Brachetto

Es ist umstritten, ob der italienische Brachetto mit der in der französischen Provence angebauten Sorte Braquet noir verwandt ist. Viele Sortenmerkmale sprechen dagegen. Fest steht, dass die Rebsorte Brachetto aus dem südlichen Piemont in Italien stammt. Wir erklären, was einen Brachetto ausmacht.

Die Herkunft des Brachetto

Seit 1996 trägt die Weinsorte Brachetto die DOCG-Auszeichnung (DOCG = Denominazione di Origine Controllata e Garantita, italienisch für „kontrollierte und garantierte Herkunftsbezeichnung“) für süssen Rotwein und Schaumwein der italienischen Region Piemont. Brachetto ist unter einigen Bezeichnungen bekannt, unter anderem als Brachetto d’Acqui, Brachetto di Alessandria oder Brachetto du Piemont. Doch woher stammt die Weinsorte eigentlich?

Brachetto-Wein hat seinen Ursprung in Italien, genauer gesagt im Piemont. Ob und mit welcher anderen ähnlichen Weinsorte der Brachetto verwandt sein könnte, ist nicht bekannt. Einige ausgewählte Gemeinden in Italien dürfen diese Rebsorte offiziell anbauen. Beispielsweise ist dies in der Provinz Asti gestattet, unter anderem in Bubbio, Castel Rocchero, Fontanile, Montabone und einigen anderen Anbaugebieten. Zudem haben auch einige wenige Gemeinden der Provinz Alessandria das Recht zum Anbau. Doch egal, wo exakt auf dem insgesamt mehreren hundert Hektar grossen Anbaugebiet Ihr Brachetto hergestellt wurde – er ist in jedem Fall ein echter Italiener. 

So schmeckt der Brachetto

Vorwiegend ist der Brachetto als lieblich schmeckender Wein bekannt und sowohl als Rotwein sowie als Roséwein erhältlich. Unabhängig davon, ob die Produktion in einem Rosso oder Rosato endet, hat der Brachetto neben dem Anbaugebiet auch einige weitere formelle Vorgaben zu erfüllen. Die wohl wichtigste davon ist, dass er zu mindestens 97 Prozent aus reinem Brachettowein bestehen muss. Andere Rebsorten neben dem Brachetto sind demzufolge nur bis zu 3 Prozent anteilig erlaubt. Doch auch weiter zugemischte Weinsorten dürfen ausschliesslich aus der Region um Piemont stammen.

Erhältlich ist der Brachetto in unterschiedlichen Varianten. Zum einen können Sie ihn als stillen Wein erwerben. Es werden aber meist sortenreine Spumanti in Rot oder Rosé ausgebaut, die vor allem durch ihre kräftige Perlung überzeugen. Doch auch als Dessertwein-Variante ist der Brachetto zu finden. Typische Aromen sind zum Beispiel Muskat, Rosen und Veilchen, aber auch einen leichten Hauch von Erdbeeren können Sie oftmals schmecken. Der Geschmack ist also vor allem blumig-fruchtig; zudem wird ihm ein leichtes Moschusaroma nachgesagt.

Wie geniessen Sie den Brachetto am besten?

Alle Weinsorten unterscheiden sich dahingehend, wie sie ihre Aromen am besten entfalten. Oftmals beeinflussen scheinbar kleine Dinge das Aroma, wie beispielsweise die Temperatur beim Trinken. Ein echter Brachetto sollte getrunken werden, wenn er eine Temperatur von 8 bis zehn 10 Celsius hat. Vor allem aber ist es von Bedeutung, dass er nicht allzu lange gelagert wird. Denn damit die Haltbarkeit des Weins gewährleistet ist und seine perlige Natur erhalten bleibt, sollte der Brachetto zeitnah verzehrt werden. 

Die schaumig-liebliche Köstlichkeit kann auf vielfältige Weise genossen werden. Am häufigsten wird der Brachetto bei einem Menü gemeinsam mit dem Dessert als Passito dargeboten. Doch auch als Sekt vor dem Dinner eignet sich ein Brachetto d`Acqui hervorragend. Sind Sie experimentierfreudig und möchten das ursprüngliche Aroma des Weines erweitern, können Sie ihn auch mit einem Fruchtsaft mischen.

Das besondere Etwas für Liebhaber der Süsse

Wissen Sie eher lieblichen Wein zu schätzen, kann ein Brachetto genau das Richtige für Sie sein. Da er in Tanks aus Edelstahl gärt, gehen keine wertvollen Aromen verloren. Damit ein wenig mehr Süsse erhalten bleibt, wird der Fermentationsprozess bereits recht früh unterbrochen, nämlich bei 5 bis 6 Prozent Alkoholgehalt. So kommt der fruchtig-süsse Geschmack zustande.