Cabernet Sauvignon

Weltweit geniesst die Cabernet-Sauvignon-Rebsorte hohes Ansehen und gilt vielen Weinkennern als die beste für Rotweine. Nicht umsonst hat sie den Status „Cépages nobles“ inne, womit sie sich in die edelsten Traubensorten einreihen darf. Durch die in den Kernen enthaltenen Phenole eignet sich die Sorte sowohl für den Barrique-Ausbau als auch für eine lange Flaschenlagerung hervorragend.

Dickschalige Trauben für fruchtige und gut reifende Rotweine

Diese für Spitzenerzeugnisse am häufigsten angebaute Rotweinsorte bevorzugt südlichere Regionen sowie heisse, sand- und steinhaltige Böden. Die kleinen, dunklen Beeren mit der dicken Schale und den vielen grossen Kernen reifen spät. Das warme Klima begünstigt die Bildung von Gerbstoffen, Säure und Frucht. In kühlen Gebieten reifen die Trauben weniger gut aus, weswegen der Wein von dort weniger Körper besitzt. In solchen Klimaten ist er daher seltener anzutreffen.

Und dennoch: Wo auch immer sie wächst, die Rebsorte Cabernet-Sauvignon behält stets ihre unverwechselbaren Aromen. Sie entwickelt eine äußerst konzentrierte Fruchtigkeit, die an schwarzen Johannisbeersaft erinnert. Die dicken Schalen der Cabernet-Sauvignon-Rebsorte geben dem Wein nicht nur seine tiefrote Farbe, sondern prägen auch den Geschmack. Sie bewirken einen hohen Tanningehalt, ohne dabei die Fruchtigkeit zu überdecken. Jungen Weinen verleihen sie einen rauen und schweren Charakter. Diese Strenge mildert sich mit dem Alter ab. Denn dank des hohen Tanningehalts verfügen die Cabernet-Sauvignon-Weine über ein ausgezeichnetes Alterungspotenzial, wodurch ältere Tropfen zur Vollendung gebracht werden. Ein Cabernet Sauvignon entwickelt mit der Reife ein breites Spektrum an zusätzlichen Aromen. Leichte Anklänge an Zedernholz, Tabak und Schokolade verfeinern hierbei die fruchtige Geschmacksstruktur.

Hervorragend eignet sich ein Cabernet Sauvignon daher auch für den Barrique-Ausbau. Im Fass gewinnt er an Komplexität. Die Sekundäraromen entfalten sich weiter. Durch die Verbindung mit Eichenholzaroma gewinnen sie an Geschmeidigkeit. Zudem macht der Ausbau die Weine langlebiger, sodass sie mitunter über Jahrzehnte zu einem exzellenten Tropfen heranreifen können. Cabernet Sauvignon macht sich wunderbar zu Lamm- und Rindfleischgerichten und zur Herstellung eines passenden Rotwein-Jus.

Weltweit geschätzt: Der globale Anbau der Cabernet-Sauvignon-Rebsorte

DNA-Analysen aus dem Jahr 1997 zufolge ging die Cabernet-Sauvignon-Rebsorte aus einer Kreuzung zwischen Cabernet franc und Sauvignon blanc hervor. Den guten Ruf verdankt die Weinsorte Cabernet Sauvignon vor allem den Erzeugnissen aus dem Médoc, wo sie auch den Anbau dominiert. In den mageren, durchlässigen, steinigen Böden gedeiht diese vitale Rebe besonders gut. Sie wird häufig mit Merlot, Cabernet franc, Malbec und Petit Verdot verschnitten, überwiegt anteilsmässig aber mit mehr als 50 Prozent. Sortenrein wird sie vor allem in der Neuen Welt produziert. Der grösste Konkurrent des Médoc ist – neben Australien – Kalifornien. Dort geniesst Cabernet Sauvignon eine Spitzenstellung – sowohl bezüglich Ruf als auch hinsichtlich des Preises. Die besten Weinproduzenten erzeugen elegante, lagerfähige Weine mit viel Körper und Aroma.

Französische Cabernet-Sauvignon-Weine

Die schon lange im Bordeaux beheimatete Traube verhalf dem Weinanbaugebiet zu Weltruhm. Beste Ergebnisse erzielen nach wie vor die in der Mündung der Gironde gelegenen Médoc-Terroirs. Ihre Kiesböden ermöglichen den Reben ein tiefes Vordringen ihrer Wurzeln und die Ausbildung edelster Trauben. Die Assemblagen aus anderen roten Sorten bedürfen einer längeren Reifedauer und erzielen stolze Preise. Zunehmend sind aber auch einfachere, schneller reifende Médoc-Weine von guter Qualität günstig zu erwerben.

Auch im Languedoc-Roussillon sind grosse Anbauflächen mit der Cabernet-Sauvignon-Rebsorte bestockt. Hier entstehen sowohl sortenreine Weine als auch Cuvées.

