Autochthone Rebsorten der Schweiz

Autochthone Rebsorten sind jene Sorten, die sich in einem bestimmten Gebiet entwickelt haben und dort über lange Zeit kultiviert wurden.

Sie wachsen dort, wo sie ihren Ursprung haben. Das Wort autochthon bedeutet nämlich so viel wie heimisch, alteingesessen, verwachsen und in der Heimat verwurzelt. Biologisch betrachtet bedeutet dies demnach, dass sie sich von alleine dort angesiedelt haben, wo sie heute noch stehen.

Da alteingesessene Rebsorten oft aufwändiger im Anbau, weniger Ertrag bringend oder anfälliger für Krankheiten sind, findet man viele davon leider nur noch auf sehr kleinen Anbauflächen.

Hier finden Sie die wichtigsten heimischen Rebsorten der Schweiz:

Weisswein:

Humagne Blanche
Dank seiner Insellage in der Alpenregion verfügt das Wallis über einen reichen Schatz an autochthonen Sorten. Dazu gehört die Humagne Blanche, die schon seit dem Mittelalter im Rhonetal angebaut wird.

Vermutlich stammt die Rebe, die seit dem Jahr 1313 im Wallis wächst und heute auf rund 30 Hektar angebaut wird, aus Südfrankreich und ist von Marseille aus das Rhonetal Richtung Norden gereist. Genetische Untersuchungen haben ergeben, dass Humagne Blanche identisch mit Miousat ist, einer Sorte, die in Südwestfrankreich angebaut wird.

Petite Arvine
Seit 400 Jahren ist die weisse Sorte mit dem Wallis verbunden und heute aus der Weinlandschaft im Rhonetal nicht mehr wegzudenken. Heute stehen im Wallis auf rund 160 Hektar Petite-Arvine-Reben. Auch in anderen Kantonen ist die Sorte beliebt. In Genf, der Waadt und im Tessin wurden bereits kleine Bestände angepflanzt.

Amigne
Lange Zeit glaubten die Winzer von Vétroz, dass Amigne eine antike Rebsorte sei, welche im Zuge der Kolonisierung durch die alten Römer eingeführt worden sei. Diese Rebsorte fand in den Schriften des Columella oftmals Erwähnung unter dem Namen Vitis Aminea. Vom etymologischen Standpunkt her lässt sich daher leicht eine Verbindung zwischen Amigne und Aminea nachvollziehen. Vor kurzem hat Dr. José Vouillamoz eine gross angelegte Studie durchgeführt, in der er den Ursprung der Walliser Rebsorten mittels Genanalysen bestimmte. Aus dieser Studie ging, zum allgemeinen Erstaunen der Fachwelt, hervor, dass die Rebsorte Amigne ihren Ursprung im Wallis hat und eine entfernte Verwandtschaft mit dem Petit Meslier, einer Rebe aus der Champagne, aufweist.

Rotwein:

Humagne Rouge
Humagne Rouge gehört zu den autochthonen Sorten des Alpenraums und ist seit dem 20. Jahrhundert im Wallis heimisch. Die spätreifende Traube schätzt das trockene Klima im oberen Rhonetal.

Erstmals erwähnt wurde die Sorte um 1900 im Rebsorten-Inventar der Walliser Gemeinde Fully. Wie die Sorte zu ihrem Namen kam, ist unklar, denn sie ist nicht verwandt mit Humagne Blanche, jener weissen Sorte, die schon seit dem Mittelalter im Wallis beheimatet ist. Aktuellen Studien zufolge stammt die rote Humagne-Rebe aus dem italienischen Aosta-Tal und ist mit der dort wachsenden Sorte Cornalin d’Aoste identisch. Über den Grossen Sankt Bernhard gelangte sie ins Rhonetal.

Cornalin
Cornalin – früher Landroter genannt - ist eine autochthone Rotweinsorte des schweizerisch-italienischen Alpenraums. Die Sorte war im Wallis schon im 14. Jahrhundert bekannt und beliebt.

Cornalin ist jedoch nicht einfach anzubauen. Sie ist anfällig auf Krankheiten, reift spät aus und bringt unregelmässige Erträge. Deshalb wurde die Sorte immer weniger angebaut und war in den 1970er Jahren fast ausgestorben, bevor sie wiederentdeckt und systematisch gepflegt und vermarktet wurde.

Weine heimischer Rebsorten:

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