Carignan

Die Rebsorte Carignan verdankt ihren Namen der Stadt Cariñena in der spanischen Provinz Saragossa, sie wird aber hauptsächlich in Frankreich angebaut. Die Carignan ergibt robuste Weine mit fruchtigem Aroma und guter Säure. Am häufigsten ist sie in Verschnittweinen enthalten, zum Beispiel in Assemblagen mit Tempranillo für Rioja-Weine.

Carignan – eine verkannte Rebsorte

Obwohl sich das wichtigste Anbaugebiet der Rebsorte Carignan im Süden Frankreichs befindet, stammt sie mit grosser Wahrscheinlichkeit aus Aragonien. Unbekannt ist, welcher Kreuzung sie entsprungen ist. In Italien heisst sie Carignano, in Spanien Cariñena oder Mazuela. Am weitesten verbreitet ist die Bezeichnung Carignan, die sich von der spanischen Stadt Cariñena ableitet. In Aragonien hat der Anbau der Sorte lange Tradition. Von dort aus breitete sie sich im 12. Jahrhundert über ganz Europa aus.

Nach der Grenache ist sie die am häufigsten angebaute rote Weinsorte der Welt. Da sie äusserst ertragreich ist, galt sie lange Zeit als Massentraube und war unter Weinkennern deshalb wenig populär. Heute hat der Carignan-Wein sein Image als mittelmässiger Wein weitgehend verloren. Denn Winzer, die nach speziellen Qualitätsstandards vorgehen und dabei ein gutes Händchen beweisen, erzielen mit der Carignan-Rebsorte durchaus hochwertige Ergebnisse.

Die Carignan bringt Weine von intensiver, roter Farbe hervor. Der hohe Säure- und Tanningehalt verleiht ihnen eine gewisse Schwere und überdeckt bisweilen ihr wenig intensives Aroma. Daher wird die Traube zwar als Verschnittpartner geschätzt, weil sie einer Assemblage mehr Struktur gibt, sortenreine Carignan-Weine sind hingegen selten. Sorgfältig angebaute und gekelterte Trauben können allerdings charaktervolle Tropfen ergeben. Das fruchtige Aroma erinnert an Pflaumen, Kirschen und Feigen. Mit der Zeit gewinnen die Weine an Finesse und die hohen Säure- und Tanninwerte wirken harmonischer. Am besten gedeihen die Trauben auf kargen Böden und an alten Rebstöcken. Eine rigorose Ertragsbegrenzung wirkt ebenfalls Wunder. Das Resultat sind entwicklungsfähige Weine, die mit Vorliebe im Barrique ausgebaut werden. Die besten Voraussetzungen sind in Sardinien gegeben. Die auf der Insel gekelterten Carignanos erreichen ein hohes Qualitätsniveau und sind als DOC-Weine anerkannt.

Anbau der Rebsorte Carignan

Die Carignan-Rebsorte erkennt man an ihren grossflächigen, stark gebuchteten Blättern, die fünf Lappen aufweisen. Die leicht kegelförmigen Trauben sind geschultert und tragen in grosser Dichte schwarzblaue Beeren von mittlerer Grösse und mit dicker Schale. Die Rebe ist von kräftigem Wuchs und sorgt für einen hohen Ertrag. Aufgrund des hohen Mostgewichts ist eine Ertragsbegrenzung unbedingt erforderlich. Carignan reift 30 Tage nach Chasselas und gehört damit zu den spätreifenden Sorten. Am besten bekommen der Rebe ein mediterranes Klima und magere und trockene Böden, etwa solche mit hohem Sandstein- und Kieselanteil.

Die grössten Anbauflächen für die Weinsorte Carignan befinden sich in Frankreich. An der Spitze steht das Anbaugebiet Languedoc-Roussillon, rund ein Drittel der dortigen Rebflächen ist mit Carignan bestockt. Ideale Bedingungen schaffen die trocken-heissen Sommer und milden Winter in dieser Region, die sich entlang der Küste von Montpellier bis zur spanischen Grenze erstreckt. Neben Rot- und Roséweinen wird aus Carignan eine Spezialität der Provinz Roussillon gekeltert: der bittersüsse Aperitif Byrrh. Weitere Rebflächen befinden sich in der Provence und anderen südöstlichen Regionen Frankreichs. Die Rebsorte Carignan ist in Frankreich vornehmlich Teil roter Cuvées. Die AOC-Produkte Coteaux du Languedoc, Côtes de Provence und Coteaux d’Aix-en-Provence und weitere kommen nicht ohne diese Sorte aus. Am häufigsten wird sie mit Syrah, Mourvèdre und Grenache verschnitten.

Ebenso von herausragender Bedeutung für die Kultivierung der Carignan-Rebsorte ist Italien. In qualitativer Hinsicht stechen vor allem Weine aus Sardinien hervor. Vom Charakter eines Massenweins ist auf Sardinien nichts zu finden. Dort geht die Carignan unter anderem in die herkunftskontrollierten DOC-Weine Campidano di Terralba und Mandrolisai ein. Geschmacklich am überzeugendsten ist der sortenreine DOC-Wein Carignano del Sulcis.

Auch Spanien weist nach wie vor eine bedeutende Anbaufläche auf. Neben dem Herkunftsgebiet Aragonien wächst Carignan in den Regionen Rioja, Katalonien und La Mancha. Daneben nimmt der Bestand in Übersee stetig zu. Mittlerweile besitzt der US-Staat Washington mit circa 80’000 Hektar über die weltweit grösste Rebfläche. Grosser Beliebtheit erfreut sich die Sorte zudem in Kalifornien, Chile, Israel und Mexiko.

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