Cabernet Sauvignon aus Italien

Seit dem Erfolg der Supertuscan-Weine aus Maremma werden immer mehr toskanische Weinberge mit der Rebsorte Cabernet Sauvignon bestockt. Als Verschnitt findet sich die Traube in vielen DOC- und DOCG-Rotweinen wieder. Aber auch sortenreine Erzeugnisse erzielen eine Spitzenqualität.

Der Supertoskaner Sassicaia aus dem Ort Bolgheri wird entweder einsortig oder mit einem geringen Anteil an Cabernet franc vinifiziert. Anschliessend erfolgt zumeist ein Barrique-Ausbau, der mitunter zwei Jahre dauert und Weine von erstem Rang hervorbringt. Neben dem Kultwein Sassicaia ist der IGT-Wein Maestro Raro hervorzuheben. Seine fruchtige Dichte wird häufig noch durch die Lagerung im Eichenfass veredelt.

Schweizer Rotweine

Mit 63 Hektar Fläche macht der Anbau der Cabernet-Sauvignon-Rebsorte nur einen kleinen Teil des Schweizer Weinanbaus aus. Vornehmlich im Kanton Wallis befinden sich die Rebstöcke der Sorte, wo sie mit Vorliebe verschnitten oder im Barrique ausgebaut wird. Daneben gedeiht sie auch im Tessin.

Cabernet Sauvignon aus Down Under

In den 1950er-Jahren entdeckten australische Winzer die roten Bordeaux-Trauben für sich. Schnell passte sich die Rebsorte an das wärmere Klima Australiens an und nährt seitdem ihren guten Ruf. Insbesondere in den Weingärten von Coonawarra, Barossa und Margeret River wird die rote Traube angebaut. Häufig geht hier Cabernet Sauvignon mit Syrah eine Verbindung ein. Aber auch Bordeaux-Blends mit Cabernet franc und Merlot sind beliebt.

Kalifornien als Anbaugebiet

Beachtlich sind auch die Erzeugnisse aus Übersee. Die grössten und bedeutendsten Anbaugebiete jenseits des Atlantiks befinden sich im kalifornischen Napa Valley sowie im Sonoma Valley. Im Napa Valley fallen die Weine deutlich fruchtig aus. Die Cabernet-Sauvignon-Weine aus dem Sonoma Valley ergänzen das Spektrum um zarte Anisaromen.

Paradebeispiele aus Südafrika

Auch auf den lehmhaltigen Böden Constantias in Südafrika gedeiht die Cabernet-Sauvignon-Rebsorte hervorragend. Würzige Weine mit einer feinen Eukalyptusnote ergibt die Assemblage mit Cabernet franc. Die Weine aus Marlbrook überzeugen ebenso mit ihren leichten Röstaromen. In den Bordeaux-Blends macht die Rebsorte die Hälfte aus. Viele werden durch einen Barrique-Ausbau veredelt. In Paarl am südafrikanischen Westkap wird er sowohl pur produziert als auch mit Merlot und Cabernet franc verschnitten.

Cabernet Sauvignon aus Südamerika

In Argentinien entsteht insbesondere auf den Anbauflächen von Cruz de Piedra, Barrancas und Lunlunta in der Region Maipú Cabernet Sauvignon-Wein von hoher Qualität.

In noch grösserem Umfang erfolgt der Anbau in Chile. Die nördlichsten Weingebiete im Elqui- und Limarí-Tal profitieren klimatisch von der Lage am Pazifik. Auch das wärmere Maipo-Tal nahe Santiago bringt Spitzenweine hervor. Charakteristisch für diese sind Kräuternuancen. Daneben ist auch die Curicó-Region erwähnenswert, deren mediterranes Klima sowie lehmhaltige Böden sich sehr gut für den Cabernet-Sauvignon-Anbau eignen. Insbesondere die Winzer von Viña Montes, San Pedro und Torres erzielen hervorragende Ergebnisse.

Wer den fruchtigen Charakterwein geniessen will, findet im Online-Shop vom Mondovino sowie in den Coop-Verkaufsstellen eine grosse Auswahl an Cabernet-Sauvignon-Weinen.

Typische Merkmale

Schwarze Johannisbeere
Paprika
Bleistift

Farbe

Jung Dunkles Blaurot, brombeerfarbig
Reif Ziegelfarbig bis braunrot

Duft

Jung Schwarze Johannisbeere (Beeren und Sirup), frische Kräuter, dunkle Kirschen
Reif Zeder, Stall, Laub, Veilchen, Schokolade und Leder

Geschmack

Jung Konzentrierte Frucht von schwarzen Johannisbeeren, Veilchen, Lakritze oder Minze, ausgeprägte Gerbsäure
Reif Tabak und Leder, erinnert an Schimmel und besitzt eine gekochte Süsse

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