuem Ansehen verholfen zu haben. Nicht im Mutterland, sondern weit weg von ihrem Ursprung spürte er sie auf: Im Andenstaat Chile.

Kurz vor der verlustreichen Plage auf dem alten Kontinent wurde sie in Südamerika eingeführt. Aufgrund ihrer ähnlichen Gestalt hielten sie die chilenischen Winzer für eine Variante des Merlots. Gemeinsam mit diesem pflanzten sie Carmenère an und verschnitten ihn. Nachdem die Verwechslung aufgedeckt war, nahmen die Chilenen den besonderen Sortencharakter wahr und erkannten das Potenzial der Traube. Während französische Winzer noch heute an einer Wiederbelebung arbeiten und sie weiterhin für Cuvées verwenden, wird die Carmenère-Rebsorte in der neuen Welt reinsortig angebaut sowie gekeltert. Aus der Welt der Weine ist Carmenère als chilenische Spezialität nicht mehr wegzudenken.

Anbau der Carmenère-Rebsorte weltweit

Die Rebsorte Carmenère reift spät und gilt als ertragunsicher. Gegenüber Kälte zeigt sie sich empfindlich. Nur in warmen Regionen reift sie gut. Ihre Blüten neigen zum Verrieseln und auch ihre Wurzeln sind ausgesprochen anfällig – Eigenschaften, die die meisten Winzer zurückschrecken lassen. Aus diesem Grund ist sie nach wie vor wenig verbreitet. Die Hauptanbauländer sind Chile und Italien, aber auch in Neuseeland, Australien sowie in geringem Ausmass in der Schweiz wird sie kultiviert.

Carmenère-Weine aus Chile

Da Chile von der Reblaus verschont blieb und alle klimatischen Voraussetzungen bietet, stieg der Andenstaat zum Hauptproduzenten von Carmenère-Weinen auf. Circa 8'800 Hektare sind mit der Carmenère-Rebsorte bestockt. Am häufigsten ist sie in den Anbauregionen Rapel, Maule und Valle Central anzutreffen. Hier wird es während der Wachstumsphase auch nachts nicht kälter als 10 Grad Celsius. Sie wird sortenrein vinifiziert.

Mit Vorliebe bauen ihn die südamerikanischen Kellermeister bis zu 4 Jahre im Eichenfass aus. Diese Zeit gewährt ihm beispielsweise das grösste Weingut Chiles Concha y Toro.

Carmenère-Wein aus Italien

Auf Platz zwei der Liste der Anbauländer für die Rebsorte Carmènere rangiert Italien. Dort belegt die auch „Carmenoro“ genannte Rebsorte 1'000 Hektare. Die Rebflächen befinden sich vornehmlich im nordöstlichen Italien. An der Spitze stehen die Anbaugebiete Friaul, Lombardei und Venetien.

Auch die italienischen Winzer erlagen einem Irrtum. In den 1980er- und frühen 1990er-Jahren pflanzte man sie mit der Absicht, Cabernet Franc zu kultivieren. Erst später in den 1990er-Jahren identifizierten die Winzer nach und nach ihre Rebstöcke als Carmenère. Mittlerweile ist sie als Qualitätssorte anerkannt und in einigen DOC-Bereichen zugelassen. So wird beispielsweise das Weingut Vigna Dogarina in Campodipietra für seine hochwertigen Carmenère-Weine geschätzt.

Entdecken Sie einen ganz besonderen Tropfen. Mondovino ebenso wie die Coop-Verkaufsstellen führen die Weinsorte aus verschiedenen bedeutsamen Anbauregionen.

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