Autochthone Rebsorten

Fast jeder Weintrinker hat seine Lieblingsweine. Grundlage für den einzigartigen Geschmack eines Weins sind die verwendeten Rebsorten, denn sie prägen sein Aroma. Doch woher stammen die Rebsorten eigentlich ursprünglich? Welche Bedeutung hat „autochthon“ bei Wein? Mehr dazu im nachfolgenden Ratgeber.

Was ist eine autochthone Rebsorte?

Der Fachbegriff „autochthon“ bedeutet so viel wie, dass etwas „alteingesessen“ oder „einheimisch“ ist. Bei autochthonen Rebsorten handelt es sich demzufolge um Weine, die ausschliesslich oder wenigstens überwiegend dort wachsen, wo sie ursprünglich auch einmal entstanden sind – ohne dass der Mensch durch gezielte Kultivierung nachgeholfen hätte.

Manchmal ist es aber gar nicht so einfach, Rebsorten eindeutig danach zu kategorisieren, ob sie autochthon oder allochthon sind. Letzteres sind Sorten, die sich nicht dort entwickelt haben, wo sie heuer wachsen. Viele Weine existieren bereits seit vielen Tausend Jahren – da ist es naturgemäss schwer nachzuvollziehen, wann eine Rebsorte wo erstmals auftauchte. Stöbern Sie beispielsweise in der Mondovino Wein-App nach autochthonen Rebsorten!

Autochthone Weine – botanische Auswanderer

Einige Rebsorten werden als autochthone Weine eingestuft, obwohl sie ursprünglich aus einem anderen Gebiet stammen als jenem, in dem sie heuer primär angebaut werden: Sind Anbau und Produktion jedoch eng mit diesem neuen Anbaugebiet verbunden oder gar prägend für einen solchen Wein, kann er dennoch das Prädikat „autochthoner Wein“ erhalten.

Um die Besonderheit autochthoner Weine besser zu verstehen, hilft eventuell der Vergleich mit menschlichen Auswanderern, die in einem bestimmten Land geboren wurden, jedoch bereits in jungen Jahren in ein anderes gekommen sind: Nach vielen Jahren haben sie häufig zu ihrem Geburtsland keine echte Beziehung mehr. Sie fühlen sich vielmehr dem Land zugehörig, in dem sie aufgewachsen sind.

Ähnlich ist es bei einer Rebsorte, die ursprünglich aus einer anderen Region stammt als jener, in der sie heute kultiviert wird. Der Wein ist dann autochthon in seiner Bedeutung für die neue Heimat.

Beispiele für autochthone Rebsorten

Autochthone Rebsorten gibt es weltweit, autochthone Weine in der Schweiz lassen sich beispielsweise in der Weinregion Wallis finden. Zu ihnen zählen etwa die Weissweine Humagne Blanche, Amigne und Petite Arvine sowie die Rotweine Cornalin und Humagne Rouge.

Eine Spezialform autochthoner Rebsorten sind die sogenannten Landsorten. Dabei handelt es sich um Reben, die sich über einen sehr langen Zeitraum auf natürliche Art und Weise entwickelt haben. Die betreffende Rebsorte hat sich ihrer Umgebung so gut angepasst, dass ihr selbst extreme Bedingungen wie lange Trockenperioden oder starker Frost zumeist nichts ausmachen. Oft sind Landsorten auch resistent gegenüber bestimmten Schädlingen.

Gerade wegen deren Robustheit versuchen Winzer, die Landsorten nachzuzüchten: Die aus ihnen gewonnenen Erträge bleiben nämlich auch bei Schlechtwetterperioden weitgehend stabil.

Autochthone Rebsorten kurz und knapp erklärt

Ist eine Rebsorte in einer Region schon sehr lange heimisch, gilt sie als autochthon – auch wenn die Rebsorte ursprünglich aus einer ganz anderen Region stammt. Wichtig ist jedoch immer eine kulturelle Verbindung zu der Region, in der sie angebaut wird. Nur dann wird ein Wein als autochthon eingestuft.

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